spielkarte f
Fundstelle: Lfg. 13 (1904), Bd. X,I (1905), Sp. 2403, Z. 73

Unterbegriffe in diesem Artikel

carta à giuocare. Kramer dict. 2, 865ᵃ, charta lusoria Stieler 933; karte zum (karten)spielen, ein kleines, länglich viereckiges, glattes blatt aus steifer (meist geleimter) pappe, das auf der einen seite mit gewissen figuren (farbig) bedruckt ist. die spielkarten sind eine chinesische erfindung (angeblich von 1120 n. Chr.), die seit dem 14. jahrh. in Europa bekannt sind (zuerst 1379 in Viterbo bezeugt), vgl. Adelung. Jacobsson 4, 214ᵇ ff. 7, 397ᵇ. Karmarsch-Heeren³ 8, 351. Krünitz 158, 206—253. Weiss kostümk. 2, 492. 1144 f. Weinhold d. frauen² 1, 120. Schm. 2, 662. das wort ist seit dem 16. jahrh. bekannt: wo kommt dann das hin das der ander verleurt, muͦsz ye der ander gewinnen? neyn. wo kompts dann hin, der wirt, bip papper, liecht, spilkart unnd würffel friszt es. S. Franck sprichw. (1541) 2, 161ᵃ, ebenso Egenolff 219ᵃ, vgl. auch Wesenigk spiel-sieben 86; er ruffte darfür: karten her! ich dachte vielmehr auf die venedische land-karten, ... es kamen aber spiel-karten. Abele künstl. unordn. 4, 268; die spiel-karten pflegte die mehreste nur brieff zu nennen. Abraham a S. Clara Judas 1, 329; wer kennt nicht die saubern gemälde auf den französis. spielkarten? Lessing 3, 129; (im bilde:) wollte ein erzieher grausam genug sein, einen ganzen menschen zu einem bloszen gliede auszubilden, z. b. zu einem vergröszerten ohre: so müszt' er ihm schon im ersten jahre alle spielkarten so durch volten mischen, dasz immer nichts gewonnen würde, als tonspiel. J. Paul Lev. 1, 91. im 18. jahrh. auch der sing. collectivisch, wie ein spiel karten (spiel III, 2, b, sp. 2318) oder ein kartenspiel. Adelung: es sind satyrische und moralische neujahrswünsche; an der zahl vier dutzend ... sie sind in form einer spielkarte, aus der man sich ein blatt nach belieben zieht, und allenfalls den darauf enthaltenen spruch als eine warnung des himmels ansehen kan. Lessing 3, 404. — dazu:
spielkartenfabrik f.
spielkartenfabrikation f.
spielkartenfarbe f
(bezw. -malerfarbe Jacobsson 7, 398ᵃ);
spielkartenform f
Krünitz 158, 253;
spielkartengefäsz n
'ein auf einer seite offner viereckigter kasten, von der breite der länge einer karte, in welchen die karten bey dem sortiren gelegt werden'.
Jacobsson 7, 397ᵇ.
Krünitz 158, 253;
spielkartenhandel m.
spielkartenkleister m
ebenda;
spielkartenmacher m
Jacobsson 4, 216ᵃ. 7, 397ᵇ ('schon 1380 gab es welche zu Nürnberg' —?). Krünitz 158, 253—7;
spielkartenmaler m.
spielkartenmalerei f
257;
spielkartenmanufaktur f
257—262;
spielkartenmasz n
262 f.;
spielkartenmuster n
263—5;
spielkartenpapier n.
spielkartenplatte f.
spielkartenpreis m.
spielkartenstempel m
265;
spielkartenverfertigung f.
spielkartenverordnung f
266.
Zitationshilfe
„spielkarte“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/spielkarte>, abgerufen am 19.07.2019.

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