sonnenschein m.
Fundstelle: Lfg. 9 (1902), Bd. X,I (1905), Sp. 1672, Z. 64
mhd. sunne-, sunnenschîn. mhd. wb. 2, 2, 146ᵃ. Lexer hwb. 2, 1317 f. Scherz-Oberlin 1522, mnd. sunnenschîn Schiller-Lübben 4, 475ᵇ, mnl. sonnescijn, neund. sunnenschin Schambach 219ᵃ. Woeste 263ᵃ (vgl. 3, c), vgl. Weigand 2, 739. im ältern nhd. auch noch in der form sunnenschein: bei sunnenschein. steir. taid. 96, 35; ferner mit kürzerer stammform des ersten gliedes sonnenschein, s. unter 1, c. d; sonschein ebenda (steir. taid. 168, 5. 324, 7); am dritten dag bei sunschein. 926, 10. 17.
1)
das scheinen der sonne, der helle schein, den sie bei klarer luft verbreitet. Adelung: sonnenscheyn (der) sonnenstraamen. soles. der zwitzerend sonnenscheyn und glantz, tremuli ignes. Maaler 376ᶜ; splendore del sole. Kramer dict. 2, 840ᵇ; radii solares Stieler 1752; splendor solis Frisch 2, 287ᵃ.
a)
mit bestimmtem artikel:
das helle frühlicht,
der sonnenschein.
Grillparzer⁴ 1, 64.
oder ohne artikel (wie abstracta gewöhnlich):
wo kein gold als sonnenschein.
6, 210.
veraltet dagegen ist die verbindung mit dem unbestimmten artikel:
so stets den frühling gab und einen sonnen-schein.
Mühlpforth leichenged. 36.
(s. ferner Tundalus unter 1, e, Luther 1, c, P. Gerhardt 1, b, wunderh. 1, g.)
b)
gott als geber des sonnenscheins: danklied vor einen gnädigen sonnenschein. P. Gerhardt nr. 6 Gödeke (überschr.);
halt doch mit vielem regen ein
und gieb uns wieder sonnenschein.
hannov. gesangb. 560, 1;
wer gäb uns sonnenschein?
wer regen oder thau?
erntelied v. W. Chr. Schmidt;
ein wenig sonnenschein zu meiner wäsche nur!
Wieland 9, 152;
bin ichs nicht, der sonnenschein und regen
gütig giebt?
Uz s. 207 Sauer;
(die freuden,) die gott, wie sonnenschein und regen,
aus der vergeudenden urne schüttet!
Hölty 106 Halm.
c)
die zusammenstellung mit regen sonst gewöhnlich in dem sprichwort: nach dem regen kommt sonnenschein, post nubila jubila. Dentzler 1, 363ᵇ; nach regen kommt sonnenschein. Simrock 8287, vgl.sonne II, 4, d und Luther sprichw. nr. 81 Thiele:
na rain kumt gerne sonnenschin.
Hagen boich van Colne 3781;
auf donner folget regen,
auf regen folget sonnenschein,
auf sonnenschein sein segen.
Rinkart geistl. lieder s. 337 Linke.
auch umgekehrt: na sunnenschyn kumt gêrne ein regen, imber adest soli, comitantur gaudia fletum. Tunnicius 826; nach dem sonneschein kompt regen. Petri Pp 5ᵃ, vgl. Wander 4, 626, 1. 6. 7; wie man im sprichwort sagt: auff einen sonnenschein folget gemeiniglich gerne ein platzregen. Luther 16, 326, 33 Weim. ausg.;
ducke (oft) komet regen na sunnenschine,
as deit ducke na vreuden pine.
Hagen boich van Colne 1136;
disz leben ist ein steter kampff:
nach dem sonnenschein folgt ein dampff.
B. Waldis Esop 2, 93, 38.
beides vereinigt die fassung:
wir sind im langer! da ist's nun nicht anders,
da wechseln sturm und sonnenschein geschwind.
Schiller Wallensteins tod 3, 6;
kennst das alte wort,
ewig währt es fort:
regen tauscht und sonnenschein.
Liliencron 8, 117.
sonnenschein und regen zugleich: wenn es bei sonnenschein regnet, so ist kirmess in der hölle. Simrock sprichw. 8288; wenns regnet bei sonnenschein, so hat der teufel seine groszmutter auf der bleiche. es regnet bei sonnenschein: da kommt ein schneider in den himmel. 8290 f.
d)
bei sonnenschein, wenn die sonne scheint: bey sonnenschein spielen sie (die füchse) offt mit den hasen. Fleming t. jäger 360ᵃ;
Tristan sang nie bei sonnenscheine,
er hielt das nur für zeitverschlisz;
doch regnet' es, so sang er feine
stücklein vom braven Amadis.
Immermann 13, 84 Hempel.
in der älteren rechtssprache als bezeichnung für die zeit, wo die sonne am himmel steht, gleichviel ob sie scheint oder verdeckt ist: bey sonnen-schein, bey tage, de die. Frisch 2, 287ᵃ, vgl.sonne II, 7, c: ik (l. it) schal de voget van wegen des köninges gerechtigkeit alle jahr up st. Martens dach by sunnen schine den könig tins entfangen und de den nicht uthgifft by deme sunnen schine deme schal de tinss dubbelt upslan. qu. s. Haltaus 1695; by staende sonneschyn, binnen sonneschyn. 1696; sol er im am abend das verkünden by sonnen schyn. Grimm weisth. 1, 127; wan in diszen beeden purgfriden ein ... todte persohn gefunden wurde, würdet solche den driten tag bei sonnenschein ... an das landgericht gehebt. steir. taid. 97, 7; meist in dem bestimmteren sinne 'an demselben, dem bestimmten tage': dem sal man bekante scholt by sonnenschein beczalen des selbin tages. Magdeb. fragen 2, 2, 14 Behrend; so soll man uff obgemelten tag ... sein zinsz ... bezahlen ... alles bey sonnenschein gemelten st. Martinsztag oder zu gerichtszeiten. welcher aber seine zinsz und gült wie gemelt bey sonnenschein nicht bezahlt. Wasserschleben rechtsqu. 2, 233; wer dem richter die paanpfening bei sonnenschein nit gibt, der ist verfallen zwen und sibenzig pfening. steir. taid. 175, 22; die sollen auch gehorsamblich bei sonschein desselbigen tages dahin komben. 324, 7; vgl. dazu: welcher, da im auff anklag seines widerparts am schultrechten, dasz er bey sonnenschein bezalen solte, ein urtheil gefiele, seinem glaubigen ... antwortet und sprach: ja, ich wil dich bezalen wie auszgesprochen ist, nemblich bey sonnenschein, darumb musztu warten, denn über hundert jar scheinet die son ebenso wol wie heut. Kirchhof wendunm. 1, 133 Österley (1, 105). — auch mit sonnenschein: der ist ... nit weiter dan einen tag verpflicht, wie von alters herbracht mit sonnenschein ab und zue zu gehen. Wasserschleben rechtsqu. 2, 272. vor sonnenschein: welcher ... zu bestimbten tag die frag vor sonschein ... nicht erscheint. steir. taid. 168, 5; es sollen auch die (schweine) vor sonenschein nit ausztrieben und vor untergang der sohn wider in den stall getriben werden. 241, anm., vgl. auch:
hinunter ist der sonnen schein.
Wackernagel kirchenl. 3, nr. 1385, 1.
sprichwörtlich:
beim sonnenschein schlafen und beim mondenschein wachen
wird niemand zum reichen manne machen.
Wander 4, 626, 2.
e)
in älterer sprache zuweilen geradezu für 'tag' (vgl.sonne II, 7, d): vechten zwischen zwo sunnenschinen s. Grimm rechtsalterth. 540, anm. 2; das er mit siner selbes hilffe von eynem sonnenschyne unz zue dem andern nit von lande komen moehte. weisth. 1, 424; de die in diem, von einem sonnenschein biss zum andern. qu. bei Haltaus 1697; mit zahlen: schall de broke alsobald up en fallen, und bey 2. sonnenschien erleggen. ebenda (qu. v. 1601); dasz die fuhrleute 3. sonnenscheine üblichen gebrauch nach sollen feil haben. 1696.
f)
mehr local im sonnenschein (vgl.sonne II, 7, k): die stummen fische selbst im sonnenschein verlassen ihr element. Arnim Hollins liebel. s. 10 neudr.; auf den straszen war unterdesz alles lebendig geworden, herren und damen zogen im sonnenschein. Eichendorff² 3, 70 (taugen. 8);
und der kalten tief' entschlüpfend,
spielt der fisch im sonnenschein.
Hölty 139 Halm;
und er (St. Patrik) gleiszt mich im sonnenschein
gerühret an.
Immermann 13, 136 Hempel.
zugleich die wirkung ausdrückend:
mein lieb gab mir ein kränzelein;
im sonnenschein
da ist es aufgethauet,
von eis war es erbauet.
wunderhorn 1, 82 Boxberger.
so auch: ich nahm deren (raupen) eine gute anzahl mit nach hause, hatte aber das unglück, dasz sie mir, weil ich sie in den sonnenschein gesetzet hatte, alle vertrockneten und ausdorreten. Rösel ins. bel. 1, 4 (2. cl. der nachtv.), s. 111. noch stärker tritt die locale bedeutung zu tage in der verbindung durch den s.: so gingen sie mitten durch den sonnenschein, der wie ein goldnetz über den spitzen der kräuter hing. Storm 1, 101; dafür:
ihr zitternd knie
schritt vorwärts ungehemmt als wie
durch dünne luft und sonnenscheinen.
Immermann 13, 201.
g)
mit adjectiven, besonders in den unter d und f angeführten verbindungen; zur angabe des grades: bald trat ich aus dem schatten in den vollen sonnenschein hinaus. Storm 3, 214; es war eitel sonnenschein umher. ebenda; veraltet:
da kam ein hoher sonnenschein.
wunderhorn 1, 343 Boxberger.
die helligkeit wird hervorgehoben:
im wald, im hellen sonnenschein.
Geibel 1, 48;
es war im heitern sonnenschein.
Chamisso 1, 133 Koch.
im vergleich: bis auf dieses unglückliche jahr hab' ich nur meinen freund ... in ihm gesehen, wie in einem heitern sonnenscheine hab' ich in seinen augen gelebt — keine wolke trübte mein glück. Schiller 4, 272; stärker: jedes mal, wenn er die hand herauszog, löste sich ein häufchen feuriger flocken ab und schwebte in dem grellen sonnenschein über die felder dahin. Storm 2, 226. dazu:
es blendet unser aug ein steter sonnenschein.
Uz 371 Sauer.
allgemeiner schöner sonnenschein: die schnärr (krammetsvogel) ... singet lieblich bey schönem sonnen-schein. Fleming t. jäger 360ᵇ;
schlummre, liebchen! bist noch klein,
weiszt vom schönen sonnenschein.
J. G. Jacobi wiegenl. für ein mädchen.
warmer sonnenschein u. ä.:
ein springend brünnlein heisz und kalt,
das an dem Falkenstein herflosz,
in einen groszen see sich ergosz,
und da am warmen sonnenschein
viel bäume tränkt' und blümelein.
Bürger s. 505 Sauer;
beym schwülsten sonnenscheine.
Uz 281 Sauer.
andere verbindungen: es war nichts darinnen als einsamer sonnenschein. Storm 1, 103;
es liegen wald und heide
im stillen sonnenschein.
102;
dasz deine blüte dir nicht werde hingenommen
durch grimmen sonnenschein.
Opitz 2, 158.
h)
der römisch kaiser, der da ist in diser welte über all ander kaisere und über alle die darüber got seinen sonnenschein überlücht. herz. Ernst (volksb.) 273, 20 Bartsch, vgl.sonne II, 3, h. l. m. selten unter dem sonnenschein für unter der sonne (II, 6, q):
ein solches mädel findt man nicht, ju ja, findt man nicht
wohl unter dem sonnenschein.
wunderh. 2, 57 Boxberger.
i)
zuweilen erscheint der sonnenschein wie etwas concretes, vgl. Storm 1, 101. 103 unter f und g:
die geister kamen nun, zwar ohne fleisch und bein, ...
in mäntelchen von sonnenschein
Aspasien auf halbem weg entgegen.
Wieland 9, 135.
k)
personificiert u. ä. (s.sonne II, 2): während der alte herr ... zu erklären begann, gingen Susanne und ich in das trauliche gartennest hinab, wo der sonnenschein wie eingefangen auf dem grünen laube schlief. Storm 4, 17;
schne, regen, wind und sonnen schein
allzeit deim wort gehorsam sein.
Wackernagel kirchenl. 3, nr. 1386, 5;
dich predigt sonnenschein und sturm.
Gellert 2, 145;
sobald du hebst die klaren äugelein,
freut sich gestirn und auch der sonnenschein.
wunderhorn 2, 320 Boxberger;
bis sonnenschein die nachricht ihm entlockt.
Ludwig 3, 366 (Maccab. 3).
nachwirkung mythologischer vorstellungen:
wurm, ich beschwer dich bey dem heiligen tagschein,
ich beschwer dich bey dem heilgen sonnenschein.
Mones anz. 6, 462, 9 (wurmsegen);
du edler sonnenschein,
schein mir den weg zu ir!
Uhland schr. 3, 453. 4, 33,
vgl.sonne II, 3, n.
l)
in vergleichen, vgl.sonne II, 3, d. p:
deme engele sprah si aber zu:
'o du einege hoffunge min
lutere dan ein sunnen schin.'
Tundalus 327 (Kraus ged. des 12. jahrh. 56);
wo vor deinem angesichte
die verklärte seele steht
heller als der sonnenschein.
hannov. gesangb. 488, 5;
beweise deine hassenwürdigen anklagen so klar als sonnenschein. Wieland 2, 210 (Agath. 9, 3).
m)
unklar ist: welche dann ungewisz sein (der sündenvergebung), scheyd von gotts liebe jeder sonnenschein. Fischart bienenk. 109ᵃ am rande (als gegensatz zu Röm. 8, 38 f.jeder tag, s. e? oder sonnenstrahl? oder im sinne von sonnenstaub?). gleichbedeutend mit sonnenstrahl steht es in der verbindung:
dort geht der spiegelglanz —
hoch oben an des kraters hohlem kranz
und schauet bei dem ersten sonnenschein
zu meinem schornstein gierig schon hinein.
Arnim 19, 20.
n)
von anderm lichte; vom mondschein, insofern er reflectiertes sonnenlicht ist:
sonnen-schein in der nacht.
ich seh, auch mitten in der nacht,
im hellen mond der sonnen pracht ..
im wiederschlag auf erden scheinen.
so ... laszt uns, ob der sonnen schein,
den uns der mond zeigt, frölich seyn.
Brockes 5, 279 f.
schein, glanz überhaupt:
da wird der orth gemacht zum schönen jungfer-krantze,
darunter musz gelegt ein schöner sterne seyn,
der durch das biegel-loch gibt seinen sonnenschein.
Rachel sat. ged. 109.
2)
in bildlichem gebrauche.
a)
im ausgeführten bilde: leicht kommt dieses herz nicht zum blühen ... so herrlich auch damals seine blüthe sich entfaltete, so muszte sie doch aus mangel an sonnenschein und wärme elendiglich verkümmern. Heine 3, 78 Elster; in diesem augenblick stand der übermüthige jüngling vor ihrem geiste, der so viel sonnenschein in ihr dunkles leben gebracht hatte. L. Hesekiel Nürnberger tand 2, 137;
mein herze geht in springen
und kann nicht traurig sein,
ist voller freud und singen,
sieht lauter sonnenschein.
die sonne, die mir lachet,
ist mein herr Jesus Christ.
P. Gerhardt nr. 82, 116 Gödeke.
auch sonst für glück, freude:
willst du mir geben sonnenschein,
so nehm ichs an mit freuden;
solls aber kreuz und unglück sein,
will ichs gedüldig leiden.
27, 81;
sonnenschein in der seel und freud in der stille des herzens
ist der frömmigkeit lohn.
Bodmer Noah 284 (9, 575),
vgl. Schönaich ästh. s. 334 Köster und d. anm. 536, 4 (ältere lesart: heiterkeit in der seel); es war ein freudeleeres leben im königsschlosz zu Berlin, als Friedrich (d. Gr.) heranwuchs, so arm an liebe und sonnenschein, wie in wenig bürgerhäusern jener rauhen zeit. Freytag 21, 224. — anderes:
schleusz auf den hellen sonnenschein
in deinen zwei guckäugelein!
Bürger s. 74 Sauer (ständchen).
b)
häufig mit erklärendem genitiv von abstracten: blickte sie auf den geliebten, so trockneten sich ihre thränen an dem sonnenschein seiner liebe. Gotter 4, 158; als die armen menschen in diesem sonnenschein des schicksals, wie die fische im andern, aus ihrem naszkalten elemente aufschnalzten. J. Paul Qu. Fixl. 176; er (Platen) selber sagte zwar, dasz er diese zwittergattung (das litteraturdrama) nur wähle, weil der sonnenschein der freiheit seine tage nicht erhelle. Treitschke deutsche gesch. 3, 693;
die trauer-nacht bedeckt der weiszheit sonnenschein.
Mühlpforth leichenged. 21;
hier aber hegt sein schatz noch unberührte lilgen,
die erst sein sonnenschein der liebe zeitig macht.
Lohenstein rosen 74;
eh' als der sonnenschein der jungfrauschafft vergeh'.
78;
der knospe gleich am kalten märzentage
schrumpft, wenn des glückes sonnenschein
sich ihr entzieht, die seel' in sich hinein.
Wieland 9, 108 (Musar. 3);
ich schwing an deiner hand,
o weisheit! mich empor, hoch über stolzen tand,
und kurzen sonnenschein des glückes.
Uz s. 135 Sauer;
ich wohne
im sonnenschein des heils an eurem throne.
Immermann 12, 45 Hempel (Tulif. 2, 1, 4);
sie bittet gott um froh gedeih'n,
um seiner gnade sonnenschein.
Hoffmann v. Fallersleben ged.⁹ 227.
c)
von menschen; mit objectsgenitiv:
ô mînes herzen sunnenschîn,
wê mir, mîn geminneteʒ kint!
Walther v. Rheinau 190, 40;
mein häwelmann, mein bursche klein,
du bist des hauses sonnenschein,
die vögel singen, die kinder lachen,
wenn deine strahlenden augen wachen.
Storm 8, 217.
der gen. in anderem sinne:
dâ von der tugende sterne
und aller vrouwen sunnenschîn
truoc ûf ein cleineʒ tüechelîn.
troj. krieg 20275.
als anrede:
seydt mir tausentmal willkommen,
ihr mein trost und sonnenschein!
Dach s. 432 Österley ('der bräutigam an seine hertzgeliebte braut, als ihn dieselbe zum erstenmal in seiner behausung ersuchte').
von Christus: als der sunneschîn sich nâch dem glase verwet dô er durch schînet, alsô hâst dû, êwiger sunneschîn, Jêsu Kriste, dich nâch dem menschen geverwet. d. myst. 1, 342, 29.
3)
besonderheiten.
a)
bezeichnung einer schwäche der augen, vgl.sonnenglanz und -schusz 2. Adelung.
b)
in der soldatensprache zur zeit Friedrichs d. Gr. ausdruck für eine wunde, schmarre. Horn soldatenspr. 4. 112: wie die blutige jungfer (der säbel) dem kaiserlichen wachtmeister über seinen groszen schnurrbart einen sonnenschein längs dem backen bis hinum ans linke ohr strich; der wachtmeister mit seinem sonnenschein im gesicht. qu. s. ebenda, anm. 8.
c)
das deminutiv im nd. als insectenname: α) westf. sunnenschînken, -schieneken, Marienkäfer. Woeste 263ᵃ (weil er den sonnenschein besonders liebt, vgl.sonnenkäfer, -kalb); β) mecklenb. sünnenschining, Johanniswürmchen (auch gläuworm). Mi 89ᵇ weil er selbst leuchtet).
Zitationshilfe
„sonnenschein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/sonnenschein>, abgerufen am 20.10.2019.

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