schwindelei f
Fundstelle: Lfg. 14 (1898), Bd. IX (1899), Sp. 2658, Z. 8
das schwindeln, schwindelhaftes handeln, gleichbedeutend mit schwindel 3 (b) und besonders für den wenig gebräuchlichen plural von schwindel eintretend; bei Adelung zuerst verzeichnet, nach Campe 'das verfahren eines schwindlers, da er unausführbare, unüberlegte und täuschende entwürfe, pläne, vorspiegelungen macht', jetzt meist mit dem sinne des betrügerischen: die neigung zu diesem mädchen half mir die schwindeleyen (flunkereien) des bruders übertragen, der nicht immer in seinen gränzen blieb. Göthe 24, 146; dabei soll er sich auf sein litterarisches alter stützen, erzählen, dasz er nun schon so manche schwindeleien erlebt, und ihren untergang vorausgesagt habe. Humboldt an Schiller s. 165 (25. okt. 1795); nur Arnold faszte ein tapferes vertrauen zu der schwindelei der guten mutter. Keller 8, 29. — in der gaunersprache 'betrug, schlauer diebstahl, auch der gesamtinbegriff der diebsbeute.' Avé-Lallemant 4, 607.
Zitationshilfe
„schwindelei“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/schwindelei>, abgerufen am 22.09.2019.

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