schmuddeln, schmudeln verb
Fundstelle: Lfg. 6 (1896), Bd. IX (1899), Sp. 1129, Z. 76
landschaftliches wort.
1)
nord- und ostdeutsch schmudeln Adelung. Campe. Bernd 269, schmuddeln Frischbier 2, 300ᵃ, auch schmullen Campe, nd. smudden, smuddeln, smullen brem. wb. 4, 870. Strodtmann 218. Richey 269, schmuddeln, schmuddern Frommann 6, 480 (Lippe). Schütze 4, 132, smuddeln ten Doornkaat Koolman 3, 232ᵇ, smûlen Schambach 198ᵇ. es ist eine deminutivbildung zu dem gleichbedeutenden smudden brem. wb. (s. oben) ten Doornkaat Koolman 2, 232ᵇf. über etymologie und verwandtschaft s. letztere stelle und schmutz. bedeutung:
a)
unreinlich mit einer sache umgehen, sudeln Campe. Bernd 269, auch schmutzig machen, vgl. Frischbier a. a. o. ten Doornkaat Koolman a. a. o. brem. wb. a. a. o. Richey a. a. o. Schütze a. a. o. besonders in der zusammensetzung beschmuddeln, besudeln, beschmutzen Frommann a. a. o. Bernd a. a. o. dieses auch in Schlesien:
schaut den beschmudelten schändtlichen sudler.
Scherffer ged. 408.
transitives schmudln auch in Kärnten Lexer 222, vgl. 2. sik smullen, beschmutzen brem. wb. a. a. o. so ferner in den ableitungen wie schmudelbart, kind, das sich beim essen das gesicht beschmiert Frischbier a. a. o., ähnlich in Posen schmudelchen Bernd a. a. o.; schmud(d)elkoch, der mit den speisen nicht sauber umgeht Frischbier 2, 279ᵇ. Wander 4, 280; nd. smullputt, smullswien, schweinigel Richey 269. Schütze a. a. o., smudelpeter, smuddelfink nd. korrespondenzbl. 9, 85.
b)
auch schmutzig werden, sich besudeln, flecke bekommen, so brem. wb. in der form smullen: dat tüg smullet ligt, das zeug nimmt leicht flecken an, vom wetter: dat weder smullet, ist schmutzig, es ist feuchte luft, besonders vom staubregen. brem. wb. 4, 870 f., vgl. Campe.
c)
smullen, schlemmen, s.schmullen.
2)
bair.-österr. schmudeln, verliebt tändeln, liebeln Schm. 2, 545. Klein 2, 130. Lexer 222, schwäbisch dafür schmulen Campe. Schmid 472, schmuelen, tändeln, liebkosen Schmeller 2, 549, schmualen Klein 2, 129 (Augsburg). ob diese bedeutung mit der ersteren zusammenhängt, musz dahin gestellt bleiben; dafür könnte sprechen, dasz schmudln im kärntischen auch 'beschmutzen, angeifern' bedeutet. vgl.schmudel 3.
Zitationshilfe
„schmuddeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/schmuddeln>, abgerufen am 16.09.2019.

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