schafkäse m
Fundstelle: Lfg. 11 (1892), Bd. VIII (1893), Sp. 2040, Z. 26
1)
aus schafmilch bereiteter käse, caseus ovillus. Stieler 910. Frisch 2, 157ᵃ, auch schafskäse: weil die schaaf- und ziegen- sowol milch als käse, fast einerley fleisz bedörffen. Hohberg 2, 302ᵃ; mit krebsen und schafkäs hab ich hier ein gut mittagessen gehalten. Göthe an frau v. Stein 5. sept. 1780;
einen schâfkæs
den vriʒt er also ganze.
minnes. 3, 306ᵇ Hagen;
nd. an mynm procrater spoer ick dat:
dem bring ick alle weeken wat,
.. zeegen, koh, efft schapeskees.
Hollonius somnium vitae hum. 928 neudr.;
ek hebbe'n olen schapkäse in minen ränzel.
Pröhle volksl. u. volksschausp. 262.
schafkäse als scheltwort: daselbst (in Leipzig) ist eine alte gewohnheit bei der universitet mutwilligen pursen gewesen, dasz sie diejenigen baccalaureos ministerii (schafkäse nennen sie dieselben spottweise, weisz nicht woher) welche vor andern haben was sein wollen, pietistas genennet. Spener ebenbild der pietisterei (1692) 13.
2)
in Mecklenburg heiszt die käsepappel, malva rotundifolia, schapskese. Pritzel-Jessen 229ᵇ, wol weil die schafe ihre käseförmigen samenknöpfchen gern fressen.
Zitationshilfe
„schafkäse“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/schafk%C3%A4se>, abgerufen am 22.07.2019.

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