prunk m.
Fundstelle: Lfg. 12 (1889), Bd. VII (1889), Sp. 2192, Z. 55
ohne plur., ornatus, splendor, ostentatio Stieler 1475, auch brunk Lessing 8, 266, aachenisch bronk Müller-Weitz 25, mit dem (älteren) verb prunken aus dem nd. aufgenommen: nd. prunk (brem. wb. 3, 367. Dähnert 361ᵃ) aus nl. pronk (Kilian 416ᵇ. Kramer 301ᵃ), dessen o durch liquiden einflusz aus a entstanden ist (wie in sprong, bond u. a. gramm. 1³, 313), so dasz pronk dem mnd. prank, dem mhd. und md. pranc und oberdeutschen prang (sp. 2064) entspricht, nach dessen veraltung das nd. (besonders vom kleiderstaate, aufputze gebrauchte) prunk neben pracht in die schriftsprache eingedrungen ist (anders theil 2, 303):
den prunk der groszen welt ...
floh zwar seit langer zeit die gottheit holder liebe.
Lessing 1, 91;
ein mädchen ohne vermögen und rang .., aber mit vielem prunke von tugend und gefühl und witz. 2, 123 (Em. Galotti 1, 6); schilderungen des brunkes und jubels, mit welchen .. der dichter die auferstehung Christi von der gesammten natur feiern läszt. 8, 266; dieser prunk der natur (die unverhüllte mädchengestalt auf dem bilde). Thümmel reise 6 (1799), 57;
Plutus, des reichthums gott genannt;
derselbe kommt mit prunk daher.
Göthe 41, 44;
da es der charakter unsrer landsleute ist, das gute ohne viel prunk zu thun und zu leisten. 18, 175; ein fröhliches mittagsmahl .. gab uns die stimmung, Lilli ohne prunk, aber vielleicht um desto lieblicher zu empfangen. 48, 56; ein nunmehr veralteter prunk (staat der häuslichen einrichtung). 48, 65;
ich hasse seinen (des frühlings) prunk.
Hölty 48 Halm;
sie .. wähnet mich kalt und dumm,
weil kein goldener prunk mir vom gewande blitzt.
70;
kurfürsten
und königen wollen sie's im prunke gleich thun.
Schiller 12, 165 (Piccol. 4, 5);
sie (Maria) wollte lieber
gefangen bleiben, sich miszhandelt sehn,
als dieses titels leerem prunk entsagen.
12, 404 (M. Stuart 1, 1);
dort auf dem thronstuhl
sitzend im herrlichen prunk.
Pyrker Tunisias 4, 490;
sagt, wehr naht
im prunk hoffärtigen gewandes?
A. Grün ges. werke 4, 233;
der prunk der paläste. J. Paul biogr. belust. 1, 34; ein augustisches zeitalter des künstlerischen prunkes. Riehl gesch. u. novellen (1871) 2, 50; mein sohn, der prunk (das pathos), mit dem du gelesen hast, kann mich nicht erfreuen. Iffland theatr. laufbahn 15, 7 neudruck;
mag ihr auch fehlen, was die grosze welt
mit lautem prunk (prahlerei) als höchste bildung ausschreit.
Körner 169ᵇ.
oft verbunden mit sinnverwandten ausdrücken: (beispiel,) dasz ein volk ... sich mit pracht und prunk umgeben und in bezug auf künste noch immer unter die barbarischen gezählt werden kann. Göthe 6, 31; das vergnügen an uns selbst, die freundschaftliche harmonie sollen der prunk dieser feierlichkeit sein. 10, 94; jetzt oder nie galt es .. dem fürsten wieder lust zu wecken an .. fest und prunk. Riehl a. a. o. 1, 84.
Zitationshilfe
„prunk“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/prunk>, abgerufen am 23.05.2019.

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