brasseln, prasseln
Fundstelle: Lfg. 2 (1854), Bd. II (1860), Sp. 306, Z. 75
crepitare: wenn ich für einer stad lege mit einem heer und schüsse wider die mauren und thürn, das brasselt. Luther 1, 384ᵃ; sie faren daher, das der harnisch brasselt. Jer. 46, 22;
hell entbrante glut mit brasselnd hartem krachen.
Gryphius 1, 522;
statt der feierlichen, hellbrennenden kerze, prasselt ein elendes talglicht. Hippel 4, 106;
und es prasselten brennend die wurzeln.
Voss Od. 9, 390;
es sauset und brauset das tamburin,
es rasseln und prasseln die schellen darin.
Clem. Brentano.
entsprang dies brasseln aus brasteln? wie wisse aus wiste u. s. w. vgl. auchbratzeln.
prasseln verb
Fundstelle: Lfg. 11 (1888), Bd. VII (1889), Sp. 2074, Z. 1
was brasseln, crepitare (th. 2, 306 f.), eine iterativbildung zu brassen, prassen, wie rasseln zu rassen (theil 8, 144).
1)
von sachen (feuer, holz, donner, regen, hagel, wogen u. s. w.) rasseln, krachen, knistern, spratzeln, rauschen u. s. w., oft mit einem dieser synonyma verbunden: tännein holz brasselt in ainem feur. Megenberg 93, 2 var.; das mer praslet, sauset und wüetet. Aventin. 4, 836, 17; da die gewitter alle drei zugleich .. herfür geprasselt. Henneberger preusz. landtafel 461; so man zweige von lorbeerbäumen in ein fewr wirft, so fahen sie gewaltig an zu prasslen und krachen. anm. weish. lustg. 58ᵇ;
der donner prasselt schon mit einem solchen schall,
der alle welt erschreckt.
Rist Parnasz 762;
(er sieht) den flammenden see vor seinen augen prasseln.
Wieland der neue Amadis 7, 2;
und gewirbelter regen mit donner
prasselte.
Voss ged. 2, 296;
und vom gipfel
prasseln steine
durch die haine.
Göthe 2, 28;
unten wüthete das feuer (element) unaufhaltsam, die breter prasselten, die latten krachten. 15, 315;
frau wirthin, prasselts (das fett) in der pfann,
so legt die bratwurst drein!
Hebel (1843) 2, 154;
da prasseln Schweizerhiebe, wie hagel auf saaten fährt.
A. Grün ges. werke 3, 117;
das knistert und prasselt und leckt und loht.
Scheffel waldeinsamkeit 31.
prasselnd partic., als adjectiv oder adverb:
plötzlich stürzt von dem bewegen (des baumes durch den wind)
prasselnd ein geschwinder regen
reifer eicheln von dem gipfel.
Gleim 3, 427;
ein schieszender waldstrom,
der mit prasselnden wogen sich über die felsen herabstürzt.
Wieland Hermann 2, 736 neudruck;
prasselnd fängt es an zu lohen.
Schiller 11, 295;
prasselnd in die dürre frucht
fällt sie (die flamme).
312;
(als) die flamme prasselnd schon zum himmel schlug.
14, 405 (Tell 5, 1);
(da trifft) er dem Peleiden
mit einem tückschen schlag die rüstung prasselnd.
H. v. Kleist 1, 105 H.;
lustig prasselnde kamine.
Lenau (1880) 2, 335;
der thurm, der prasselnd zu boden kracht.
Kinkel ged. (1857) 52.
das prasseln:
(das feuer) der juden häuser verbrant ..
mit groszem prasslen ungehewer.
H. Sachs 15, 470, 6;
bis ihr (der eiche) bemooster stamm mit prasseln splitternd sinkt.
Uz 2, 212;
(die flamme) schon mit lustgem prasseln der thürme dach ergreift.
Uhland (1879) 2, 196.
2)
von personen.
a)
schreien, lärmen, sich lärmend bewegen (s.prassen 1): das erzitterend prasslend teuffelsgeschrei. Fischart Garg. 182ᵃ; herumb praslen. Aventin. 4, 1042, 34 var.; nassauisch weinen ohne thränen zu vergieszen Kehrein 1, 311; nordthür. ohne überlegung in den tag hinein reden Kleemann 16ᵇ; leipzigerisch brasseln, aufschneiden, groszthun, prunken, davon brasselig Albrecht 92ᵇ.
b)
in saus und braus leben, schlemmen (s.prassen 2): sie saufen, trinken, raslen und praslen .. die nacht bis an den tag. Aventin. 4, 60, 7; rasln und prasln, saufen und trinken. 116, 28; schlemmen und praslen. 294, 20. 28 u. oft.
3)
heraus prasseln, transitiv, krachend, prasselnd senden (schieszen): als sie ungeschwundne ding mit büchsstralen zuͦ im herausz prassleten .. und ihm viel an der seit erschossen. Fischart Garg. 233ᵃ.
Zitationshilfe
„prasseln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/prasseln>, abgerufen am 21.09.2019.

Weitere Informationen …