naivetät, naivität f
Fundstelle: Lfg. 2 (1882), Bd. VII (1889), Sp. 321, Z. 51
aus franz. naïveté, natürliche einfachheit, ungezwungenes wesen, offenheit: naivetät, die der ausbruch ist der der menschheit ursprünglich natürlichen aufrichtigkeit wider die zur andern natur gewordenen verstellungskunst. Kant 7, 201 (vgl. dazu Schiller 10, 430 anm.); im orient .. findet sich eine gewisse naivetät und unschuld des betragens durch alle stände. Göthe 6, 197; da mir seine sinnesweise ... in ihrer natürlichkeit und naivetät ... wohl zusagte. 25, 248; die derbe natürlichkeit des alten testaments und die zarte naivetät des neuen hatte mich im einzelnen angezogen. 26, 102; naivität und humor. 19, 149 (überschrift) H.; welche naivität! welche aufrichtigkeit! Lenz 2, 137.
Zitationshilfe
„naivetät“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/naivet%C3%A4t>, abgerufen am 20.10.2019.

Weitere Informationen …