merkmal n
Fundstelle: Lfg. 11 (1883), Bd. VI (1885), Sp. 2105, Z. 33
mal oder zeichen wodurch man etwas erkennt: merkmahl, nota, signum, vestigium. Steinbach 2, 13; ein merkmal ist dasjenige an einem dinge, was einen theil der erkenntnis desselben ausmacht. Kant 1, 385; bei der erklärung musz der verstand in das innere der dinge eindringen; bei der beschreibung aber darf man blosz auf die äuszerlichen merkmale (achten). Lessing 1, 255; die häuser der vornehmsten republikaner waren jetzt schon mit verborgenen merkmalen bezeichnet. Schiller hist.-krit. ausg. 4, 168;
(die frau) fieng holz zu spalten drauszen an.
bei diesem merkmahl klopft der mann.
L. Sandrub kurzweil (1618) 101;
wann propheten gottes willen seinem volke sagten an,
hingen sie gemein ein zeichen, und ein sondres merkmal dran,
welches oft für läppisch ding von den sichren ward geschätzet.
Logau 2, 141, 7;
Lurian. dies pechpflaster bedeckt mein linkes geblendetes auge.
Pux. Lurian? ei, du trugst ja vordem noch ein anderes merkmal.
Voss 2, 253;
zur nachtzeit, auf ein merkmal, lodern sie (die schiffe)
in flammen auf, das lager wird erstürmt.
H. v. Kleist Penthesilea, 9. auftr.;
ein merkmahl von seinen bösen thaten zurück lassen, notas et vestigia scelerum suorum ubique relinquere. Steinbach 2, 13; sich lange vor dem tode wehren, ist ein wahres merkmahl eines unartigen, und feigen gemüths. Homburg Dulcimunda (1643) s. 20; die art des vortrags hat das merkmal einer unvollendeten ausarbeitung an sich. Kant 6, 14; der vater hatte die zimmer - gefangenschaft zum strafenden merkmal ihres neins gemacht. J. Paul Tit. 3, 81;
vergebens! dasz in manchem lande
man dem tyrannen tempel setzt.
was werden solche denn zuletzt?
ein dauernd merkmahl seiner schande.
Drollinger 121;
kein merkmal bleicher furcht, kein wort der klage
entehrte meine königin.
Schiller Maria Stuart 5, 1;
Stauffacher. denn dieses ist der freien einzge pflicht,
das reich zu schirmen, das sie selbst beschirmt.
Melchthal. was drüber ist, ist merkmal eines knechts.
Tell 2, 2.
Zitationshilfe
„merkmal“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/merkmal>, abgerufen am 22.04.2019.

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