lästerer m
Fundstelle: Lfg. 2 (1878), Bd. VI (1885), Sp. 256, Z. 14
1)
einer der lästert, verunglimpft: vituperator lasterer, schender Dief. 624ᶜ; der lesterer, lesterig, der eim ein laster und schmaach auftricht oder zuͦlegt. Maaler 268ᵈ; das ich die schender und lesterer hören, und die feinde und rachgirigen sehen mus. ps. 44, 17; das spotten der lesterer wird nicht verborgen bleiben. weish. 1, 10; weder ... die lesterer, noch die reuber, werden das reich gottes ererben. 1 Cor. 6, 10 (variante die schelter); ein lesterer, oder ein trunkenbold. 5, 11 (goth. ubilvaúrds, aiþþau afdrugkja); denn es werden menschen sein, die von sich selbs halten, geizig, rhumretig, hoffertig, lesterer (goth. vajamêrjandans). 2 Tim. 3, 2;
du (teufel) bist ein rechter lügentichter,
ein lestrer bistu, nit ein richter.
Stephani geistl. action (1568) E 4ᵇ;
auf die unschuld schielt der verrath mit verschlingendem blicke,
mit vergiftendem bisz tödtet des lästerers zahn.
Schiller spazierg. v. 134;
aber der lästerer (Thersites) schalt mit lautem geschrei Agamemnon.
Ilias 2, 224.
2)
lästerer, ein schimpfname, mit welchem die fleischer die dorfschlächter belegen. Jacobsson 6, 422ᵃ.
Zitationshilfe
„lästerer“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/l%C3%A4sterer>, abgerufen am 23.05.2019.

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