kirchenrat m
Fundstelle: Lfg. 4 (1866), Bd. V (1873), Sp. 808, Z. 39
nl. kerkeraad, dän. kirkeraad.
1)
consistorium ecclesiasticum Stieler 1518, obere behörde zur leitung des kirchen- und schulwesens: denn also urtheilet unser kirchenrath. Opitz 4, 9; beide religionsparteien errichteten in mehreren städten eigene consistorien und einen eigenen kirchenrath. Schiller 837ᵇ. auch kirchenamt, kirchengericht, geistliches gericht genannt, meistens consistorium, der oberkirchenrath das oberconsistorium Adelung.
2)
einzelnes mitglied jener behörde (Steinbach 2, 220), oder ein selbstständiger beamter im kirchenwesen im rate des fürsten; auch als bloszer titel höherer geistlichen.
3)
in Süddeutschland die zusammenkunft der geistlichen einer diöcese oder eines landes zur beratung der kirchensachen, kirchenversammlung, synode. Adelung. Rädlein.
Zitationshilfe
„kirchenrat“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/kirchenrat>, abgerufen am 22.04.2019.

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