kanel m
Fundstelle: Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 160, Z. 41
betont kanél, daher auch kaneel, kanehl, zimmet, kannehl Stieler 928, kanel Kirsch; es ist noch nd., rhein.:
bring zucker und kanehl,
succat und ingwer auch.
Fleming, poet. wälder;
saurampfer, peterlin, salat im frischen öl
ist mehr ihm angenehm als saffran und kanäll.
Opitz 1, 157;
hast du zum apfelmus auch kaneel gestoszen im mörser?
Voss Luise 3, 1, 525.
im 15. 16. jh. nd. caneel, auch kneel, so noch ostfries. Stürenb. 101ᵇ (s. kneinlein), nrh. kanneil Dief. 119ᶜ. mnl. 'cinamum, caneel vel scorse (rinde) van canele'. hor. belg. 7, 17ᵇ, nnl. kaneel. engl. canel, franz. canelle, cannelle, span. port. prov. canela, mittelgr. κανέλλα. von ital. cannella, röhrchen, röllchen, von der form in der der zimmet im handel ist, schweiz. gánnale, gánnele f. mit bewahrung des ital. geschlechts, doch mit erzwingung deutschen tons.
känel m
Fundstelle: Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 160, Z. 57
canal, röhre, rinne, auch kännel, kenel, kennel und kannel, dann kandel, kändel, kendel, ferner känner, kenner, kaner, und kengel, alles formen in denen man dem früh eingeführten fremdworte deutschen leib gab. ahd. chánali, chánnali (noch nah an lat. canalis), mhd. kanel und kenel, auch schon kener. Nhd.
1)
känel, m. canalis Maaler 239ᶜ, hölziner känel dardurch das wasser flüszt, stylobata, känel und düchel darinn man wasser krumm härumb leitet, euripi; ähnlich Dasypod., auch wuͤstkänel cloaca. (dieser fisch) hat zwischen dem kopf und anfang der obern floszfeckten (s. 3, 1229 und floszfittich) des rückens ein känel oder höle. Forer 41ᵇ; weil auch in diesem bad (S. Verena bad in Baden im Aargau) das wasser nit oben herab durch die kenel fallet, sonder von unden auf quillet. Pantaleon Baden 74, wo von diesen keneln oft die rede ist. kenel, canalis, tachkenel imbrex Tobler 100ᵃ aus einem hs. vocab. des 15. jh., känel ist noch schweiz.
2)
mrhein. kennel rinne, bes. dachrinne Kehrein 220: kännel, trauf und lichtrecht. Frankf. ref. VIII, 3 § 2. 7 § 9. 12, also kännelrecht, recht die dachtraufe betreffend; s. vorhin tachkenel und kanal gleich dachrinne, auch die gemma gemm. erklärt imbrex mit canal. Alberus 'tubus, rhür, odder kennel; stylobatae hölzern kennel; canaliculatus, wie ein kennel gemacht'. auch bair. kännel (und kanen, als ob jenes demin. wäre) Schm. 2, 303. auch engl. kennel (mehr franz. channel). ohne umlaut kannel canalis Dasyp. 23ᵈ, 15. jh. kanel Dief. 94ᵃ: und sal Henne Luftenbrij .. den obirsten kannel (dachrinne) an dem vorgen. huse uʒleiden und in buwe halden. Frankf. archiv, währschaft v. 1397. so noch tirol. (auch kändl, kaner) Schöpf 301.
3)
mit d zwischen n und l (aus känl) kendel cannale, fistula. voc. ex quo Dief. 237ᵃ, noch bair.: kändl oder bretterrinne, in welcher das lab von der salzpfanne auf die labstube abrinnt. Lori bei Schm. 2, 303; kendlrisen, erdrisen, rinnen, gräben im bair. gebirge, in denen das holz zu thal geschafft wird. das.; rheinisch kendel, s. u.kändeln; daraus dann kengel, s. d. wieder auch ohne umlaut kandel Dief. 94ᵃ, so noch schwäb., rhein., s.kandelunrat.
4)
mit -er für -el (wie hess. kesser für kessel, s. auch körpel, kerker und gramm. 2, 119): ain kaner, canale. voc. ex quo, Dief. 94ᵃ, so noch tirol.; kener schon bei Nicolaus von Straszburg: der bîhter (beichtvater) ist ein kener (hs. kainer) durch den daʒ sacrament fliuʒet ûf üns ... reht als ob ein brunne wære von dem drîe kener giengen, und kæmen wir dar mit unsern vaʒʒen und wolten waʒʒer schöpfen. entriuwen! kunde ich mîn vaʒ wol eben enmitten under den kener gesetzen, eʒ wirt vol in eime ougenblicke. myst. 1, 284. in Oberschwaben känner, kähner, aber auch kähnel, m. dachrinne. Schmid 304: ein gemeine tachrinn oder kener. würt. bauordn. 1654 38. in der nordöstl. Schweiz käner Stalder 2, 84. chenner, rinne, offner kanal Tobler 100ᵃ, bei den bergleuten (gebirgsbewohnern) ein rinnsal das bei guter witterung trocken ist.
5)
nrh. ward aus kanele, kanle 'kalle' dachtraufe, s. d.
Zitationshilfe
„kanel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/kanel>, abgerufen am 20.06.2019.

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