himmeln verb.
Fundstelle: Lfg. 6 (1873), Bd. IV,II (1877), Sp. 1347, Z. 18
seit dem 17. jh. in verschiedenen bedeutungen.
1)
zum himmel streben: sursum corda! himmelt ihr herzen! so wurde den gästen Jesu bei dem abendmahl in den uralten kirchen zugerufen. Otho 1265. Göthe hat das wort noch in scharf sinnlicher bedeutung:
fische sie wimmeln da,
vögel sie himmeln da.
40, 382.
2)
in den himmel kommen: hastu nicht mit gelitten, so kanstu nicht mit himmeln. Lehmann 1, 851; und hieran angeschlossen, als halb scherzhafter ausdruck für sterben: es were ihm leid, dasz sein vater so gehlingen gehimmelt hette. Zinkgref verm. schulbossen; meines vatern schwester tochter hat einen reichen kaufmann geheirathet, mit ihm aber in 6. jahren nicht mehr als 9. kinder gezeuget, 2. haben gehimmelt. Günther 999;
und scharrt, solt ich einmal himmeln,
meinen leib in toback ein.
Amaranthes prob. der poesie (1710) 473;
noch jetzt volksmäszig, z. b. in Schwaben Schmid 278; in Holstein transitiv henhimmeln, einen aus der welt hinaus in den himmel hinein kurieren. Schütze 1, 229.
3)
in neuern quellen von einem verklärten ausdrucke des gesichtes: ein stilles lächeln .. schien über ihre verklärte miene zu himmeln. vergib mir das vielleicht neue wort. Benzel-Sternau das goldene kalb (2. aufl.) 3, 81; das particip himmelnd, mit verächtlichem nebensinne von einer gesucht-verklärten miene: diesen kranz hagerer gestalten mit dem ausdruck himmelnder empfindelei und madonnenhaften schmachtens in den spitzen gesichtern. Schweichel Jura u. Genfersee 227.
4)
das particip gehimmelt, nach himmel II spalte 1341, mit einem himmel, einer oberdecke versehen: item von einer gemeinen gehimmelten bettladen, gefirnest 5 flor. taxordnung zu Frankfurt a. M. von 1623.
Zitationshilfe
„himmeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/himmeln>, abgerufen am 19.10.2019.

Weitere Informationen …