harke, harke, harken f.m
Fundstelle: Lfg. 2 (1869), Bd. IV,II (1877), Sp. 478, Z. 65
1)
rastrum, rastellus, ein auf den norden Deutschlands beschränktes wort, im süden und dem westlichen Mitteldeutschland durch rechen ersetzt; verwandt erscheint engl. harrow, dän. harv egge. tractula harke Diefenb. 591ᵃ; niederrhein. arpica herck 208ᶜ; Stieler 1570 verzeichnet die hark rastrum, ebenso Steinbach 1, 700 die harke; jeder blieb mit seiner harke, oder was er sonst in der hand hatte, stehen. Miller Siegwart 1, 42; auch niederdeutsch die harke fem. Dähnert 176ᵇ, de hark Schütze 2, 104, wonach franz. herque râteau de fer (Littré 1, 2015ᵃ) entlehnt ist;
hinten im dörflichen prunk ein unabsehbarer aufzug,
schlagend die sens und die harke zum kräftigen marsche der bläser.
Voss Idyll. 4, 148;
drum, liebe wolke, lass
in ruh ihr falbes gras
mit harken in den händen
die flinken mägdlein wenden.
17, 88;
während Göthe nach düringischer weise der harken braucht:
hab genug getragen den weiszen harken.
11, 117.
Sprichwörtlich ich werde dir zeigen was eine harke ist, spöttisch, werde dir eine an sich einfache sache klar machen; dem entspricht in Holstein he kennt de hark nig, von einem der sich im vaterlande fremd zu sein geberdet. Schütze 2, 104 knüpft diese redensart an die erzählung von einem in der fremde gewesenen bauerssohn an, der das so oft gebrauchte instrument nicht eher wieder erkannte, als bis es ihm gegen die nase schlug.
2)
harke in den hüttenwerken ein harkenähnliches werkzeug, zum hereinziehen der kohlen in das schienfasz. Jacobsson 2, 219ᵇ; an der elektrisiermaschine ein ebenso geformter theil des conductors. 6, 37ᵇ; in den spielbanken ein gerät, womit der einsatz der spieler eingezogen wird.
Zitationshilfe
„harke“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/harke>, abgerufen am 21.09.2019.

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