grazil adj.
Fundstelle: Lfg. 14 (1958), Bd. IV,I,V (1958), Sp. 2252, Z. 45
zierlich, zart. seit dem 19. jh., zunächst, wie schon mnl. gracelijc 1, nl. gracelijk 1 (Verwijs-Verdam 2, 2088; woordenboek 5, 531), aus lat. gracilis und in der schreibung gracil, medizin. fachsprachlich von zarten knochen: ein sehr graciles schenkelbein von einem abgelebten menschen; es wiegt 4 unzen Sömmerring menschl. körper (1839) 2, xciv; vgl. 4, 661. in allgemeinem sprachgebrauch und erweiterter anwendung kaum vor 1900, und dann wohl im anschlusz an das seit der 2. hälfte des 19. jhs. sprachläufige fr. gracile, jetzt meist in der schreibung grazil und in gehobenem gebrauch für 'zart gebaut, schmal, zierlich': diese kleinen grazilen tänzerinnen (1907) Rilke br. 1 (1950) 201; alle grazil gebauten herrenmenschen Bartsch Hannerl (1913) 23. gelegentlich scheint sich ein sachlich und lautlich naheliegender einflusz von graziös (s. d. 2) her geltend zu machen: dasz eine frau, einmal in eine solche toilette verpanzert wie ein ritter in seine rüstung, nicht mehr frei, schwunghaft und grazil sich bewegen konnte Stefan Zweig welt v. gestern (1947) 92.
Zitationshilfe
„grazil“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/grazil>, abgerufen am 24.08.2019.

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