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Fundstelle: Lfg. 13 (1958), Bd. IV,I,V (1958), Sp. 1965, Z. 27
1) von lebewesen. besonders von grasfressenden tieren im gegensatz zu fleischfressenden: in dieser masse (von ton, steinen usw. in knochenhöhlen) liegen häufig viele knochen von raubthieren und grasfressern Oken allg. naturgesch. (1839) 1, 641; zuweilen ist etwas regen oder thau auf einer wiese hinlänglich, um die eier eines wurmes zu erhalten, die nur von grasfressern verschluckt werden können Baer reden u. versch. aufs. (1864) 1, 175; die milch der fleischfresser ist bedeutend concentrirter als die der grasfresser Muspratt chemie (1888) 5, 1455. anders, etwa im sinne von grünfutterverbraucher: höchstens ein dutzend kühe sind brauchbar, die andern unnütze grasfresser G. Freytag ges. w. 5 (1887) 21. auch von menschen, sofern sie sich ganz oder zum teil von gemüse und anderer pflanzenkost ernähren: ich sollte meinen, wir (menschen) könnten es hoffen, mit der zeit ... gar keine grasfresser mehr sein zu dürfen d. schles. landwirth (1771) 2, 9. meist spottend; im hinblick auf das den Russen unbekannte salatessen der Deutschen: ja, Waszilij, dann soll der deutsche grasfresser mit schande über die grenze gepeitscht werden Gaudy s. w. (1844) 17, 94. ähnlich: bei den grasfressern (den Sachsen) da drüben in der gefangenschaft hab ich den oberst Hagen getroffen H. Laube ges. schr. (1875) 14, 79. von einem vegetarier: da der mann als Engländer, sozialist, doktor und familienvater lebt, so musz man ihm zugute halten, dasz er seit sieben jahren teetotaler (abstinenzler) ist und sogar gelüste verspürt, Struvescher grasfresser zu werden (1851) Fr. Engels briefw. (1913) 1, 229. bildlich im anschlusz an Jes. 40, 6; vgl.gras I B 3 b: denn hie sihestu, das nach Caiphas oder Hannas noch die phariseer und schrifft gelerten Christo folgen und das wunderzeichen (die speisung der fünftausend) sehen, sondern verachtens, sie sind gras und grase fresser Luther 17, 2, 225 W. 2) die beziehung des wortes auf einige pflanzen wird darin begründet sein, dasz diese den graswuchs beeinträchtigen. für das sumpfläusekraut, pedicularis palustris L. Holl pflanzenn. 219ᵃ. mehrmals im alem. bezeugt; besonders für die wegericharten plantago major und media L. Fischer schwäb. 3, 798; 6, 2064; ferner für den wachtelweizen, melampyrum arvense L. (auch cristatum und pratense) ebda 6, 2064 und für den klappertopf, alectorolophus Böhmer ebda; für diesen auch ostfries. grasfräter Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 189. —
Zitationshilfe
„grasfresser“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/grasfresser>, abgerufen am 16.10.2019.

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