gleichgültig adj
Fundstelle: Lfg. 10 (1948), Bd. IV,I,IV (1949), Sp. 8105, Z. 51
zusammensetzung von gleich als masz- (s. gleich II A 3) und gültig als wertbegriff (s. gültig B), vgl. auch gelten 8 f, teil 4, 1, 2, 3081 f.; zuerst 1603 zu belegen (s. u.A 1), in getrennter schreibung bereits 1572 (s.u. A 2). zum nebeneinander der bildungsechten und weit gebräuchlicheren form gleichgültig und der wohl an die -i-formen von gelten angelehnten, vor allem md., sporadisch aber fast auf dem gesamten sprachboden begegnenden form gleichgiltig sieh die ausführliche zusammenstellung unter gültig sp. 1085; vereinzelt steht gleichgieltig mit länge: etwas gleichgieltiges Chr. Wolff ged. v. d. menschen thun u. lassen (1720) 632. schweiz.-schwäb. ist gleichgeltig (s. d.) als ableitung zu gelte, f.; md. gleichgüldig (s. güldig unter gültig sp. 1085) nur vereinzelt: Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 3 (1643) 145. in der mundart führt das wort, soweit bezeugt, nur ein aus der schriftsprache geborgtes leben, s. Fischer schwäb. 3, 687; Martin-Lienhart elsäss. 1, 218ᵃ; rhein. wb. 2, 1269; Müller-Fraureuth obersächs. 1, 425ᵃ; Mensing holstein. 2, 391; Flemes Kalenberg 337; Deiter Hastenbeck 124.
A.
als positive bezeichnung gleichen wertes, gleicher geltung und bedeutung im vergleich verschiedener gröszen untereinander. in allgemeinem gebrauch vom frühen 17. bis ins späte 18. jh nicht selten, später nur noch vereinzelt (s. u. 4). während im übrigen die jüngeren bedeutungen B und C fast das gesamte leben des wortes an sich ziehen, vgl.: 'gleichgültig heiszt besser gleichgeltend, wenn davon die rede ist, dasz zwei oder mehrere dinge gleichen werth oder gleiche bedeutung haben' Heynatz antibarb. 2 (1797) 65.
1)
'gleichwertig', an stelle dieses literarischrerst im 19. jh. aufkommenden wortes (s. gleichwertig), wie gleichgeltend (s. d. 1, 2), gleichwichtig (s. d. 2), gleichwürdig (s. d. 3) im 17. und 18. jh.
a)
auf reale sachwerte bezogen: cautiones, die durch güter bestalt sein, können auf den notfall durch gleichgültige güter ausgewechselt werden (1603) in: dtsch. rechtswb. 4, 931; die köstlichste und dem golde gleichgültige leinwand Lohenstein Arminius (1689) 2, 320; (ein gemeinnütziger bürger anerbietet unentgeltlich) platz zum kirchhof, wo es nötig ist, statt dessen gleichgültiges (1701) in: schweiz. idiot. 2, 290; man saget, es habe uns einer eine sache geliehen, wenn er gleich an statt derselben etwas gleichgieltiges (zurückerstattet) haben wil Chr. Wolff gedancken v. d. menschen thun u. lassen (1720) 632; welch ein unterscheid ist zwüschen dem Zürich-wein und dem süszen italiänischen und gleichgültigen? (1741) in: schweiz. idiot. 2, 290. gleichgültige münze, auf den metallwert wie den kurswert zielend: gleichgültige müntz moneta equivalente M. Kramer teutsch-ital. (1700) 1, 534ᶜ; grosche, ist der nahme einer nicht aller orten gleichgültigen müntze Zincke allg. öcon. lex. (1744) 993; 'gleichgültige münze, welche einerley werth und cours hat' Adelung vers. 2, 710; nach Campe 2 (1808) 398ᵃ dafür besser gleichgeltende münze, s. auch Sanders synonym. (1871) 455 und gültig B 1, teil 4, 1, 6, 1087.
b)
auf innere werte und persönlichen rang bezogen, neben gleichgeltend (s. d. 2):
wird aber dieser thon gleichgültig ihrem seyn?
vnd werd ich mit der zeit anstimmen auch so rein?
S. v. Birken forts. d. Pegnitzschäferey (1645) 25;
das griechische wort (ἰσότιμον 2. Petr. 1, 1) hat einen nachdruck in sich, und heist so viel, als ein glaube von gleichem werth, gleichgültig Chr. Scriver seelenschatz (1737) 1, 257ᵃ; auf der welt ist ja nichts, welches mir ihn gleichgültig ersetzen kan Lohenstein Arminius (1689) 2, 1138ᵃ; dasz es dem Augustino gleichgültige, hochgeachtete zeugen seien, ist mir sehr argwönnisch (zweifelhaft) (1695) in: schweiz. idiot. 2, 290. vor allem 'einem andern wert entsprechend, ihm angemessen, seiner würdig', wie gleichwichtig 3, gleichwürdig 3 und vereinzelt gleichständig 4: (ein haus) welches seiner göttlichen majestät gleichgültig, vnd seiner einwohnung wirdig Nürnberger bibel (1662) zu 2. chron. 2, 6; dasz sie sich alsdann erst vor recht vergnügt schätzen wolte, so sie würdig wäre, ihre (der schauspieler) ruhmwürdige qualitäten (eigenschafften und geschicklichkeiten) mit gleichgültigem lobe zu beehren jungfer Robinsone (1724) 38; desselben hochschätzbare beschreibung weis ich mit gleichständigen dankworten, noch weniger mit gleichgiltiger dinstleistung keines weges zu erwidern Butschky kanzelley (1659) 163; eine gleichgültige genugtuung geben donner une satisfaction equivalente Chr. Schwan nouv. dict. (1783) 1, 765ᵇ. von dem, was gleichen gültigkeitsanspruch erheben darf: aus gesetzen oder damit gleichgültigen gewohnheits- oder observanzrechten Joh. Steph. Pütter entw. e. jur. encyclop. (1757) 38.
2)
'gleichbedeutend' vom wortsinn. neben gleichdeutig, gleichgeltend und dem später allein gültigen gleichbedeutend zur bezeichnung sowohl der vollen begrifflichen übereinstimmung wie der synonymen verwandtschaft von wörtern, vgl. noch getrennt: dann drachma und denarius bey jnen (den alten) in einem werth seind, und ist kein andre vnterscheid darzwischen, dann das drachma ein griechisch vnd denarius ein lateinisch wörtlin ist, doch sonst gleich gültig Simon Roth (1572) e 6ᵃ:
... der Griech mit sein gleichgültig worten (avec ses synonymes),
seinen zusätzen keck und gleichnüsz aller orten
Tobias Hürner d. andere woche (1622) 265;
nun wird aber in der hochdeutschen ... mundart sonsten die particula äver, allezeit vertauschet mit den gleichgültigen über oder ober J. Prätorius philos. colus (1662) vorr. 3; habe ich ... auch überall die synonima oder gleichgültige wörter ... beygefüget J. Balth. v. Antesperg auszug aus d. dt. schul- u. canzeleywb. (1738) 1, a 3ᵇ; gleichgültige wörter in sprachen zu finden, dünket manchem leichter, als es in der that ist Gottsched anmuth. gelehrsamk. (1751) 8, 698; lustig und heiter, sind gleichgültige worte Chr. F. Weisze lustsp. (1783) 1, 90; epigrammata, idyllia, eclogae, waren völlig gleichgültige benennungen Lessing 11, 257 M. erweitert auch, um den gleichen sinn von aussagen, gedanken u. ä. zu bezeichnen: welche meinung und interpretation er (der erzbischof) zwar ... mit andern aber gleichgültigen worten zue sechs vnterschiedenen malen wiederholete (1620) acta publ. 3, 302 Palm; hat es den buchstaben nach nicht die art, welche es haben soll, so kan man es mit andern gleichgüldigen gedanken ersetzen und auswechseln Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. 3 (1643) 145; in diesen exempeln sehen wir, dasz die über der ersten und 3 ten note hier gleichgültige, oder beyde erhöhende signaturen ... zweyerley dinge angeben Heinichen generalbasz (1728) 116.
3)
seltener im rahmen mathematischer maszbestimmung: so gehet der österreichische gebrauch der visierruthen nicht anderst recht an, es seyen dann die fässer einander ähnlich, oder ob sie einander nicht ähnlich, dasz doch sonsten die faszformen vndereinander gleichgültig seyen (1616) J. Kepler opera omnia 5, 573 Frisch. gleichgültige brüche 'brüche gleicher grösze': 'gleiche oder gleichgültige brüche, fractiones aequales sive aequivalentes, ingleichen similes, diejenigen, derer zähler zu ihren nennern einerley verhältnisz haben; als hier 25⁄125 und 5⁄25 oder 3⁄6 und 4⁄8' Chr. Wolff mathem. lex. (1747) 246.
4)
ganz allgemein und in verschiedenen, auch jüngeren anwendungen von dem, was gleiche geltung, gleiche gültigkeit besitzt, oft im sinne von 'gleichförmig, gleichmäszig': Solon hat ... ihnen (den Athenern) ... gesäzze ... zu geben, versprochen, so allen annehmlich, und gleichgültig seyn solten Butschky Pathmos (1677) 107; sowohl wegen unser eigentlichen rechten als auch allgemeinen nuzen, erhaltung und gleichgültiger rechtsbeförderung aller innsassen (um 1755) österr. weist. 11, 84; wurden beide namen (Amenophis und Amenophthis) gleichgültig von denselben personen gebraucht W. v. Humboldt ges. w. (1841) 4, 317. im blick auf einen bestimmten zweck oder gesichtspunkt 'gleich fähig, gleich geeignet': die fähigkeit eines neugebohrnen kindes ist zu allem gleichgültig. man kann aus ihm machen was man will Gottsched vers. e. crit. dichtkunst (1751) 126; dieser fall (dasz manche tiere verlorene gliedmaszen wieder ersetzen können) kann jedoch nur bei geschöpfen, deren glieder gleichgültig sind, wo eins in die wirkung und würde des andern nachrücken kann, eintreten Göthe II 8, 86 W. naturwissenschaftlich in der bezeichnung solcher fälle, die sich unter einem bestimmten blickpunkt völlig gleich verhalten, vielleicht schon unter dem einflusz der bedeutung B 'ohne bedeutung, ohne belang': in ansehung dieser (der attraktion des hauptplaneten) sind alle richtungen gleichgültig Kant s. w. 8, 289 Hartenstein; der raum an sich umgibt jedes atom gleichförmig von allen seiten, und kein punkt dieser gleichgiltigen ausdehnung besitzt einen vorzug vor den andern H. Lotze mikrokosmus (1856) 1, 39. ähnlich von gleichem zustand oder gleichem verhalten in der beziehung auf zwei verschiedene oder entgegengesetzte gröszen: dieselbe (d. i. die schale) ist vor luft und himmelszeug (äther) weder leer noch voll, sondern fast gleichgültig: und dahero gantz wercklosz ... bestehet aber fürnemlich aus erde und wasser. der kern aber beweiset seine schwängerung mit mercklichen würckungen (von der zusammensetzung der elemente) Chr. A. Knorr v. Rosenroth pseudodoxia (1680) 230; indem er nur annimmt, dasz sich die körper zur ruhe und bewegung gleichgültig verhalten (statt zu erkennen, dasz sie zur ruhe mehr als zur bewegung neigen) Dusch verm. w. (1754) 41. 'neutral, ruhend, ohne polare spannung': das eisen kennen wir als einen besondern von andern unterschiedenen körper; aber es ist ein gleichgültiges ... wesen. wie wenig aber bedarf es, und die gleichgültigkeit dieses körpers ist aufgehoben. eine entzweiung geht vor Göthe II 1, 296 W.
B.
'ohne wert, ohne bedeutung, ohne belang'. die bedeutungsverschiebung gegenüber A, mit der gleichgültig den unter A synonymen wörtern wie gleichgeltend, gleichwertig, gleichbedeutend gegenüber ein selbständiges leben gewinnt und zugleich der gebrauch C sich vorbereitet, läszt in fällen wie es ist gleichgültig, ob ... oder ... (s. u. 1 a γ, b γ) oder in den häufigen fällen, wo das als gleichgültig bezeichnete ganz allgemeinen, viele möglichkeiten einschlieszenden charakter trägt, die herleitung aus dem gebrauch A noch ganz deutlich erkennen, insofern es bei dingen oder vorgängen von gleichem wert ohne bedeutung ist, ob das eine oder das andere gewählt wird, dieses oder jenes eintritt. dieser gebrauch beginnt im ersten drittel des 18. jh. literarisch zu werden, doch gehört als lexikalische bezeugung vielleicht schon hierher (wenn nicht zu 3): mittelgültig sive gleichgültig adiaphorum, indifferens Stieler stammb. (1691) 683.
1)
prädikativ, entsprechend der schon früh formelhaften verbindung es gilt (mir) gleich neben es ist (mir) gleich, s. gleich II C 1 und gelten 8f, teil 4, 1, 2, 3081f.
a)
im sinne objektiver feststellung: etwas ist gleichgültig 'unerheblich, bedeutungslos', nur vereinzelt auch in anderer verbalverbindung.
α)
auf ein einzelnes subjekt bezogen: etwas (bestimmtes) ist gleichgültig, in solchen fällen, die viele möglichkeiten einschlieszen: der rath (d. h. die versammlung) war nothwendig, aber der ort wo, war sehr gleichgültig Bodmer abhandl. v. d. wunderbaren (1740) 97; da man nicht nach köpfen stimmte, sondern nach städten, so war die zahl der ... abgeordneten ziemlich gleichgültig Raumer gesch. d. Hohenstaufen (1823) 5, 144; die wahl der angebeteten dinge ist jedoch nicht gleichgiltig O. Peschel völkerkde (1874) 258. meist jedoch auf einen bestimmt begrenzten fall bezogen: ich vermuthe, dasz er (der inhalt des briefes) sehr gleichgültig seyn wird Lessing 2, 279 M.; druckfehler von geringerer erheblichkeit ..., die aber in einem gedichte wie das gegenwärtige, am wenigsten gleichgültig seyn können Gerstenberg rezensionen 257 lit.-denkm.; dasz der text ziemlich gleichgültig, ja dasz zu einer oper auch der schlechteste text gut genug sei W. H. Riehl musikal. charakterköpfe (1899) 2, 375; du glaubst gar nicht, wie gleichgültig legitimitätsfragen sind. natürlich den erbschaftspunkt abgerechnet Fontane ges. w. I 4, 67. mit präpositionaler bestimmung, um einen besonderen sachlichen oder persönlichen blickpunkt festzulegen: alles diesz besondere (in der religion) ist im besten fall ebenso unzugänglich für unsern verstand, wie gleichgültig für die sittliche bestimmung Justi Winckelmann (1866) 1, 64; ihr (Bettine v. Arnims) werk ist schön durch pietät, und nicht gleichgültig für die nation Varnhagen v. Ense tageb. (1861) 2, 7. in anderer verbalverbindung: die völcker von norden ... hielten ihn (den tod) nicht nur für gleichgültig, sondern sie stürtzten sich mit freuden darein d. discourse d. mahlern (1721) 1, 4.
β)
auf die aussage eines verallgemeinernden satzes bezogen: es ist aber hier oft sehr gleichgültig, wo man ein solch strichlein hinsetzen soll Gottsched dtsche sprachkunst (1748) 61; zum verständnis Homers sei es gleichgültig, welche entstehungsart man beliebe (betreffs der Sirenen) J. H. Voss antisymb. (1824) 1, 283; in der that war es gleichgültig, was in dieser beziehung versprochen oder gethan werden mochte Ranke s. w. (1867) 14, 53; es seien alle diese kuppen ziemlich gleichhoch und gleichgiltig, welche davon man besteige H. v. Barth Kalkalpen (1874) 107; es war ... allerdings nicht gleichgültig, dasz sich Deutschland herabwürdigte, bedientenmäszig die abgetragenen kleider der Franzosen anzuziehen Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 2, 201.
γ)
es ist gleichgültig, ob ... oder ...: ob mit recht oder unrecht, ist gleichgültig D. Fr. Strausz ges. schr. (1877) 3, xx; es wäre gleichgültig, ob wir beide ein biszchen früher oder später unglücklich würden G. Keller ges. w. (1889) 1, 149; ob man mit vierzig oder achtzig jahren stirbt, ist für die meisten menschen gleichgültig. auch ob du not leidest oder im gelde schwimmst, hat für unser eigentliches wohl nichts zu bedeuten, denn dies alles ist doch nur durchgang A. Winnig d. weite weg (1932) 301. ähnlich: es mag nun diese kraft ein von materie und geist verschiedenes weesen seyn oder nicht ..., disz ist izo ganz gleichgültig Schiller 1, 78 G. auch in eingliedriger form, wenn das zweite glied als blosze verneinung zu ergänzen ist: es ist ganz gleichgültig, ob dieser schwarze grund auch einigermaszen erleuchtet sei Göthe II 2, 24 W.; dasz es für das einschreiten im dienststrafverfahren gleichgültig sein musz, ob der beamte das dienstvergehen in einem früheren beamtenverhältnis begangen hat Triloff reichsdienststrafordnung (vom 26. 1. 1937) 13.
δ)
in verkürzender aussage: seltsame, nie zu berechnende wege, welche die liebe zuweilen einschlägt ... um jeden, der ihr widerstrebt, der vor ihr flieht, gleichgültig ob zu seinem wohl oder verderben, mit ehernen banden zu fesseln! Mörike ges. schr. (1905) 3, 73; darf ich ew. durchlaucht ... unterthänigst um einen kleinen beitrag bitten, um eine skizze, gleichgültig welcher art ...? fürst Pückler briefw. u. tageb. (1873) 6, 11; herr wirt! sofort einen wagen nach Kempten. was kostet er? —fünfzehn gulden. —gleichgültig! nur schnell anspannen Karl v. Tanera erinn. e. ordonanzoffiziers (1908) 1, 2. syntaktisch ungewöhnlich: dasz diese kenntnis unter diejenigen sätze gehöre, die man gleichgültig wissen oder nicht wissen darf A. G. Kästner verm. schr. (1755) 1, 3.
b)
in subjektiver einschränkung, durch die das als gleichgültig bezeichnete an das besondere empfinden oder werturteil einer bestimmten person gebunden bleibt.
α)
auf ein einzelnes sächliches subjekt bezogen: jemandem ist etwas (bestimmtes) gleichgültig:
damit ein allgemein gleichförmigs einerley
dem herzen nicht gleichgültig sey ...
so zieren schön geformt und schön gefärbte düfte
das unermessne feld der reinen lüfte
Brockes ird. vergn. 2 (1727) 3;
in sich selbst bemerckt er (der künstler), dasz je näher ihm die gegenstände kommen, je mehr er davon gerührt wird, und je weiter sie von ihm entfernt sind, je gleichgültiger sie ihm werden Ramler einl. in d. schönen wiss. (1758) 1, 75; das theater überhaupt wird mir von tage zu tage gleichgültiger Lessing 17, 407 M.; die nachricht war mir ziemlich gleichgültig Göthe I 19, 26 W.; ich fordere ihn zum zweikampf heraus und die waffe soll mir ganz gleichgültig sein H. Seidel vorstadtgesch. (1880) 68; im anfang überraschen sie (die Dolomiten), nachher werden sie uns gleichgiltig und zuletzt langweilig L. Steub drei sommer in Tirol (1895) 2, 83; 'was hast du gegen meine heirath? es ist mir zwar ganz gleichgültig, aber ich will es wissen!' M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 4, 19.
β)
auf eine oft verallgemeinernde satzaussage bezogen: alle ... können demnach versichert seyn, dasz es mir sehr gleichgültig, was sie von mir und meinen anmerkungen urtheilen werden Liscow s. satir. u. ernsth. schr. (1739) 5; was den vätern zuerst ein abscheu und gräuel war, wird den kindern durch übung leidlicher, dann gleichgültig, endlich sogar lieb E. M. Arndt schr. für u. an s. l. Dtschen (1845) 2, 37; wie die welt gehe, war ihm sehr gleichgiltig W. v. Polenz Grabenhäger (1898) 1, 239; es wird ihm (gott) nicht gleichgültig seyn, wenn man seelen in seinen händen mordet! Schiller 3, 467 G.; dasz ... beyde so wie ich das licht der welt in Wien erblickten, kann ihnen so gleichgültig seyn, wie es mir ist v. Ayrenhoff s. w. (1814) 10, 22; sie (anrede), dem es ... gleichgültig ist, wohin und wozu er seinen weg richtet Göthe I 24, 213 W.; es ist ihm für den augenblick gleichgültig, wohin er geht, weil jeder schritt zwecklos ist W. Schäfer erz. schr. (1918) 4, 284. selten mit abhängigem infinitiv: ich, dem es nicht so gleichgültig ist wie ihnen, den geliebten gegenstand zu verlieren, bin nicht so hitzig ... den korb anzunehmen Mozart bei O. Jahn Mozart (1856) 3, 151. statt der subordinierenden satzordnung gelegentlich auch koordinierend: aber hört, madonna, euch kanns gleichgültig seyn —gebt mir lieber das führerlohn gleich hier Gaudy s. w. (1844) 13, 143.
γ)
es ist jmd. gleichgültig, ob ... oder ...: es war mir gleich viel oder gleichgültig, ob ich in dieser oder jener art karten spielete Greifswalder crit. vers. 1 (1741) 126; es konnte der nation nicht gleichgültig sein, ob das reich in Italien wieder etwas zu bedeuten haben würde oder nicht Ranke s. w. (1867) 2, 244; es ist uns auch ganz gleichgültig, ob die stadt sich ein rathaus baut oder eine markthalle Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 7, 55. mit ersparung des zweiten, negierenden gliedes: ob du von einem grafen abstammest, wie eine dumme betrügerin dir vorgeschwatzt, ist mir höchst gleichgültig Holtei erz. schr. (1861) 1, 31. in infinitivischer abhängigkeit: wie mir ... die briefe ... in die hände gerathen, kann dem publico zu wissen oder nicht zu wissen, sehr gleichgültig seyn Lessing 8, 3 M.
δ)
formelhaft: dem schläfrichen Wilhelm war alles gleichgültig Miller Siegwart (1777) 1, 142; 'das ist mir alles egal' wofür es aber gemildert heiszt, 'das ist mir alles gleichgültig' Varnhagen v. Ense tageb. (1861) 6, 145; is mir alles ganz gleichgiltig G. Hauptmann Rose Bernd (1904) 13. nur mundartlich: mir warsch doch wie e biszchen gleichgiltg (unwohl) geworden in mein magen (bei beginnender seekrankheit) Müller-Fraureuth obersächs. 1, 425ᵃ.
ε)
in der beziehung auf ein persönliches subjekt: einer ist einem andern gleichgültig, gelegentlich auch in anderer verbalverbindung, zur bezeichnung eines menschlichen verhältnisses, das weder von liebe noch von hasz, weder von zuneigung noch abneigung bestimmt ist und darum jeder engeren gefühlsbeziehung entbehrt: musz denn der mensch eines von beiden, hassen oder lieben? gleichgültig wollen wir einander bleiben Lessing 2, 51 M.; ein ... fehler, der der wirkung des trauerspiels dadurch, dasz er die Sara uns gleichgültiger macht, sehr schwächen ... musz! Dusch verm. schr. (1758) 58;
sie (der könig) waren
ihm (Posa) nicht gleichgültig
Schiller 5, 2, 418 G.;
arbeiter und bauern sind einander gleichgültig W. H. Riehl d. dtsche arbeit (1861) 262; im grunde war ihm der säufer und herumstreicher gänzlich gleichgültig ... gewesen Hans Grimm volk ohne raum (1926) 1, 59.
ζ)
speziell in erotischem sinne, s. auch u. 2 b α. vgl. schon, noch in getrennter schreibung, und vielleicht noch im sinne von A 'gleich wert' empfunden: denn alle damen waren ihm biszhero gleich gültig gewesen Hunold d. europ. höfe liebes- u. heldengesch. (1709) 49. im übrigen unmittelbar als bezeichnung erotischer unempfindlichkeit: das schöne geschlecht war ihm gleichgültig Schiller 4, 197 G.; er strengte sich offenbar an und wollte sich zwingen, Eva liebzugewinnen. die folge war, dasz ihm die grosze person, die seinem herzen bisher gleichgültig war, zuwider wurde Melch. Meyr erz. aus dem Ries (1868) 1, 51; dieser umschwung kam allmählich, führte aber dahin, dasz ihm das mädchen und ihre briefe schier gleichgültig und schlieszlich lästig wurden A. Winnig frührot (1933) 385. besonders in negativer umschreibung für eine positive erotische empfindung:
ich mercke, das ihr blick mir nicht gleichgültig ist,
wann sie ihr blitzend aug halb öffnet und halb schlieszt
H. v. Hoffmannswaldau u. a. Deutsch. ged. 7 (1727) 24;
es ist ihnen gewisz nicht entgangen, dasz mir die frau nicht gleichgültig ist K. Meisl theatral. quodlibet (1820) 6, 136; der junge mann reiste traurig ab, nicht aber ohne eine leise hoffnung im innersten grunde seines herzens zu hegen, dasz er der gräfin Ida doch nicht ganz gleichgültig sei Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 1, 84.
c)
auf der grenze zu C steht ein gelegentlicher gebrauch, in dem die persönliche konstruktion jmd. ist gleichgültig die unpersönliche es ist jmd. gleichgültig vertritt: wenn ... dieselbe erkenntnisz zugleich als bedingung anderer erkenntnisse angesehen wird, ... so kann die vernunft ganz gleichgültig sein, wie weit dieser fortgang sich a parte posteriori erstrecke Kant s. w. (1838) 2, 302; diejenige stimmung des gemüths, welche gleichgültig ist, ob das schöne und gute ... existire Schiller 10, 217 G.; darum meinte ich, die stadt werde nicht gleichgültig sein, wenn das gut ihrer bürger zu grunde gehe G. Freytag ges. w. (1886) 11, 20.
2)
attributiv oder substantiviert.
a)
als objektiver begriff, wenn auch nicht immer scharf gegen den subjektiv eingeschränkten gebrauch b abzugrenzen.
α)
in verschiedenster anwendung und in mancherlei bedeutungsabschattungen. 'unbedeutend, unwichtig, uninteressant, belanglos', von dem, worauf es nicht ankommt: nichts ist unerträglicher, als gleichgültige figuren mitten auf einem gemälde, besonders musz es keine müszigen figuren darinnen geben, die an der haupthandlung keinen theil nehmen J. A. Cramer d. nord. aufseher (1758) 3, 176; besonders machte es mir spasz, an stelle einer allzu gleichgültigen mittelperson ein paar originale aus dem leben zu bringen Mörike ges. schr. (1905) 3, 94; ich habe nichts dagegen, dasz man sich einen solchen fetisch aufstellt, zur erinnerung an manches unerwartete gute, an bedeutende folgen eines gleichgültigen umstandes Göthe I 25, 57 W.; diese sentenzen mit einer gleichgültigen aktion, mit einernichts als schönen bewegung des armes begleiten, würde weit schlimmer seyn, als sie ganz ohne aktion hersagen Lessing 9, 199 M.; doch waren übrigens die an ihn gerichteten briefe gleichgültigen inhalts, und kein einziger führte mich auch nur mit einer silbe ein in seine näheren lebensverhältnisse E. T. A. Hoffmann s. w. 2, 57 Gr.; die an sich ästhetisch gleichgültigen, von anatomen ... festgestellten proportionen Justi Winckelmann (1866) 2, 1, 289; dort wurde ich an einem gleichgültigen tage wenige jahre vor den siegen Deutschlands über Frankreich und der errichtung des deutschen kaiserreichs geboren. ich nenne den tag meiner geburt gleichgültig, weil es mich von je nicht kümmerte, unter welchem stern ich geboren sein könne Rud. Binding erlebtes leben (1928) 9. substantiviert: ich arbeitete zuerst das nächste aufgeschwollene gleichgültigere weg Göthe IV 37, 7 W.; dasselbe ... haar, vor allem derselbe augenausdruck, so dasz das einzige, was abwich, das minder scharfgeschnittene profil, als etwas gleichgültiges erscheinen konnte Fontane ges. w. I 1, 391. von dem, was weder vorteil noch nachteil bietet, weder nutzt noch schadet: die gegenstände (der bildenden kunst) werden in vorteilhafte, gleichgültige und widerstrebende eingeteilt Göthe I 47, 288 W.; in einer nützlichen, gleichgültigen oder schädlichen richtung O. Peschel völkerkde (1874) 16. gelegentlich geradezu 'unschädlich': es scheint die menschliche natur eine eigene art von zähigkeit und vielseitigkeit zu besitzen, da sie alles was an sie herankommt oder was sie in sich aufnimmt überwindet, und wenn sie sich es nicht assimiliren kann, wenigstens gleichgültig macht Göthe I 27, 215 W. 'künstlerisch wertlos': sonderung der bessern kupfer- und handzeichnungen von den gleichgültigeren derselbe III 12, 145 W.; man bringt nun die vortrefflichsten werke allein auf Donatellos eigene rechnung, während man das gleichgültigere nur seiner werkstatt zuerteilt Herm. Grimm Michelangelo (1890) 1, 40; diese epoche ... sah die maschine am liebsten in offen zutage liegender funktion oder gab ihr im zufälligen notbau die zweckhaft gleichgültige hülle R. Benz geist u. reich (1933) 111. auch allgemein 'wertlos': dasz es keinen gleichgültigeren und beinah auch keinen obsoleteren artikel gibt, als extractum graminis (queckenextrakt) Fontane ges. w. II 2, 31. isolierter steht eine anwendung bei Göthe im sinne von 'uncharakteristisch, unausgesprochen': die vollendete trübe ist das weisze, die gleichgültigste, hellste, erste undurchsichtige raumerfüllung. das durchsichtige selbst, empirisch betrachtet, ist schon der erste grad des trüben. die ferneren grade des trüben bis zum undurchsichtigen weiszen sind unendlich II 1, 62 W.; vgl. ebda 5, 1, 143 W. und s. gleichgültigkeit C 1 ende.
β)
speziell vom gegenstand oder inhalt eines gesprächs, einer äuszerung: eine gleichgültige rede, die ohne absicht gesagt worden, ergötzet dich; und du hast die scharfsichtigkeit, etwas artiges und wohlausgesonnenes darinnen zu entdecken, wenn sie nur etwas zu deiner vergröszerung saget J. El. Schlegel w. (1761) 3, 482; ich sprach ... mit meinem nachbar von den ernstesten dingen. überhaupt habe ich Filangieri nie ein gleichgültiges wort reden hören Göthe I 31, 45 W.; es tat Robert wohl, mit einem anderen, einem ruhigen, klaren menschen ein gleichgültig-freundliches wort zu wechseln W. v. Scholz erz. (1924) 124; (sie waren) in gleichgültigen gesprächen begriffen Göthe I 21, 145 W.; er trat ... an mich heran, leitete ein gleichgültiges gespräch mit der frage nach dem befinden meiner frau ein Bismarck ged. u. erinn. 2, 170 volksausg. namentlich: und sprach von gleichgültigen dingen mit einem andern Chamisso w. (1836) 4, 242; wir redeten noch von manchen gleichgültigen dingen, vom wetter, von der jahreszeit A. Stifter s. w. (1904) 5, 1, 72; ich tat, als merke ich es nicht, und hub von abseitigen und gleichgültigen dingen zu reden an Hans Watzlik d. pfarrer v. Dornloh (1930) 289. hierher: das exemplar, welches ich durch sie übergeben lassen wollte, habe ich geraden weges mit einer gleichgültigen zeile abgeschickt Lessing 18, 91 M.
b)
in subjektiver, meist unausgesprochener und aus dem zusammenhang zu erschlieszender einschränkung.
α)
in der beziehung auf personen wie bei 1 b ε einer ist einem anderen gleichgültig, nur dasz hier die dativische beziehung zu ergänzen ist: alle begebenheiten, sagt er (Aristoteles), müssen entweder unter freunden, oder unter feinden, oder unter gleichgültigen personen vorgehen Lessing 9, 339 M.; wie kann sie ein gleichgültiges (d. h. ihnen gleichgültiges) geschöpf kränken? Gotter ged. (1787) 3, 81; 'aber was ist denn da zu sehen?' sagte er. 'ich sehe nichts wie gleichgültige leute, die zur kirche gehen' Hans v. Kahlenberg Eva Sehring (1904) 51. speziell erotisch, s. auch ob. 1 b ζ: o mein herr, ein gleichgültiges frauenzimmer sieht man nicht so an, als ob man es durch und durch sehen wollte Joh. Jac. Engel d. diamant (1773) 14; gestern den ganzen tag sah ich nach seinem vetter, zwang mich, dem gleichgültigen menschen verliebte blicke zuzuwerfen und dachte, er würde rasen Hebbel s. w. 3, 142 Werner; vielleicht wäre es am besten ... eine gleichgültige dame ins haus zu setzen, die den staat macht und uns kalt läszt G. Keller ges. w. (1889) 7, 267.
β)
neben sachlichem beziehungswort, soviel wie gleichgültig lassend, wobei gleichgültig schon, im sinne von C, als bezeichnung eines subjektiven gefühlszustandes aufgefaszt werden kann: wenn uns die schönen künste nichts als ein gleichgültiges schauspiel vorstellten, nichts als eine frostige nachahmung eines gegenstandes, der uns gantz und gar nichts anginge Ramler einl. in d. schönen wiss. (1785) 1, 101; dasz ich eine nicht ganz gleichgültige figur und ein paar niedliche kleine füszchen hatte Wieland s. w. (1853) 2, 153; das schlosz ... gewährt den gleichgültigsten anblick von der welt, ... indem sie (die gebäude) nicht die geringste empfindung weder der neigung noch des widerwillens im ganzen erregen Göthe III 2, 114 W.; als .. die mutter mir statt der geburtstagschokolade gleichgültige milch vorsetzte, muszte ich mir gewalt anthun, um meinen schreck nicht zu verraten v. Kügelgen jugenderinn. (1870) 44; gestern mittag sah ich seinen (Uhlands) namen in der fremdenliste mitten zwischen so viel andern gleichgültigen namen Hebbel tageb. 2, 191 Werner; nichts als langweilige weiden und gleichgültige kastanienbäume Bauernfeld ges. schr. (1871) 2, 69. selten in ausdrücklicher einschränkung:
ich verschmachte
in diesen mir zu sehr gleichgültgen dingen
Rückert ges. poet. w. (1867) 2, 600.
3)
speziell, im sprachgebrauch der morallehre, im anschlusz an das ἀδιάφορον, ἀδιάφορα der griechischen und später auch der christlichen ethik. zur bezeichnung solcher handlungen, die in der neutralen mitte zwischen gut und böse liegen, in sittlicher (oder religiöser) beziehung also ohne bedeutung, belanglos sind, vgl. vielleicht in diesem sinne schon: mittelgültig sive gleichgültig adiaphorum, indifferens Stieler stammb. (1691) 683; dann: 'gleichgültige handlungen in der sittenlehre, welche keinen sittlichen werth haben, weder gut noch böse sind' Adelung vers. (1774) 2, 710; man stritt bald nach der reformation über die gleichgültigen dinge (adiaphora), und verstand darunter gewisse kirchengebräuche, von denen einige behaupteten, dasz sie der praktischen religion schädlich seyen; andere hielten diese kirchengebräuche für gleichgültig, denn sie glaubten, sie haben die eigenschaft, die ... religion weder zu befördern noch zu hindern Eberhard synonymik (1795) 3, 297; es giebt also gar keine gleichgültigen handlungen Fichte sittenlehre (1798) 201; die meisten bewohner der Südseeinseln, welchen der diebstahl etwas ganz gleichgültiges zu seyn, und welche sich desselben nicht im geringsten zu schämen scheinen ders., s. w. (1845) 5, 91. mehr oder minder im zusammenhange damit: das gute wollen wir, wie du sagst; das gleichgültige wollen wir nicht, auch nicht das böse grafen zu Stolberg ges. w. (1820) 18, 107; er ist so geitzig nach ruhm, dasz es ihn verdrieszt, dasz es gleichgültige dinge gibt, die nicht schänden und nicht ehren Leisewitz Julius v. Tarent (1776) 23; ein fehler risz mich aus dem gleichgültigen zustande, in welchem ich sonst zwischen tugend und laster schlummerte Göthe I 17, 207 W.; die gelegenheit ist eine gleichgültige göttin, sie begünstigt das gute wie das böse ders. I 18, 204 W.; die welt war nicht gerecht, und es fragte sich nur, ob sie ein gleichgültiges oder ob sie ein böses wesen sei A. Winnig wunderbare welt (1938) 148. vergleichbar, von der neutralen mitte zwischen ehre und schande: die begriffe, die man zu verschiedenen zeiten mit dem worte volk verbunden hat, verdienen schon einige aufmerksamkeit; wann es nemlich ein ehrenname, wann ein gleichgültiger, und zuletzt gar ein schimpfname war M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1785) 1, vorrede 15.
C.
zur kennzeichnung eines inneren zustandes, einer in einem bestimmten oder in einem allgemeinen sinn genommenen gemütsverfassung. die seltsame vertauschung, in der hier gleichgültig von der objektiven beziehung auf eine sache oder person in die bezeichnung des betrachtenden oder empfindenden subjekts (ich bin gleichgültig) hinüberwechselt, hätte in B 1 b mir ist etwas gleichgültig einen unmittelbaren anknüpfungspunkt, doch ist ihre literarische bezeugung zumindest nicht später als die bedeutung B. sie läszt sich bereits mehrfach im ersten drittel des 18. jh. nachweisen und in der entsprechenden anwendung des substantivs sogar bis ins letzte jahrzehnt des 17. jh. zurückverfolgen (s. gleichgültigkeit B). an gewissen stellen berührt sich diese anwendung mit der von gleichmütig 1.
1)
soviel wie 'unbeteiligt, teilnahmslos, unempfindlich, uninteressiert', einem bestimmten eindruck, ereignis oder irgendeiner gegebenheit gegenüber:
ich sahe wol die see mit kleinen wirbeln flieszen,
die ich zur andern zeit entzückt bewundern kann;
nur dieszmal sah mein aug ihr spielendes ergieszen
gleichgültig, unachtsam, und ohn empfindung an
(1722) bei Weichmann poesie d. Niedersachsen 2, 318;
gleichgültig, ja fast halb gekränket,
stehn wir, da Ludwig uns den edlen frieden schenket
A. G. Kästner verm. schr. (1755) 1, 191;
die ladendame ... breitete gleichgültig einen haufen schuhwerk vor ihnen aus Storm s. w. (1898) 4, 131; er sah der Anne nicht traurig nach und auch nicht freudig, nein! gleichgiltig, wie jedem andern sonst O. Ludwig ges. schr. 1, 213 Schm.-St.; dasz dieser stand im ganzen dem kaiserthum und den interessen des deutschen volkes theils völlig gleichgültig, theils feindlich gegenüberstand Döllinger akad. vorträge (1888) 1, 132; er tat so gleichgiltig 'er war verdrossen' Müller-Fraureuth obersächs. 1, 425ᵃ; diese scene, welche für den gleichgültigen leser nicht so interessant seyn kann, als sie es für unsre verliebten war, dauerte eine ziemliche weile Wieland Agathon (1766) 1, 255; das schrieb er mir und schrieb mirs so kurz und gerad zu, dasz ich dachte, er hätt damals wohl nur den gleichgültigen gespielt, als von der Rodensteiner pfarr die red gewesen Anzengruber ges. w. (1890) 3, 106. auch von der weder freundlichen noch feindlichen gesinnung einem anderen gegenüber: es giebt keine handlung, auch des gröszten ministers, die ein gleichgültiger nicht zum fehltritt, die ein feind nicht zum verbrechen deuten könnte H. P. Sturz schr. (1779) 2, 108; besonders würden wir vielleicht einige heftige ausdrücke mildern, welche den gegner aufbringen, dem gleichgültigen verdrieszlich sind und die der freund wenigstens verzeihen musz Göthe II 2, 297 W. attributiv auch auf innere kräfte und gemütszustände bezogen: ein bootsmann, der des meers gewohnt ist, höret das toben der ergrimmten see ... mit fast gleichgültigem gemüthe Breitinger crit. dichtkunst (1740) 1, 108; ein oft wiederhohlter eindruck ... läszt unsre seele gleichgültig und unthätig Ramler einl. in d. schönen wiss. (1758) 1, 223;
der grusz trägt so die spur
gleichgültig-offner kälte,
dasz ich ihn ungern nur
mit meinem dank vergelte
Hebbel s. w. 6, 276 Werner.
in bestimmten verbalverbindungen mehr oder minder formelhaft. namentlich eine sache gleichgültig ansehen, einer sache gleichgültig zusehen, etwas mit gleichgültigem auge betrachten u. ä.: ich habe nicht gleichgültig ansehen können, dasz diejenigen, als dichter, den geschmack verderben sollten, die, als kunstrichter, mit nutzen an seiner verbesserung gearbeitet haben (1760) J. P. Uz w. 329 Sauer; die sache hatte zu groszes aufsehen gemacht, als dasz man die entwicklung sollte gleichgültig angesehen haben Göthe I 11, 68 W.; da seine europäischen länder ... dem einflusz fremder meinungen überall offen lagen, so konnte er dem fortgange der reformation in andern ländern nicht gleichgültig zusehen Schiller 8, 8 G.; sollte ich deswegen das genossene glück ... mit gleichgültigem auge betrachten S. v. Laroche frl. v. Sternheim (1771) 2, 71. weiter:
das kostbarste der güter (das leben)
warf er gleichgültig hin, als wär es staub
Schiller 13, 22 G.;
gleichgültig
trittst du das glück der deinen in den staub
12, 308 G.
umschreibend: ich könnte ihn hassen, diesen mann, der mit gleichgültiger hand tausende für seine tochter hingäbe Storm s. w. (1898) 1, 254.
2)
auch als allgemeiner charakterzug im sinne von 'träge, indolent, gefühllos, stumpf':
so hohe lehren faszt der heutge pöbel nicht;
er, der unedlen brand unedel wieder kühlet,
nur körperlich sich freut, nichts denket, kaum noch fühlet, ...
gleichgültig liebt, genieszt, verlieret und begräbt
Giseke poet. w. (1767) 69;
sonst wollte ich dich noch erinren, in deiner betrübnis alle art von affectation zu vermeiden. lasz dirs ganz einerley sein, ob die leute glauben, du seyst gleichgültig oder fühlbar oder standhaft Caroline br. 1, 15 Waitz;
fluch der historie, sie verdirbt die besten!
fluch aller weisheit, die gleichgültig macht!
G. Freytag ges. w. (1886) 2, 99;
ich begreife nicht, wie man so gleichgültig sein kann G. Hauptmann einsame menschen (1891) 35; der vater sah todter und bleicher aus wie sein kind, es muszte dem gleichgültigsten ins herz schneiden Caroline br. 2, 52 Waitz; sie besaszen alle drei selbstzufriedene und gleichgültige männer, die sich nicht um die frauen kümmerten G. Keller ges. w. (1889) 7, 88; aber in dieser ruhe musz die seele durch züge, die ihr und keiner anderen seele eigen sind, bezeichnet werden, um sie ruhig, aber zugleich wirksam, stille, aber nicht gleichgültig oder schläfrig, zu bilden Winckelmann s. w. (1825) 1, 33; t is wohr, uns herrgott hadd em mit en glikgültig fell erschaffen Fr. Reuter w. 2, 301 Seelmann.
3)
daneben in anderen, naheliegenden bedeutungsschattierungen, auf einen besonderen oder einen allgemeinen, dauernden inneren zustand bezogen.
a)
vor allem im sinne der erotischen uninteressiertheit oder unempfindlichkeit (s. auch 4 a ende und 6 a):
doch wo sie (ein mädchen, das man küszt) nur den mund gleichgültig stille hält,
so ist die gegengunst noch zweiffelhafft bestellt
Chr. Fr. Henrici ernst-, scherzh u. sat. ged. (1727) 2, 257;
ich könnte dir noch viel von Schöningen und einem mädchen erzählen, das ich dort kennen lernte und das mich gar nicht gleichgültig liesz J. M. Miller briefw. dreier akad. freunde (1778) 1, 136; ich konnte nicht begreifen, wie sie (die schauspieler einer liebhaberbühne) mir zumuthen wollten zu glauben, dasz es ihnen wohl oder wehe sei, dasz sie verliebt oder gleichgültig, geizig oder freigebig seien, da ich doch meist von dem gegentheile genau unterrichtet war Göthe I 23, 48 W.; solchen ausbruch zurückgepreszten gefühles hatte sie nicht erwartet. aber es war zu spät. sie blieb gleichgültig Scheffel ges. w. (1907) 2, 129.
b)
'gleichmütig, ruhig, gefaszt', wie gleichmütig 1 a: dasz vieles, was itzo unsre ohren auf die ärgerlichste art beleidiget, zu seiner (des Plautus) zeit von ernsthaften Römern ganz gleichgültig konnte angehöret werden Lessing 4, 171 M.; ich bin ganz ruhig, schäme und gräme mich nicht, bin eben so gleichgültig als heftig Hamann bei Fr. H. Jacobi w. (1812) 3, 544; dasz sie da jauchzen oder heulen, wo ein andrer ehrlicher mann ... gleichgültig bleibt J. Möser s. w. (1842) 3, 252;
er scheint gelassen,
gleichgültig und versöhnt
Göthe I 10, 18 W.;
nicht doch! sie steht in ihrer stillen schönen
gleichgültgen unbefangenheit noch immer!
Rückert ges. poet. w. (1867) 1, 306.
c)
gelegentlich auch 'unbekümmert, sorglos, unbeschwert': freylich konnt ich mir wirklich keine eigentliche verschwendung oder lüderlichkeit vorwerfen; aber doch ein gewisses gleichgültiges, leichtgläubiges, ungeschicktes wesen U. Bräker s. schr. (1789) 1, 200; vgl. 2, 214; über Thümmels schriften und seinen heitern gleichgültigen sinn, seine gute aufnahme in Berlin. geschichte wie er bey hofe spielt, indessen sich sein sohn duellirt Göthe III 3, 352 W.; gleichgiltig nachlässig, unbesorgt Fischer schwäb. 3, 687.
d)
daneben 'unparteiisch, vorurteilslos', nur älteren gebrauchs, s. auchgleichmütig 1 c: mehr die stelle unpartheiischer und gleichgültiger richter, als eifriger verfechter einer oder der andern meinung vertreten Heilman Thucydides (1760) 354; sitze da, ein kalter, gleichgültiger, unbestochener richter! Klinger w. (1809) 4, 107; die zahl der menschlichen begriffe und meynungen, welche die probe einer ruhigen, gleichgültigen und genauen prüfung aushielten, wurde alle tage kleiner für ihn Wieland Agathon (1766) 2, 330.
4)
sehr oft mit präpositionaler bestimmung des objekts.
a)
vornehmlich gleichgültig gegen, meist im sinne von 1 'uninteressiert, unempfindlich': ein weiser mann ist gegen alles gleichgültig, gegen lob und tadel, gegen schmeicheleien und scheltworte Lessing 2, 146 M.; gegen tugend und laster gleichgültig J. El. Schlegel w. (1761) 3, 348; was ... den wahren erfolg betrifft, gegen den bin ich nicht im mindesten gleichgültig Göthe IV 22, 251 W.; (ich) bin auch gleichgültig gegen revolutionär oder conservativ, wie gegen alle phrasen Bismarck ged. u. erinn. 2, 22 volksausg. von hier aus gelegentlich auch zur bezeichnung körperlicher unempfindlichkeit: sind hingegen die geschmacksnerven gegen den eindruck des biers gleichgültig geworden, so mag immer noch ein glas wein ihnen basz behagen J. G. Bremser medic. paröm. (1806) 241. mit persönlichem objekt: (das publikum) fängt nach und nach an gleichgültig gegen sie (menschen von anerkanntem verdienst) zu werden Göthe I 22, 238 W.; wie kann es mich kränken, wenn ein freund kälter, gleichgültiger gegen mich ist, ohne dasz ich eben viel gethan hätte, mich ihm angenehm zu machen Solger nachgel. schr. (1826) 1, 44. speziell, wie 3 a, in erotischem sinne: er (mein ehemann) fing nach und nach an gegen mich gleichgültig ... zu werden Ph. Hafner ges. schr. (1812) 1, 44; davon wird es bestimmt, die weiber überhaupt zu verehren oder gegen sie im allgemeinen gleichgültig zu sein Nietzsche w. I 2, 301. besonders nicht gleichgültig gegen jmd. sein 'jmd. lieben': dasz mir Leander in einem brief seine liebe angetragen hat, und ich bin nicht gleichgültig gegen ihn Ph. Hafner ges. schr. (1812) 2, 22; Götz: ich sage euch, sie (Maria) war nicht gleichgültig gegen ihn (Weislingen) Göthe I 8, 85 W.
b)
gleichgültig bei, vor allem gleichgültig bleiben bei: Agathon konnte bey diesen scenen ... nicht so gleichgültig bleiben, als diejenigen zu seyn schienen, die derselben gewohnt waren Wieland Agathon (1766) 2, 53; sie läuten so eben mit unseren sonoren glocken das reformationsfest ein. ein schall und ton bey dem wir nicht gleichgültig bleiben dürfen Göthe IV 38, 280 W.; zu jeder anderen zeit wäre sie ziemlich gleichgiltig dabei geblieben. heute, wo sie den sohn erwartete, verdrosz es sie, gestört zu werden Holtei erz. schr. (1861) 5, 16. seltener: übrigens gestehe ich ihnen, dasz ich in mancher rücksicht bei dieser geschichte gleichgültig bin Solger nachgel. schr. u. briefw. (1826) 1, 210.
c)
andere verbindungen haben sich nicht bis in den jüngeren gebrauch behauptet (doch s. gleichgültigkeit B 4 b). gleichgültig für: wie gleichgültig, wie kalt ist dagegen (gegen die theaterbegeisterung der alten) unser volk für das theater! Lessing 10, 123 M.; vgl. 2, 427; 11, 4; gedanken und gesinnungen, durch die man gleichgültig wird für alle schiefe und falsche urtheile der menschen Zimmermann über d. einsamkeit (1784) 1, 106. gleichgültig über: die beherrscher der welt scheinen meist sehr gleichgültig über die meinung zu sein, welche man von ihrer regierungsart haben mag Wieland s. w. (1794) 3, 36; Esau ist ruhig und gleichgültig über die erstgeburt Göthe I 26, 217 W.; sie verlassen mich, höchst gleichgültig darüber, was aus mir werden kann Bettine d. buch gehört d. könig (1843) 1, 175. gleichgültig in: da er nun in seinem anzuge gleichgültig war Holston u. Augusta (1780) 96.
5)
gelegentlich, und mit einer gewissen vorliebe bei Göthe, erscheint gleichgültig im sinne von 'unbeteiligt, unempfindlich' neben einem sachlichen beziehungswort, wobei es innerlich einem persönlichen subjekt zuzuordnen ist: angenehmer kann keine empfindung in der welt sein, als wenn das herz nach einer gleichgültigen pause sich der liebe zu einem neuen gegenstande wieder öffnet Göthe I 23, 77 W.; vgl. 21, 120; die reiche umgebung (auf einem bilde) erlaubt, von den ernst betrachtenden priestern und leviten bis zur gleichgültigsten gegenwart geschenke tragender kinder, eine vollkommene stufenreihe darzustellen ders. I 49, 139 W.; da würden über ihn (Homer) die allerdurchlauchtigsten, groszmächtigsten ... titulaturen gewisz nicht so gleichgültig, wie über uns, hinweg gleiten Bürger 185 anm. Bohtz. etwas abweichend in der bedeutung 'mit gleichgültigkeit betrachtet, behandelt': dasz eine solche kritik existirt, welche die mängel begünstigter und die tugenden gleichgültiger, ja unbegünstigter personen zu würdigen weisz Göthe IV 19, 413 W.
6)
in bestimmten anwendungen bezeichnet gleichgültig als ausdruck eines inneren zustandes zugleich ein entsprechendes äuszeres verhalten, gebaren oder aussehen, wie es für einen anderen sichtbar oder spürbar wird, insbesondere auch ein solches verhalten oder aussehen, das eine entsprechende innere verfassung vortäuschen soll.
a)
in adverbialer bestimmung von verben: er übersah mich gleichgültig, so oft ich auch auf ihn stiesz A. G. Meiszner Alcibiades (1781) 1, 170; gleichgültig sah er über die meisten (bilder) hinweg Göthe I 23, 9 W.; mit verwunderung hatte Bertha gemerkt, wie gleichgültig und teilnahmslos ihre base Marie hinabschaue Hauff s. w. (1890) 1, 14; i, antwortete er ganz gleichgültig, die lotterie ist gezogen Jung-Stilling s. schr. 6, 444 Gr.; 'thu das, mein sohn!', sagte Lys möglichst gleichgültig, obschon er sichtlich etwas überrascht war G. Keller ges. w. (1889) 2, 208;
tritt her zu mir, Gudrun, was zögerst du?
so edlen gästen dürfen wir uns nicht
gleichgültig zeigen
Hebbel s. w. 4, 224 Werner;
gleichgültig schob er ihn (den brief) zwischen die weste Thümmel reise (1791) 8, 84; 'es ist eine axt wie andere', sagte er dann und legte sie gleichgültig auf den tisch Annette v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1878) 2, 289; er ... wurde (von der familie, in der er hauslehrer war) auf die gewohnte art halb gleichgültig, halb abweisend empfangen W. Raabe d. hungerpastor (1864) 2, 35. speziell vom verhalten dem andern geschlecht gegenüber (s. o. 3 a, 4 a ende): führen sie sich gleichgültiger gegen meine schwester auf, damit Leander sie (anrede) nicht als einen nebenbuhler ansehen darf Lessing 2, 13 M.;
(Hold): gleichgültig will ich seyn, gleichgültig kalt, wie eis.
(Wild): sags ihr mit diesem ton; so sparst du den beweis
Müllner dram. w. (1828) 7, 217.
b)
attributiv, oft in stehender verbindung: ihre blauen augen waren lebhaft und brennend, und auch ihre gleichgültigsten blicke lieszen allemal den stärksten eindruck zurück Joh. El. Schlegel w. (1761) 3, 488; der völlig gleichgiltige blick, mit dem er die gegend überschaute Immermann 2, 90 Boxb.; fragte er in erzwungen gleichgültigem tone W. v. Polenz Grabenhäger (1898) 1, 86; so fügte er noch einige töne hinzu, die dieser für ein gleichgiltiges lachen nehmen sollte O. Ludwig ges. schr. 2, 75 Schm.-St.; doch überall begegnete er gleichgültigstem achselzucken W. Weigand d. gärten gottes (1930) 349; und dasz ich ihr noch freundlicher begegnet hätte, wenn ich, bey den vielen fremden, die ich sehe, und nur einmal sehe, mir nicht eine gewisse gleichgültige praktik hätte einrichten müssen Göthe IV 33, 322 W. dann auch: ihr ruhiges, gleichgültiges gesicht Wieland s. w. (1853) 11, 192; aber der sprecher asz nun weiter mit einem leeren und gleichgültigen gesichte Hans Grimm volk ohne raum (1926) 1, 418; als wir ihm näher kamen, warf er nur einen flüchtigen blick auf uns hin, nahm dann eine etwas gleichgültigere miene an A. v. Knigge roman meines lebens (1781) 1, 35.
Zitationshilfe
„gleichgültig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/gleichg%C3%BCltig>, abgerufen am 18.07.2019.

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