gegenmann m
Fundstelle: Lfg. 1 (1879), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 2246, Z. 39
mann gegenüber, in mancherlei beziehungen.
1)
gegner, zum kampfe, im turnier: (bitten euch die frauen) das ir morgen nach mittag mit einem gegenmanne auch in der schranken vor unser künigin und uns ritterspil zu treiben erscheinen. Wilw. v. Sch. 159;
Kunimundus gibt sich an,
heute seinen gegenmann
zu bestehen.
Ramlers Logau 1791 1, 28 (nr. 69),
bei Logau 1, 2, 55 und Lessing 5, 120 nur seinen mann;
kein schwert, das nicht den bund gebrochen,
nicht etwa hinterrücks den gegenmann durchstochen.
Göthe 12, 214 (Walpurgisnacht);
jener sprach: hier dein gespann, dein gegenmann. Rückert 11, 256 (mak. 1, 45).
2)
im spiele, gespräche u. ähnl.: gegenmann, der gegenspieler, im kartenspiele. Campe; bei tische hatte ich ihn zu meinem gegenmanne, da ich ihn lieber zum nebenmanne gehabt hätte. ders.; wie ein kind, das sich am echo stundenlang ergötzt .. und mit der unterhaltung wol zufrieden ist, wenn der unsichtbare gegenmann auch nur die letzten sylben der ausgerufenen worte wiederholt. Göthe W. Meisters lehrj. 1795 1, 134 (daher Campe), wo jetzt gegenpart steht, s. dort 4; mann und gegenmann eines der zahlreichen getheilten spiele (jeu parti) sind ein Guichair und ein Bertraus. Wackernagel altfranz. lied. u. l. 104.
3)
auch nur begrifflich:
sagt mir, wo ich finden kann
einen stundenflügler,
und dazu den gegenmann,
einen stundenzügler.
Rückert poet. w. 2, 149 (eile u. weile).
Zitationshilfe
„gegenmann“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/gegenmann>, abgerufen am 12.11.2019.

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