fuszpfad m., daneben früher auch n
Fundstelle: Lfg. 5 (1872), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 1037, Z. 46
und mitunter, wie bei H. Sachs, f.
1)
ein schmaler weg für fuszgänger. mitteld. durch dën akker, dër dâ heiʒet spidâls acker sollen die hërren einen fûʒpat hân und nicht anders. urk. v. j. 1326 in Baurs hess. urkunden 1, 352; uber dën fûspat geyn Buckinheym undene an dëm kirchgûde. urk. v. j. 1357 in Baurs Arnsburger urk. 522, 853. nhd., in frühster zeit noch mit dem pl. fuszpfede, ganz dem mhd. pl. phede, ahd. pedî, d. i. phedî, gemäsz, aber wie sich hier nhd. der pl. pfade geltend machte, so auch der heute allein gebrauchte pl. fuszpfade. callis, fuͦszpfad. vocabula pro juvent. 16ᵈ, vgl. fuszsteig. kurtz, wiltu gott dienen, io, und wilt gon in dën fuͦszpfaden gottes, nit allein in der gemeynen landstrosz zuͦ ewiger seligkeyt, aber noch eygelicher wiltu gon in den fuͦszstapffen der selben lantstrosz, dz sint die fuͦszpfad die rett gottes, und die gemeyne lantstrosz zuͦ ewiger seligkeit ist die haltung der gebot gottes. Keisersberg christenl. bilgerschaft 163ᵃ; aber sie gont ouch die fuͦszpfed in den retten gottes. ebenda; sie söllen luͦgen, das sie dieselben fuͦszpfed recht treffen, das sie nit daran felent: wiltu in den lantstrossen der gebott gottes dar zuͦ in den fuͦszpfeden der rett gottes gon ... . ebenda;
geh hin, ich folg deiner fuszpfad.
H. Sachs III. 2, 174ᵈ (1588 131ᶜ),
= komme dir auf demselben nach; mehrere menschen, die ... den weg ins gebirge, durch steile fuszpfade, eilig fortsetzten. Göthe 18, 136. redensarten sind in einen fuszpfad treten, einer lebens- oder handlungsweise sich zuwenden, dieselbe annehmen, ihr nachfolgen:
art lest nicht von art
sonder bald er gelegenheit hat,
tritt er in die alten fuszpfadt,
und wird sein alte schalckheit new.
H. Sachs II (1591). 4, 83ᶜ.
in jemandes fuszpfad treten, es in seiner lebens- oder handlungsweise ihm nachthun, im thun ihm nachfolgen:
auff das (dasz) auch in unser fuszpfat
tretten noch mehr durchleuchting frawen,
die durch sie auch thun auferbawen.
in ehren das gantz weiblich gschlecht.
III (1588). 2, 211ᵇ;
dergleichen auch der arme trath
widerumb in sein alt fuszpfadt,
wie vor mit seinen gsellen schlemmet.
86ᵈ;
er ist anderst worden geleret,
von seim hofgsind worden verkehret,
tritt in seines bruders fuszpfat.
143ᶜ.
einen oder eines fuszpfad verlassen, eine andre lebens- oder handlungsweise beginnen:
desz volg ein meng der guten strasz,
und der argen fuszpfad verlasz,
dardurch jm lob und ehr erwachs.
197ᵇ.
der fuszpfad läuft, hat seinen lauf, zieht sich kürzer oder länger hin:
die heerbahn fällt zu weit, der fuszpfad laufft geschwinder.
Andr. Gryphius 1, 549.
sprichwörtlich auf dem fuszpfad wächst kein gras, in der grafschaft mark op me fautpae kann kain gras wassen, von liederlichen dirnen, geschäftsconcurrenz. Woeste volksüberlieferungen s. 67, 66.
2)
fuszstapfe, fuszspur: frühe morgens eröffnete der Daniel samt dem könig die thür und fanden also hald in dem aschen allerley fuszpfaden so wohl der männer als weiber und kinder. Abr. a S. Clara etwas für alle 3, 770, vgl. Bel zu Babel 19.
Zitationshilfe
„fuszpfad“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/fuszpfad>, abgerufen am 15.09.2019.

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