fetzen
Fundstelle: Lfg. 7 (1861), Bd. III (1862), Sp. 1576, Z. 58
lacerare, scindere, reiszen, in fetzen reiszen:
und das man im sein har mit fetzt
als lang pisz er wurd gel und kraus.
fastn. 212, 13;
hadern, fetzen und raufen. Wickram rollw. 23ᵇ; ei, lasz mich ungefetzt! Schade sat. und pasq. 2, 263;
mit einer klaw die haut nur schrunden,
als hett ihn ein dornheck gefetzt,
ein schramm ins angesicht gesetzt.
froschmeus. I. 2, 19. P 3ᵇ;
wer auf den grabestein sich nur wird wollen setzen,
dem wird die dürre faust den sessel weidlich fetzen.
Hofmannswaldau poet. grabschr. s. 78.
auf rothwelsch heiszt fetzen flicken, was sich auch mit fetze, lappe verträgt, fetzen, lappen ansetzen: han den gefetzten windfang (mantel) voll doull (geld). Fischart groszm. 50. bei H. Sachs steht aber einmal fetzen für fetschen geschrieben:
ei zünd uns keinen weier an!
fetz dich, kumbst wider, alles götzen,
ich lasz dich ins narrenheuslein setzen,
darnach mit hunden dich aushetzen!
III. 2, 180ᵇ,
wo man sich 'alles götzen' nach 1, 230 erkläre. heute bezeichnet uns fetzen ein ungeschicktes schneiden und reiszen: in das brot, in das zeug hinein fetzen; mit dem degen in das pflaster fetzen (vgl.wetzen); mit glühenden zangen fetzen, vgl.zerfetzen.
Zitationshilfe
„fetzen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/fetzen>, abgerufen am 20.07.2019.

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