fels m
Fundstelle: Lfg. 7 (1861), Bd. III (1862), Sp. 1499, Z. 77
saxum, rupes, petra, scopulus.
1)
ein specifisch hochdeutsches wort, das weder goth. noch ags. fries. nord. begegnet, merkwürdig aber im alts. Heliand, und doch nicht nl. ins nd. scheint es blosz durch Luther eingedrungen, die Barther bibel von 1588 hat es überall, wo die hochdeutsche, in der nd. volksmundart war es nicht heimisch, fehlt darum in den idiotiken. auch steht es ahd. und mhd. nicht allenthalben, Otfried und mehrere glossen geben es, im Tatian wird aber petra wie saxum durch stein übertragen, ebenso in Notkers psalmen petra und rupes durch stein; die späteren Windberger ps. setzen 113, 8 vels für rupes. mhd. bedienen sich des wortes Wolfram, Gotfried, Herbort, Konrad, Hugo im Renner u. a. m., doch nicht, so viel ich jetzt weisz, Hartmann, der gerade in seinem Gregor vom 'stein' nur dieses wort, niemals vels braucht. nhd. fels findet sich häufig bei Luther, steht bei Dasypodius, Frisius, Maaler, welche beiden letztern es doch sehr kurz, ohne phraseologie behandeln; Merswins büchlein von den neun felsen führt es schon auf dem titel, bei Keisersberg ist es hin und wieder zu treffen (honig des felsen. sch. der penitenz 47ᵈ). Alberus im diction. 1540 schreibt velsch. sobald man darauf achtet, wird sich die verwendung oder das unterbleiben des ausdrucks fester angeben lassen. für den dichter des Heliand bekundet es ahd. einflusz. die vorstellungen fels und stein liegen sich ganz nahe und man darf stein für ein stück des felses oder fels für einen haufen steine nehmen. das lat. saxum drückt den fels, unser sahs den stein und das steinmesser, steinschwert aus, in der nhd. zusammensetzung steinfels und felsstein einigen sich beide wörter. gr. stehen πέτρα fels und πέτρος stein nebeneinander, das lat. petra hat im it. pietra, sp. piedra, fr. pierre den begrif stein angenommen, dem von fels entsagt. unser heutiges fels kann aber nicht lapis, λίθος bedeuten, obschon, wie wir nachher sehen werden, Otfried fëlisa für grabstein brauchte. Ulfilas überträgt λίθος durch stains, πέτρα durch hallus, wie sich aus dem stains bistuggqis und hallus gamarzeinais Röm. 9, 33 ergibt und in der zum grunde liegenden stelle Es. 8, 14 bestätigen würde. doch Matth. 27, 60 schreibt er in hlaiva, þatei ushulôda ana staina, jah faurvalvjands staina mikilamma, braucht also zweimal stains für πέτρα und λίθος, wo man erwartet hätte ana hallau; aber auch Luc. 8, 6 steht ana staina, ἐπὶ τὴν πέτραν. die skeireins hingegen hat richtig Stains für Πέτρος. Joh. 1, 42, Matth. 16, 18 können wir gothisch nicht nachsehen, wenn Luther schreibt: du solt Kephas heiszen, das wird verdolmetscht ein 'fels', so wäre genauer ein 'stein', nach dem gr. πέτρος, gerade wie Matth. 16, 18 Πέτρος von πέτρα unterschieden wird. im Hel. 94, 14 folgen beide wörter zusammen:
hugiscefti sind thîne stêne gelîca,
sô fast bist thû sô felis the hardo.
bei felis noch der anlaut fl von flins, silex, fluoh scopulus zu erwägen.
2)
was gebührt dem ahd. und mhd. wort, e oder ë? ist sein wurzelvocal aus a oder i entsprungen? heute wird fëls gesprochen. das fr. falaise, altfr. falise, mlat. falesia (Ducange 3, 194ᶜ), so bedeutsam es einstimmt, kann darüber nicht entscheiden. nach unsern lautgesetzen lautet falis um in felis, doch ein fëlis schiene fëlas vorauszusetzen, wo nicht unmittelbar aus fils fëls, wie aus hilm hëlm geworden, filis blosze erweiterung ist, die nachher in fëlis fortdauerte. für i scheint die lesart filisa Hel. 55, 3, der fluszname Filisa, Filsa (Förstemann 2, 497), ein zwischen felsen flieszendes wasser, und der ortsname Filisbërc = Felsberg, der mannsname Filising (wie bei Graff 3, 497 aus Filisining zu bessern ist) gute gewähr, denn noch heute lebt der name Felsing (felsensohn) und darf an Notkers Steinunc, Achates gemahnen. auch sichern mhd. reime wie 'an den velsen : helsen' Renner 23506. helset : gevelset MS. 2, 233ᵇ das e nicht, weil fast unmöglich ist auf mhd. vëls rein zu reimen, im heldenbuch weist der reim Else wirklich auf Ilse, Ilisa. zur stütze des ë läszt sich weiter die einleuchtende berührung zwischen fels und feld geltend machen, welches letztere in der altn. form fiall = filþ eben rupes bedeutet, das feld erscheint steinig und felsig, der stein wird zu grund, steingrund. wäre fëlis neutral, so würde sich ein im goth. baris, agis, sigis, hatis gegenüber dem ags. bere, ege, sige, hete angereihtes s vergleichen lassen, doch gibt es kein fele. in hals = collum scheint s wiederum angehängt, vgl. πέλλα unter 4.
3)
vorherschend ist die starke form, ahd. fëlis, gen. fëlises, pl. fëlisâ, gen. fëlisô, wozu alts. fëlis, pl. fëlisôs stimmt. nicht anders mhd. vëls, gen. vëlses, dat. vëlse, pl. vëlse. nur O., der I. 23, 47 den männlichen pl. fëlisâ darbietet, setzt daneben ein weibliches fëlisa:
thar lag oba fëlisa, sô noh nu in lant ist wîsa.
III. 24, 65,
welchem der gl. emm. (bei Pez 1, 406) begegnende gen. pl. unëpanî fëlisônô, asperitas scopulorum entspricht. dies fränkische f. fëlisa dürfte sehr alt sein und mit jenem fr. falaise zusammentreffen. weil aber der gen. pl. fëlisônô leicht für die männliche form fëlisonô genommen wurde, ergab sich auch ein schwaches m. fëliso, mit dem in einer glosse bei Graff bewahrten gen. sg. fëlisin, so dasz neben dem starken fëlis ein schwaches m. fëliso und ein f. fëlisa entfaltet war, das sich auch als schwaches fëlisâ fassen liesze, worüber gen. und dat. sg. aufklären müsten. mhd. ist das f. ganz geschwunden und vëls, vëlses gilt als regel, das schwache vëlse, vëlsen nur als ausnahme (Krone 12233. MSH. 2, 157ᵇ). nhd. dauert fels zumeist im nom. sg., die obliquen casus ziehen felsen vor, seltsamerweise läszt Niclas von Wyle, der noch in die zweite hälfte des 15 jh. gehört, dieser schwachen flexion ein tönendes -an, wie man ihm etwa in urkunden aus so später zeit, nicht aber bei schriftstellern begegnet: kain wine von Falern mag sich gelichen dem wine, der da rinnet und flüszet usz herten selbs gewachsnen felsan. 234, 31; aber ich der nit gewonet hatt in scharpfen felsan und ruchem gestain ze geen parfuͦsz âne geschüch und solen. 259, 29; wurfent in, dennocht halb lebend über ainen felsan ab. 261, 33; tügen wir den unnützen fulen schelmen etwa über ainen felsan abwerfen. 263, 21; und als si haim kamen funden si das alt wibe von ainem felsan hin ab sich selbs erhenket han. 265, 9; aber nit also daʒ si von ainem felsan geworfen ains schnellen todes sterben werd. 265, 26; über ainen felsan ab hoch ze springen. 270, 25. in analogem fall hat er sonst das gewöhnliche -en (nur 309, 33 steht selan, animis für selen, und immer heimant für heimat, heimet, heim). der nom. sg. zu diesem felsan musz wol fels lauten. Adelung setzt unsrer heutigen sprache sogar einen nom. sg. felsen, gen. felsens (wie namen namens, willen willens für name namen, wille willen), während Luther den nom. fels, gen. felsen bildete, was doch spätere bibelausgaben oft ändern. manche schriftsteller bleiben auch der edleren starken flexion im gen. und dat. sg. treu oder wechseln zwischen ihr und der schwachen. hiernach hat der heutige gen. sg. drei gestalten felses, felsen und felsens, den pl. bilden gegenwärtig alle schwach.
4)
in urverwandtschaft ziehen darf man, obschon der auslaut s mangelt, das macedonische πέλα, πέλλα und verschoben φέλα, φελλός, φελλεύς, welchen allen die bedeutung stein zusteht.
5)
alts. fast gleichviel mit stein.
hwat thû hwargin ni tharft
mid thînun fôtun an fëlis bespurnan,
an hardan stên.
Hel. 32, 21;
sô fast bist thû sô fëlis the hardo.
94, 14;
ni afstâd is fëlis nigiean.
113, 12;
lag thar ên fëlis bi oban.
124, 17;
ëf man thene fëlis nimid.
124, 20;
an them stênwëge, thar thiu strâta was
fëlison gifuogid.
164, 27;
hrisidun thia hôhun bërgôs, harda stênôs clubun,
fëlisôs after them fëlde.
168, 34.
6)
mhd. fels, rupes, wofür nur selten stein:
ëʒ gâbn die vëlse einander.
Parz. 180, 23,
nach sp. 1117, C, sie hallten wider, reddiderunt sonum (s. felsenstimme), dër walt gap hin widere. Er. 6080;
für ein klôsen in eins vëlses want.
268, 27;
dort under jënes vëlses want.
458, 14;
ein brunne ûʒem vëlse schôʒ.
508, 17;
dane sihe ich ie niemêre
niwan ein toup gevilde,
wilde vëlse und wilden sê.
Trist. 64, 29;
hôher bërge und vëlse vil.
65, 3;
in die von einem vëlse vlôʒ
ein kuole kleineʒ brünnelîn.
229, 6;
si kâmen an einen vëls grôʒ,
dâ daʒ waʒʒer durch vlôʒ.
Ernst 3554;
got wil uns wîsen
durch disen vëls zuo lande.
3562;
hôhe alumbe türnet
mit vëlsen und mit flinsen.
tr. kr. 5887;
gienc über vëls und über mos.
5959;
über vëls und über tal.
10589;
ein brunne lûter unde kalt
ûʒ einem vëlse gât derbî.
165, 11;
umbe vangen mit eime vëlse.
Alex. 5516;
in eime fëlse ûf dëm mer.
Herbort 189;
ir jâmer daʒ möht einen vëls erbarmen.
Lohengr. 596;
dâ von sich ein starker vëls möht hân erweget.
4992.
7)
nhd. stehen zahlreiche belege zur hand: sihe, ich wil daselbs stehen fur dir auf einem fels in Horeb, da soltu den fels schlahen, so wird wasser eraus laufen, das das volk trinke. 2 Mos. 17, 6; und der herr sprach weiter, sihe, es ist ein raum bei mir, da soltu auf dem fels stehen. 33, 21; nim den stab und versamle die gemeine, du und dein bruder Aaron, und redet mit dem fels fur iren augen, der wird sein wasser geben. 4 Mos. 20, 8; und Mose und Aaron versamleten die gemeine fur den fels und sprach zu inen, höret ir ungehorsamen, werden wir euch auch wasser bringen aus disem fels? 20, 10; und Mose hub seine hand auf und schlug den fels mit dem stab zweimal, da gieng vil wassers eraus. 20, 11; fest ist deine wonung und hast dein nest in einen fels gelegt. 24, 21; und liesz dir wasser aus dem harten felsen gehen (frühere lesart, aus den harten felsen). 5 Mos. 8, 15; und das fewr fur aus dem fels. richt. 6, 21; verkrochen sie sich in die höle und klüften und felsen und löcher und gruben. 1 Sam. 13, 6; es waren aber an dem wege zween spitzen felsen. 14, 4; und zoch hin auf den felsen der gemsen. 24, 3; mit einem eisern griffel in einen fels gehawen. Hiob 19, 24; man reiszet beche aus den felsen. 28, 10; weiszestu die zeit, wenn die gemsen auf den felsen geberen? 39, 1; und ich würde sie mit honig aus dem felsen setigen. ps. 81, 17; und leget in in sein eigen new grab, welches er hatte lassen in einen fels hawen und welzet einen groszen stein fur die thür des grabes. Matth. 27, 60;
aber das letzt zil stürzt die armen
ab durch die felsen an erbarmen.
H. Sachs I, 238ᵃ;
die (gemsen) sach ich aus klüften und klemsen
auf den stafligen felsen klebern.
251ᵇ;
ersach ich ein spitzigen fels
im gipfel des gebirges Els.
251ᵇ;
ein tiefen wassergraben
in gehling fels gehawen.
273ᵈ;
im schlosz ein brunnen kül
in lauter fels gehawen.
274ᵇ;
auf gehling fels erbawen.
278ᵈ;
(Lyrnessus), die hoch auf felsen steht.
Opitz 1, 227;
von diesem felsen hier.
1, 253;
der klimmt auf einen gähen
und spitzen felsen hin.
1, 258;
musz er dann eben umb dise felsen und tunkele hölen seinen wohnplatz haben? 2, 281;
der kiel sasz auf dem fels.
Fleming 80;
so steht ein hoher fels, leszt die erbosten wellen
an seiner starken brust ümsonst zurücke brellen.
197;
wir sind fels und stählerne als stahl.
573;
die felsen stehn erquicket,
die thäler aufgeputzt, die auen ausgeschmücket.
573;
der wolkengleiche fels wirft frech sein häupt empor.
583;
mit brummen wälzt er sich im felsen auf und nieder.
Hagedorn 2, 36;
öder als die wüste, wilder als das meer
schlügen menschenherzen, wenn nicht liebe wär,
himmel würden trauern
und den kalten fels, den mensch bedauern.
Burmann ged. 160;
auf eines felsen stirn.
Oberon 8, 51;
liegst nun auf hartem fels.
9, 5;
von diesem fels.
9, 33;
der anfang ist von einem schmalen gang,
der durch den felsen sich um eine spindel windet.
9, 41;
aus einem felsen quillet.
9, 46;
die felsen zu ersteigen.
9, 47;
und wie ein fels, zu dem sich wolken nie erheben.
9, 52;
ein glanz von himmels wonne
verkläret fels und hain.
9, 66;
die gewalt zertrieb
sie (beide felsen) also reiszend das auf einem fels die schöne,
der jüngling auf dem andern blieb.
Karschin ged. s. 100;
der fels steht noch wie ehemals.
Gotter 3, 25;
hoch rollten die wogen, entlang ihr gleis
und rollten gewaltige felsen eis.
Bürger 36ᵃ;
sie klimmt am dornigen felsen empor.
64ᵇ;
nicht des felsen stirn im fichtenkranze
die sich rauschend in die wolken hebt.
98ᵃ;
drinnen im fels nun warf er es ab mit entsetzlichem krachen.
Od. 9, 235;
hoch nun schwang er empor den gewaltigen fels vor dem eingang,
9, 240;
böckchen, o freund, wie trabst du so hinter der herd aus dem felsen?
9, 447;
aber mitten im fels ist eine benachtete höle.
12, 80;
über dem fels auch sitzen gesang anstimmende jungfraun.
Orpheus Argon. 1268;
herzlich gegrüszt mir im fels mein Wilibald!
Voss 2, 183;
und ein zickelchen oben vom felsen.
3, 312;
wann sturm beschäumte wogen
empor an felsen schlug.
5, 256;
tochter des felsen! = felsenquelle.
Matthisson 237;
Damon sasz und blies die flöte,
dasz es von den felsen klang.
Göthe 1, 22;
ihr felsen, ihr bäume,
verbergt meine freude!
1, 44;
soll er auf die felsen trauen?
selbst die festen felsen beben.
1, 72;
an dem felsen beim flusz,
wo sie reichte den kus,
jenen ersten im gras.
1, 89;
wie dort sich die wolken
am felsen verziehn.
1, 99;
es stürzt der fels und über ihn die flur.
1, 177;
basalt, der schwarze teufelsmohr
aus tiefster hölle bricht hervor,
zerspaltet fels, gestein und erden.
4, 383;
hört ihr jene brandung stürmen,
die sich an dem felsen bricht?
Schiller 59ᵃ;
handlos und schrof ansteigend starren ihm
die felsen die unwirthlichen entgegen.
539ᵇ;
diese felsen bücken ihre häupter nicht
vor seinem hute.
540ᵃ;
von fels zu fels den wagesprung zu thun.
544ᵇ;
bitten schreibt sie dem gemahl,
den sie wol erweichen könnten,
wenn die ehre nicht in felsen
wandelte der helden herz.
Herder Cid 19 s. 101;
so arm in arm, die haare flatternd, stürzen
sie sich vom schroffen fels hinab ins meer.
A. W. Schlegel 2, 103;
dicht von felsen eingeschlossen,
wo die stillen bächlein gehn,
wo die dunkeln weiden sprossen,
wünsch ich bald mein grab zu sehn.
Tieck nach mahler Müller.
man sagt: er stehet wie ein fels, unbeweglich, wie ein baum, im skr. heiszen berg nnd baum 'aga', ungehend.
8)
da der festigkeit des felses die vorstellung von schirm, schutz entsprieszt, so verwendet Luther fels in dieser abstraction, wo der text und die vulg. andere ausdrücke gebrauchen: wo sind ire götter? ir fels darauf sie traweten? vulg. ubi sunt dei eorum, in quibus habebant fiduciam? 5 Mos. 32, 37; herr mein fels, mein burg, mein erretter (vulg. firmamentum meum, et refugium meum et liberator meus). ps. 18, 3; sei mir ein starker fels und eine burg (vulg. esto mihi in deum protectorem et in domum refugii). 31, 3; ich sage zu gott meinem fels. 42, 10; bei gott ist mein heil, meine ehre, der fels meiner sterke. 62, 8; denn gott der herr ist ein fels ewiglich (vulg. deus fortis in perpetuum). Es. 26, 4. dieser psalmenstil ist hernach auch in geistlichen liedern ständig geworden: fels der hofnung und des heils, arx spei et salutis (vgl. mhd. vëlsbërc);
auf dich, mein got, allein ich traw
du bist mein trost auf erden,
du bist der fels, auf den ich baw,
du bist der hirt der herden.
Weckherlin 106,
wo doch die sinnliche bedeutung zugezogen ist;
mein fels und mein schutz bist ja du.
136;
du mein hort, du mein fels!
Fleming 546.
9)
alte synonyma. des goth. hallus wurde bereits unter 1 gedacht, es ist das altn. hallr, finn. kallio, est. kaljo, vielleicht auch litt. uͦla. ahd. scorro scopulus (Graff 6, 539), fluoh scopulus, schweiz. fluh, wovon an seiner stelle, beide verbunden in scorronô fluahî. scrofe, schropfe unter S. ahd. scesso (Graff 6, 539). ahd. chlëp (Graff 546), alts. ags. clif, cliof, nhd. klippe. engl. rock, nnl. rots, fallen zum it. rocca, sp. roca, fr. roche, das sich von rocher fast unterscheidet wie πέτρα von πέτρος. lat. rupes gieng nicht recht ins rom. ein. dem fels wird leib, rücke, stirn, horn, nase, rippe beigelegt.
10)
eine menge von zusammensetzungen gehört meistentheils erst der neueren sprache und die dichter greifen, wie es ihnen fügt, nach fels oder felsen. alte sind nur unter den mit fels gebildeten.
Zitationshilfe
„fels“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/fels>, abgerufen am 18.09.2019.

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