fallieren
Fundstelle: Lfg. 6 (1861), Bd. III (1862), Sp. 1288, Z. 1
fr. faillir, it. fallire (Diez 137), mhd. fâlieren, failieren, mnl. failgieren:
wol dâ getjostieret wart
von den zwein jungen âne bart
sunder fâlieren.
Parz. 211, 17;
sunder fâlierens misse.
465, 24;
unde tâten goume
swenne si punierten,
daʒ si niht failierten.
738, 28;
dâ wart failieren gar vermiten.
Wh. 87, 25;
jâ sîn wort falliret niht.
Haupt 5, 553;
wan waʒ dise Sibille sagete, daʒ wart wâr, wan di schrift saget von den anderen Sibillen, der wâren eilfe, der prophezîe fallirte, aber dise Sibille fallirte nicht. myst. 127, 24. nhd. fallieren, triegen. Henisch 991, 22; der sonsten in seinen worten niemaln falliret hette. Spee g. tugendb. 197. heute in dem eingeschränkten sinn von unvermögend sein zu zahlen: etliche kaufleut heben ire händel so hoch an, dasz si in (einen handel) nit hinausz künden fueren und müssen darüber entlaufen, welchs man aufstehn heiszt oder gefalliert; in Hispanien heiszt es bankerota. Alberus dial. vom interim. P 2ᵃ; holla, vetter, warum so sinnend? haben wir (d. i. habt ihr) etwa fallirt, dasz ihr so bankrut da steht? Fr. Müller 3, 259. im volke auch noch es hat ihm falliert, fehlgeschlagen. vgl.fehlen.
Zitationshilfe
„fallieren“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/fallieren>, abgerufen am 23.09.2019.

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