erniedrigen
Fundstelle: Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 923, Z. 13
was erniedern: denn wer sich selbs erhöhet, der wird ernidriget, und wer sich selbst ernidriget, der wird erhöhet (ahd. sih erhefit, wirdit giôtmuotigôt, goth. hauheiþ sik, gahnaivjada). Matth. 23, 12. Luc. 14, 11. 18, 14; alle tal sollen vol werden und alle berge und hügel sollen ernidriget werden (goth. all dalei usfulljada jah all fairgunjê jah hlainê gahnaivjada). Luc. 3, 5; oder hab ich gesündiget, das ich mich ernidriget habe, auf das ir erhöhet würdet? (goth. mik silban haunjands, ei jus ushauhjaindau). 2 Cor. 11, 7;
ernidrigend mein herz, erhub ich meine stim.
Weckherlin 133;
in dieser stillen einsamkeit
dürft ich in keine tiefe mich
erniedrigen, mich nicht erheben
auf eine höhe, welche sich
feindselig könnte mir beweisen.
Gleim bei Gökingk 3, 194;
wo fände sich ein gleicher, seine hand
mir, der erniedrigten, zu reichen?
Göthe 9, 346;
die gebirge erniedrigen sich, je mehr sie sich dem meere nähern. Kant 9, 43; er hob das trunkne auge in den mit sternen bethauten himmel und sah den erniedrigten (tiefer gesunkenen) mond gelb und matt in süden hängen. J. P. Hesp. 4, 60; sich zur lüge, zur verstellung erniedrigen. Klinger 5, 339; er glaubt mit einer abbitte sich zu erniedrigen;
die jungen herrn, die hoch nach fenstern schielten,
erniedrigten nach mir nicht ihr genick.
Rückert ges. ged. 1, 138.
Zitationshilfe
„erniedrigen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/erniedrigen>, abgerufen am 20.08.2019.

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