erbleichen praet
Fundstelle: Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 729, Z. 76
pallescere, erblassen. das ahd. erblîchan hatte noch, gleich dem einfachen blîchan (2, 97) die bedeutung von splendere, resplendere, das mhd. erblîchen nur die von pallescere, verbleichen:
vil hart er irbleich.
fundgr. 2, 25 = Diut. 3, 58;
dô truoc dër starke Parzivâl
ninder müede lit noch erblichen mâl.
Parz. 693, 2;
erblichen was sîn varwe.
Nib. 928, 1;
sîn varwe was erblichen.
2006, 1;
und nicht anders ist das nhd. wort stets privativ,
1)
vom schwinden der farbe gebraucht:
die leublein sein all erblichen.
Uhland 45;
und da ich nichts ersach,
ward ich sogar erblichen.
gesellsch. lieder s. 15;
wie die rose mit Auroren
jetzt im silberthau geboren,
jetzt Auroren gleich erbleicht.
Herder.
2)
vom erblassen sterbender:
er ist erblichen, ligt daniden,
ich glaub warlich er sei verschieden.
H. Sachs III. 3, 72ᵈ;
nach glücklich eingenommnem maht
erwägt er seine liebesqual
und will nunmehr durch gift erbleichen.
Hagedorn 3, 33;
wenn ehemals zu Rom ein kaiser war erblichen.
Wernike s. 63;
und du lagst ein erblichener leichnam.
Voss.
3)
abstract für vergehen, entweichen:
es höre der staatsmann des lieds warnungen,
sobald es die todten erweckt und erblichener zeit groszthaten
tiefsinnig und feierlich wälzt.
Platen 133ᵇ.
erblich
Fundstelle: Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 731, Z. 1
hereditarius, ererbt: erblich gut. weisth. 3, 580; erblich feber oder kaltwee, contagiosa febris, erbliche krankheit durch anschouwung eines anderen, contagio aspectus. Maaler 108ᵇ;
sölch straf der sünd und erblich gift
ist wol beweret dürch die schrift.
Schwarzenberg 157, 2;
wenn der fürst seiner söne einem ein geschenk gibt von seinem erbe, dasselb sol seinen sönen bleiben und sollen es erblich besitzen. Ez. 46, 16;
eh uns der sünden schmach in Eden erblich ward.
Logau 2, 65, 58;
ich halte zwar nicht viel von erblichen geschichten,
jedoch ich will davon, was ich gehört, berichten.
Rost schäfererz. 13;
erbliche armut; der geiz ist in diesem geschlechte erblich.
Zitationshilfe
„erblich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/erblich>, abgerufen am 14.10.2019.

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