demohngeachtet, demungeachtet, demunerachtet
Fundstelle: Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 919, Z. 66
ein als conj. gebrauchtes part. prät., dennoch, nichts desto weniger, nihilominus, engl. notwithstanding, franz. nonobstant. ohn steht hier, wie in ohnlängst, ohnfehlbar für un, was auch jetzt in der schriftsprache die oberhand hat. der dat. dem scheint durch ohnedem veranlaszt, da aber achten hier den genit. verlangt, so gebraucht man lieber dessenungeachtet. das wort scheint erst gegen die mitte des 17 ten jahrh. aufgekommen zu sein. demunerachtet liesz sich Floramene diesen mittag wieder auf der hochzeit in ihrer ganzen schönheit verwundern (bewundern) Riemer Stockfisch 253. und war des amtmanns söhnen, die doch alle beide älter als ich, auch im studieren weit voran waren, wo nicht vordoch ganz gleich gekommen; demohngeachtet vertrugen sich dieselben sehr wol mit mir Felsenburg 1, 113. demohngeachtet Leisewitz Jul. v. Tarent 79. da doch demohngeachtet aus dem thränensack der abflusz nicht erfolgte Herder in Merks briefen 1, 16. das ist er demohngeachtet doch Lessing 2, 559. dasz ich zwar besagten hrn. oheim II. auf october a. c. aufgespart habe, demungeachtet aber dessen baldiger fortsetzung mit groszem verlangen entgegensehe Wieland in Merks briefen 2, 193.
Zitationshilfe
„demungeachtet“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/demungeachtet>, abgerufen am 24.08.2019.

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