da
Fundstelle: Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 646, Z. 52
goth. þar, ahd. dâr thâr, dâra dâre Graff 5, 53, 59. dârî Muspilli 16. im 12ten jahrhundert zeigt sich noch dâr. mhd.mit abgeworfenem r (Ben. 1, 303), alts. thar, altfries. ther, niederd. daar, ags. und altnord. þar, niederl. daar, engl. there, schwed. ther, dän. der. diese pronominalpartikel läszt sich auf einen jetzigen casus nicht zurückführen, wenn man nicht einen localis darin sehen will; s. Gramm. 3, 171. in der heutigen sprache erscheint die alte form dar noch in zusammensetzungen mit adverbialpräpositionen. weil man zugleich, niederdeutschen einwirkungen nachgebend, für die bedeutung und form nach ursprünglich verschiedene partikelebenfalls da gebraucht, so ist eine nachtheilige vermischung beider entstanden. das organische da weist auf raum und örtlichkeit und bedeutet demonstrativ ibi, relativ ubi. aber das gothische þar heiszt, wie das mit dem suffix uh gebildete þaruh, immer ibi, während das suffix ei in þarei den relativen sinn bewirkt. schon das ahd. dâr steht sowol für ibi als für ubi.
1.
demonstrativ, mit gröszerm und geringerm nachdruck. er geht da. das buch steht da. sie sitzen alle da beisammen. dise weiber mit iren schamlosen worten werden gleich den schnecken, wohin sie kriechen, da lassen sie ein wuͦst hinder sich Keisersberg Sünden des munds 62ᵇ. so aber der knab nimpt weder bürsten noch alen in die hant, sundern er sitzt da und slecht die hend under und greift es nit an das im der meister gesagt und geleret hat, darusz wirt nümer kein guͦter schuͦmacher 81ᵃ. sihe, da ist meine magd Bilha 1 Mos. 30, 3. was habt ir da für einen dienst? 2 Mos. 12, 26.
find ich dich da, du loser tropf?
Mückenkrieg 3, 433.
ach, rief er aus, da war es, da!
kommt ja der hecke nicht zu nah
Gellert 1, 187.
du da in deinen schwarzen haaren,
war dieser etwa dein galan?
1, 222.
da bring ich ein briefchen von meinem herrn
Lessing 1, 543.
nun liegt er da,
liegt ohne wartung, ohne rat und zuspruch,
ein raub der schmerzen und des todes da
2, 204.
hat seinen reichthum dieser mann aus gräbern,
so warens sicherlich nicht Salomons,
nicht Davids gräber. narren lagen da
begraben
2, 241.
Tempelherr. wo ist denn euer vater? ist er noch
beim Sultan? Recha. ohne zweifel. Tempelh. noch, noch da?
o mich vergesslichen! nein, nein: da ist
er schwerlich mehr
2, 266.
da hast du baare funfzig thaler
Hagedorn 2, 86.
da liegst du, du hast mirs sauer gemacht, doppelt sauer. Göthe.
pfui! speit ihr aus, die hure da!
1, 204.
einen hasen, mutter, da 42, 174.
hoch auf des thurmes glockenstube,
da wird es von uns zeugen laut
Schiller 77ᵇ.
da ist der kahn, der mich hinüber trüge,
und musz hier liegen hülflos, und verzagen
518.
da ist der Tell, er führt das ruder auch:
er soll mir zeugen ob die fahrt zu wagen
518.
uneigentlich sagt man, wenn das nicht geschieht, so sitzen wir da, so ist nichts mehr zu thun, so wissen wir nicht was wir anfangen sollen.
2.
bei fragen und antworten wird es verstärkend zugefügt. was will das kind da? das herankommt. wem gehört das bild da? das da hängt. mit einem vorwurf, ir männer, was macht ir da? Apostelg. 14, 15. nun da, prinz, gefällt sie (die todte Emilia) Ihnen noch? Lessing 2, 189. bei Fischart findet man, ein solcher Grillus und Silenus, sagt Alcibiad, wäre sein präceptor Socrates. wie so? da so Garg. 19. auf die frage wo antwortet man da, indem man wol mit dem finger deutet: man könnte auch hier sagen oder dort. des gröszern nachdrucks wegen wird es auch verdoppelt, wo legt ich es doch hin? da, da, Lessing 1, 252. wo blieben Sie (beim vorlesen)? da, da, hören Sie nur ders. 1, 298. die anfragen oder anrufungen wer da? qui-vive? qui-va-la? was da? quid vis? Stieler 287, wo da? ubi? mit der antwort hier da ders. 267. herr, wo da? Lucas 17, 37. in der volkssprache wo denn da? sind durch ellipsen zu erklären.
3.
so auch nichts da stärkere verneinung. ja da! stärkere bejahung,
hörst was ich dir han gesait?
'ja da!' antwürt sie im do
Ring 15ᵃ, 36.
darf ich diese blume brechen? nichts da. ja wol, wenn man in den büchern gott und die natur finden könnte, aber nichts da, die finden sich drauszen Steffen Luxenburger märchen 54. nichts da, behauptet ist nicht bewiesen ders.
4.
man setzt da ohne weitere bedeutung, nur als verstärkung.
a.
nach dem meist im nominat. stehenden pronomen relativum. häufig im mhd. (Benecke Müller 1, 304ᵃ), aber auch noch im 15ten und 16ten jahrh.: heute wird es seltner gebraucht, doch in der volkssprache hört man derde, diede als relativ. nement die hand voll eschen, die da noch heisz ist und glüwet Keisersberg Sünden des munds 2ᵇ. das heiszt unordenliche begird, die da nit ist nach ordenung der vernunft 4ᵃ. ist daz nit ein groszer narr, der da murmelet, darumb das er siech oder arm ist 17ᵇ. besunder sollent sie auch warnemen des exempels sancti Pauli, der da spricht zuͦ den Colosensern 34ᵃ. du der da bist der herr des himelreichs und ertreichs 84ᵇ. gott des herren spotten, der da der aller gröszt ist 44ᵃ. eines solchen guten frummen menschen, der da gott gern dienen wolt 45ᵃ. ein hund kan nit reden sunder allein der mensch, der da vernunft hat 49ᵇ. das ist ein schamperman, der da schand gebirdt, aber das ist ein erber mensch, der da eer gebirdt 61ᵇ. der da gern hört eer abschneiden, der schneidet eben als wol der, der da hinderredet 28ᵇ. das ist wider die, die da tag und nacht uf der stuben ligen ze füllen, ze fressen und ze saufen 5ᵇ. du solt wenig und selten reden, das thuͦn nicht die, die da von vil worten sein 81ᵇ. der erst schad der da erwachset aus unnützen worten 50ᵃ. sahent die füchslin, die da die reben zerzerren und zernagen 45ᵇ. also habent ir die schäden, die da wachsen von spotten 45ᵇ. es seint deine füsz die da schnell laufen zuͦm bösen 48ᵇ. was thuͦt die amm? sie entschläft das kind, das da schriet und weinet 32ᵇ. was man tuͦt das da ze vil oder ze wenig ist, das seint laster: tugent seint in mitten 33ᵃ. das da keinen nutz bringt weder dem, der da redet oder der das hört 49ᵇ. fressent und zerbeiszen daz da ganz sol sein 62ᵃ. daz lob gots, das da on underlasz geschicht von allem himelischen her 89ᵇ. als in ein schönen lustigen garten, in dem da die violaten stond der demuͦt 29ᵃ. er muͦsz gelogen haben eben als einer, den da glustet ze stelen 23ᵇ. der erste schaden, den da bringt ein böser ratgeber 59ᵃ. nicht selten bei Luther, gott schuf grosze wallfische und allerlei thier, das da lebt und webt 1 Mos. 1, 21. und sagts Abraham an den ausländer, der da wonet im hain Mamre des Amoniter 14, 13. ich weisz das Messias komt, der da Christus heiszet Joh. 4, 25. 'ich bin das a und o, der anfang und das ende' spricht der herr, der da ist und der da komt, der allmächtige Offenbar. Joh. 1, 8. der da hat ein blödes gesicht Comenius 163. es kommt auf die beherzigung dessen an, was da ist wahr und gut und neu Klopstock 12, 118. keiner der da dichtet 12, 145. 150. drei sind die da herschen auf erden Göthe 12, 251.
b.
nach wer der, welcher, wer da ringt mit eim und in erwischt bei der gurgel, der hat die sach halb gewunnen Keisersb. Sünden des munds 9ᵃ. wer da handlet fremd guͦt wider den willen des herren, der ist ein dieb, oder der da ein güldin nimpt wider seinen willen, ist ein dieb 22ᵃ. wer da gift in das maul nimpt, das verderbt im den leib 24ᵇ. wer da fluͦchet vatter und muter, und wer da zerstöret die geburt seiner mutter und spottet seines vatters, des augen müssen die rappen auszkippen 44ᵇ. wer da kleine ding versaumet, der nimpt hübschlich ab von tag zu tag 51ᵇ. wem da mit hinderreden wol behaget, da man den lüten ir eer abnaget, sol des tisches nicht wirdig sein 27ᵃ. wer da guts sucht, dem widerferet guts Sprüche Sal. 11, 27. denn wer da bittet, der empfähet, und wer da suchet, der findet, und wer da anklopft, dem wird aufgethan Matth. 7, 8. denn wer da hat dem wirt gegeben, das er die fülle habe 13, 12. wer da gläubet und getauft wird, der wird selig werden Marc. 16, 16. wer da suchet seine seele zu erhalten, der wird sie verlieren Luc. 17, 32. denn wer da zweifelt, der ist gleich wie die meerswoge Jacob. 1, 6. wen da dürstet, der komme zu mir und trinke Joh. 7, 37. es sei da wer da will, quisquis etiam fuerit Stieler 267.
c.
nach welcher, die jünger Christi zeppeleten mit einander um thorecht ding, welcher da würd werden der gröszer in dem reich Keisersberg Sünden des munds 42ᵇ.
d.
nach wo, auch wenn es nicht fragt, darumb wo da seint vil räth, da ist heil Keisersb. Sünden des munds 57ᵇ. der weis man spricht 'wo da seint vil wort, da ist auch gebrust' 76ᵃ. aber wo da erübte dapfere gesessene menschen seint, und die da schweigen, da gedenk das etwas darhinder sei das.
e.
nach wie, ir hond gestern gehört wie da fünf und zwenzig blattren dem menschen an mund wachsen Keisersb. Sünden des munds 3ᵇ.
f.
nach darum, es gieng in vil an, darumb da thet er daran kein unrecht Keisersb. Sünden des munds 17ᵃ.
g.
Keisersberg setzt es auch nach da ubi, das unsere herzen gefürt werden an das ort, da da ist ware freud Sünden des munds 86.
5.
aufmerksamkeit zu erregen, ruft man da! sieh da! ecce! da! es regnet. sieh da! er kommt. beim darreichen da!, wo es dem französischen tenez entspricht, da! nimm hin. da! da ist es. nu, gnädiger herr, da! indem der sprechende den ring auf den tisch wirft Engel. auch gehäuft, es sängelt (singt) 'da! da!, nüsli (müsli? mäuslein), da!' Ring 14ᶜ, 8. da! da! da stehts Milichius M 1ᵇ. da! da! da hast du es, da, euge! cape tibi hoc Stieler 267. beim erstaunen, erschrecken, da! da donnerts. da! da stürzt er zur erde. da! das pferd reiszt sich los. da! da! ha! ha! da! geminatum triplicatumve eventum subitum alicujus rei significat Henisch 629. da, da, da! das heiszet glocken gossen Fischart Garg. 102ᵃ. da, da, da! sprach Kyklopocol 218ᵃ. da, da! du edler schwanz 240ᵃ. in Baiern ist da! da! ausruf der kinder, wenn ihnen etwas gefällt, Schmeller 1, 347. und als interjectio jocantis, ridentis wird es bei Maaler 85ᵇ und Stieler 267 angeführt: da! da! das sehen wir gerne. da. da! ist es nun zeit? vah, tam sero. die bairische mundart hat, wie Schmeller bemerkt, daraus ein substantivum gebildet, das ding ist dada, das ist ein schönes dada. auch der hund, dem man da! da! zuruft, wird dada genannt, in Nürnberg dodo, dös fleisch is von'n dodo gwöst Weinert ged. in Nürnb. mundart 4, 4. ebenso in der thüring. kindersprache der dodo, das dodochen. allein es gilt auch als verhöhnung, als schadenfroher ausruf, und sperren ir maul weit auf wider mich und sprechen da! da! das sehen wir gerne Psalm 35, 21. sie müssen in irer schande erschrecken, die über mich schreien da! da! 40, 16. da! da! der artikel hat den rechten blutschweren tropfen Luther 1, 415ᵇ. so wird in Baiern auch ein roher mensch, auf den man mit da! da! hinweist, ein bauerndada genannt im gegensatz zu dem freien städter Schmeller 1, 347.
6.
bei gegensätzen kann es wiederholt werden, kam eine plag nach der andern über die stadt, da pestilenz, da hunger E. Alber. 15ᵃ. gewöhnlicher ist hier oder hie und da,
dû twingest hie, nû twing ouch dâ
Walther 55, 28.
des heilgen geistes lêre,
die er mit wîser kêre
hie unde dâ den lûten warf
Passional 169, 57 Hahn.
minne ist hie, minne ist dâ
Heinzeleins minnenlehre 1825.
wil ich hie, so wil sie dâ
Liedersaal 2. 503, 19.
im mhd. auch wol dâ unde hie, was heute nicht mehr üblich ist,
dâ wâren kleiniu vensterlîn
durch daʒ lieht gehouwen în,
diu lûhten dâ unde hie
Gottfried Tristan 420, 13.
sich was etwan hie ist und denne da, das ist nit an allen enden Theol. deutsch 60. und da dein knecht hie und da zu thun hatte 1 Könige 20, 40. macht hie und da graben an diesem bach 2 Kön. 3, 16. auch vergosz Manasse seer vil unschüldig blut, bis das Jerusalem hie und da vol ward 2 Kön. 21, 16. sie werden zu euch sagen 'siehe hie, siehe da'. Lucas 17, 23.
drum will ich
hier oder dort oder da triumphierend und einsam sitzen.
Klopstock Mess. 2, 848.
in erd und himmel, hie und da
Rückert 7.
manchmal heiszt es so viel als vereinzelt, zuweilen, hier und da sieht man in dem sand einen grünen strauch. eine miserable lust hie und da über die schnur zu hauen Tieck. oder da und dort, dorten.
weicht in die winkel da und dort
Fastnachtsp. 172, 2.
und huben an zu fliehen einer da, der ander dort hinaus 2 Maccab. 21, 2. jetzt da, dan dort allenthalben Maaler 85ᵇ. da und dort hic et illic, hinc illinc Schönsleder K.
stürzt alles zu boden da und dort
Mückenkr. 3, 116.
o liebe mutter, ich mag alldo
ihm geben gar kein freundlich wort,
weil er sich los hält da und dort
H. Sachs 4. 3, 36ᵇ.
ach wie steht der gute glauben
da und dort auf falschen schrauben
Chr. Weise Kluge leute 355.
dasz die macht
der christenheit, die er gewaltig lenkt,
die Türken da, die ketzer dort vertilge
Göthe 9, 127.
was etwa da und dort sich melden mag
41, 211.
dort und da wieder hin
glieder um glieder sich ziehn
41, 236.
da ist der kahn und dort der see: versuchts!
Schiller 518.
nun musz ich da und dorten sie auch zu sehen gehn.
Rückert 214.
selten dort und da,
stäts und immer, dort und da
Rückert 26.
oder in verbindung mit hier,
si stuonden hie, dort unde dâ
nâch wunsche drin gesprenget
Konrad Trojan. krieg 7455.
und was ich sonst mache hier und dort und da Göthe 47, 105. Mit da und da drückt man das unbestimmte, ungewisse aus, er hat sich da und da aufgehalten. wilt du allwegen lust haben, den magst du nit überkummen, so du den lüsten und glüsten nachhengen wilt und dem da und da zu seinem weib gon Keisersberg Sünden des munds 12ᵃ. aber dise die der welt urlob hond geben und still seint worden, wan man inen sagt was man da und da thü, die entpfinden es weit, wan sie der selben stille mangelen müssen, und so inen unruͦg einfallet 70ᵃ. der künig ist da und da. gott ist da und da Brösamlin 34ᵃ.
ich wäre kein soldat, nein, sondern der und der,
und käme da und da von meiner heimat her.
Mich. Franck Kriegsbrand D 2ᵇ.
7.
die alte sprache liebt es, wenn vor dem eigennamen eines landes, flusses, waldes, einer stadt eine präposition steht, noch ein hinweisendes da vorangehen zu lassen,
dâ zen Burgonden was ir lant genant
Nibel. 5, 3.
dâ zem Spehtesharte das. 903, 3. dâ ze Rîne Dietleib 8954. s. Benecke 1, 305. des gleichen lis (lese) ich auch von sant Peter, dem marterer prediger ordens, der da leit zuͦ Meyenlandt Keisersberg Sünden des mundes 44ᵃ. es kommt noch in der umgangssprache vor, da bei der Fulda liegt der kleine garten. da am fusz des Habichtswaldes steht seine hütte.
8.
weist es auf eine bestimmte örtlichkeit, so heiszt es allda, dort, daselbst. ich hatte das buch mit auf mein landhaus genommen und liesz es da liegen. das ist sein haus, er wohnt schon lange da. er ist in der stadt, aber er bleibt nicht da. kommt er auf mein gut, so halte ich ihn da fest. so hab ich nu dis haus erwelet und geheiliget, und meine augen und mein herz sol da sein alle wege 2 Chronica 7, 16. als nun die Samariter zu im kamen, baten sie in das er bei inen bliebe, und er blieb zween tage da Joh. 4, 40. so steht es auch, die örtlichkeit näher bestimmend vor adverb., das haus steht da hinten, da neben. das buch suchen da unten. bis da huc usque, hier da hic Stieler 267. von da von dort. ein thurm steht dort, von da hat man eine weite aussicht. von da gelangte man zu einem lustigen wäldchen. sie sprachs und eilte nach dem vordertheil des schiffs, von da sprang sie ins wasser; vergl. von dar s. 655. von da an bezeichnet einen wendepunct, wir kamen bis zu dem brunnen, von da an gieng der weg rechts ab.
9.
es kann auch so viel bedeuten als zugegen, gegenwärtig, angelangt, vorhanden, zur stelle, zur hand. dan wer ze hof ist und lang wil da bleiben, der muͦsz es künden, kan er es nit, so bleibt er nit lang da Keisersb. Sünden des munds 67ᵇ. so er gebeut, so stehts da Psalm 33, 9. denn plötzlich steht er da und spricht Lessing 1, 48.
da steh ich schon
Göthe 41, 157.
du siehst vier fürsten da
41, 291.
gewöhnlich bei sein.
und ob iemant käm nach uns herein,
so sagt niemant dasz wir da gewesen sein.
Fastnachtsp. 790, 25.
da er sahe das kein mensch da war, erschlug er den Egypter 2 Mos. 2, 12. die (steine) sind noch da auf diesen tag Josua 10, 27. die zeit ist da, das die heiden komen sollen Hesek. 30, 3. ich bin da, ich merk und höre dich Maaler 85ᵇ.
ich wil itzt selber zu in gehen,
sie sol die drüsse und beule bestehen:
ich wil in die leviten lesen,
sollen sagen ich sei da gewesen.
Joh. Römolt C 3ᵃ.
weil daselbs wärn losieret ein
all eidgenoszschützen, die da sein
Fischart Schiff 904.
das sahe der koch ohn als gefahr
dasz ein frembder hund da war
Wolgemut 2, 342.
er ist nicht da desideratur Stieler 267.
sagts, wollt ihr nicht? denn jetzt sind wir noch da
Gellert 1, 205.
mein lieber schatz, das los ist da 2, 295.
denn nicht nur glück, auch leiden dich zu üben
erwarten dich und sind schon da
6, 229.
aber morgen nacht
bist du wieder da?
Göthe 1, 247.
war sie da? wo ist sie hin?
5, 50.
Haman, bist du da?
13, 20.
ich sage nur zu gern 'da bin ich, da'
41, 220.
gelegenheit ist da, nun, Fauste, greife zu
41, 259.
Faust. ist jemand hier? Sorge. die frage fordert ja.
Faust. und du wer bist du denn? Sorge. bin einmal da.
41, 314.
alles ist immer da in ihr (in der natur) 50, 7.
wer, wer ist da?
ich, ich bin da
57, 137.
sobald er da sein wird Engel Lor. Stark c. 25. was das absolute sein oder gott ist, das ist er schlechthin. nun ist er untern andern auch da, äuszert und offenbart sich Fichte Anweisung zum seligen leben 105. es ist nichts! nichts! du bist ja da. es ist vorüber Schiller 184ᵃ.
und kalt her bläst es aus dem wetterloch:
der sturm, ich mein, wird da sein eh wirs denken
517ᵃ.
10.
so bezeichnet da sein auch leben,
denkt ihr dasz ich rätsel
zu lösen da bin?
Lessing 2, 280.
dasz ich dirs mit éinem worte sage, mich selbst, ganz wie ich da bin (meiner natur, meinem ganzen wesen gemäsz) auszubilden, das war dunkel von jugend auf mein wunsch und meine absicht Göthe 19, 151. und wenn ich (Göthe) jetzt ins theater komme und seh nach seinem (Schillers) platz und musz es glauben, dasz er in dieser welt nicht mehr da ist, dasz diese augen mich nicht mehr suchen, dann verdrieszt mich das leben, und ich möchte lieber nicht mehr da sein. Bettine Briefwechsel 1, 281. deinetwegen, schöpfer, bin ich da Schiller 207ᵇ. s. dasein.
11.
zählt man etwas auf, so sagt man formelhaft als da ist. manche vögel ziehen im herbst fort, als da ist die schwalbe, die nachtigall, der storch und andere.
nämlich kräuter als da sein
gänsfüszel und auch gänserich,
gänsdistel, gänszung sicherlich
Ganskönig F v.
12.
häufig steht es im nachsatz auf wo. wa die liebe ist, da ist kein murmeln, kein eer abschneiden Keisersberg Sünden des munds 30ᵃ. also auch wer die kleinen teglichen sünd nit meiden wil, der muͦsz warten sein das sie in hindennach verderben. davon wa die münch und pfaffen also in die hüsser schliefen, da mag nüt guͦts sein 52ᵃ. und wo rechte gericht seint, da man dem armen urteilet als dem reichen, und so man gleich hindurch gat, da seint die stett verrigelt, wo die statthor wol verrigelt seint, da ist man sicher in denen 81ᵃ.
wo landsknecht sieden und braten
und pfaffen zu weltlichen dingen raten
und weiber führen das regiment,
da nimbt es selten ein gut end
Schuppius 12.
denn wo das strenge mit dem zarten,
wo starkes sich und mildes paarten,
da gibt es einen guten klang
Schiller 78ᵃ.
wo rohe kräfte sinnlos walten,
da kann sich kein gebild gestalten
79ᵇ.
der nachsatz mit da kann auch vorangehen, da baut man hütten, wo friede herscht.
er bat nur da, wo jener wild befahl
Gellert 1, 184.
13.
als entschiedenes relativum heiszt es wo, was man jetzt auch lieber gebraucht. das demonstrative da kann voranstehen, er ist da, da man ihn nicht sucht. es kann auch unterdrückt werden, was in der ältern sprache nicht selten geschah (Benecke 1, 305ᵇ, 23). sich schuldig bekennen da kein schuld ist Keisersberg Sünden des munds 15ᵇ. aller unflat würt geseiet (gesät) da die aller öbersten solten sein 20ᵇ. ein gut ding ist hochgültiger und besser weder (als) da ist der gut leümbde und eer 48ᵃ. euer liebe hausfrau ist besser da (da wo) sie itzt ist, dann da (als) sie bei euch war Luther 5, 589. da ich bin, könnt ir nicht hinkommen Joh. 7, 34. meist wird die örtlichkeit angegeben, ich bin in einem land gewesen, da die menschen zwiret in dem tag essen Keisersberg Sünden des munds 5ᵇ. darumb hat man in den selben landen, da sie seindt, ampelen in den heusern 68ᵃ. und sazt in uf die gruͦb, da Daniel in sasz under den leuwen 86ᵃ. das niemand den andern sahe noch aufstund von dem ort, da er war, in dreien tagen 2 Mos. 10, 23. ich aber wil eraus (heraus) gehen und neben meinem vater stehen auf dem felde, da du bist 1 Samuel 19, 3. rugen (ruhen) in der höle, da sie lauren Hiob 38, 40. und er ersäuft würde im meer, da es am tiefsten ist Matth. 18, 6.
an solchen örten und dem platz,
da man verhüt den himmelschatz
Schwarzenberg bl. 152.
begab er sich für Camin, da daszmal die pommerschen fürsten waren Micrälius 2, 257. das kein sprache oder rede sei, da man nicht gottes stimme höre Schuppius 94. der hof eines potentaten, da verstand und gerechtigkeit zu rate sitzen. Butschky Patmos 730.
ein schlosz, da Circe scherzt mit ihren gaukelpossen,
ein kerker, da das glück die sclaven hält verschlossen,
ein tollhaus, da man sich durch manche narren drängt
Canitz 130.
du findest dich vor einem gewölbe, da wol zwanzig stufen hinabgehen Göthe 16, 9. die Straszburger tanne spricht zu den andern bäumen
einst einer von euch allen,
wenn er so altergrau
wird wie ich falle fallen,
gibt stoff zu anderm bau,
da wohnen wird und wachen
ein fürst auf deutscher flur:
dann wird mein holz noch krachen
im bau der präfectur
Rückert 189.
14.
ohne beziehung auf örtlichkeit wird da vorangesetzt, um auf eingetretene ereignisse oder auf besondere zustände lebhafter hinzuweisen, ein gebrauch der schon in der mhd. sprache nicht selten war; vergl. Benecke 1, 305ᵃ. da springen sie, da jauchzen sie. da steht er wie ein armer sünder. da reden sie schön und handlen schlecht. da wellen vil auctoritates herfür ziehen, ist eben als wan man der sonnen ze hilf wil kumen, so man stro anzündet Keisersberg Sünden des mundes 81ᵃ. stieg ich zu ihm ins grab hinunter und fieng an ihn zu schütteln, zu küssen, aber da war kein leben mehr Simpliciss. 1, 46. Göthe liebt es sehr,
ha, ich kenne dich, Amor, da bringst du
deine fackel und sie leuchtet im dunkel uns vor
1, 311.
nun denk, ist es nicht schändlich? da werfen sie ihm einen buben nieder 8, 6. da komme ich von St. Veit, wo ich die letzte nacht schlief 8, 13. da könntest du am kaiserlichen gerichtshof klagen zehen jahr, da mag der bischof wollen oder nicht, der bub musz heraus 42, 26. da wird ein todter geschwind noch abgegossen und eine solche maske auf einen block gesetzt, und das heiszt man eine büste 17, 26.
da sah ich wieder zum erdenrund,
da sah ich die liebe wieder
Rückert 6.
da heiszt hier so viel als in dieser lage, stimmung, unter diesen umständen: noch deutlicher tritt dies hervor, wenn die ereignisse oder verhältnisse angegeben werden, worauf es sich bezieht. es brennt, da will ich hineilen. und du sprechest nein und du lügst, wann soltest du nicht liegen, so würde der selbig erstochen, da lügest du allein umb fridens willen Keisersberg Sünden des munds 23ᵃ. betracht das du selber bresthaftig bist, wan du zuͦ einem sprichst 'du schalk, du dieb, du hur und des gleichen', und du böser bist, oder doch gleich des leders. als da losz dich bewegen dein eigen gebresten 38ᵃ. aber alle die da nach urteilen, handeln und sich des gebrauchen, die verderben und verfaren; und dar durch verfert ein ganz gemein. sol man da schweigen? 79ᵃ. du redest artig, da werden die töchter studieren können, wie die söhne Gellert 2, 65. (ich) ward endlich an einem sontage abends um sechs uhr (mit dem gedichte) fertig und las mirs alsdann zum erstenmale laut vor: da, da war himmel und erde mein 8, 21.
Klosterbruder. ich musz gehorchen, lieber herr. Tempelh. und da
gehorcht Ihr denn auch ohne viel zu klügeln?
Lessing 2, 215.
auch der
ward nun so in die glut hinein gestoszen:
da fiel ich ungefähr ihm in den arm:
da blieb ich ungefähr so wie ein funken
auf seinem mantel, ihm in seinen armen,
bis wiederum, ich weisz nicht was, uns beide
herausschmisz aus der glut. was gibt es da
zu danken?
2, 263.
und also können Sie schon tanzen und ebensoviel wie ich? o da hats gute sache 2, 401. Sie kennen ihn nicht, o da kennen Sie einen groszen geist weniger ders. morgen ruf ich sie mir herein und da will ich sie herzen und lieb haben Engel Lorenz Stark c. 15. aber es rennt mir so von selbst in die hände, da will ichs doch mit nehmen ders. Philosoph für die welt.
denn solche schätze zu gewinnen,
da musz man viel behender sein
Göthe 1, 212.
das hemd musz er haben, da rastet er nicht,
da gilt auch kein langes besinnen
1, 230.
man musz nur ein wesen von grund aus lieben, da kommen einem die übrigen alle liebenswürdig vor 17, 131. bei Göthe auch in relativer stellung. Charlotte brachte ihn gleich in seinem fache zur thätigkeit, indem sie ihre gartenknaben in dem groszen saal aufmarschieren liesz; da sie sich denn in den heitern reinlichen uniformen mit gesetzlichen bewegungen und einem natürlichen lebhaften wesen sehr gut ausnahmen 17, 278. er sasz fast niemals als wenn er seine harfe nahm und darauf spielte; da er sie denn meistens mit gesang begleitete 20, 276. alles von jugend und kindheit auf ward genöthigt sich anders zu bilden, da es denn auch in einer tumultuarischen zeit an verbildung nicht fehlte. ders. an Knebel 629.
und der könig winkt wieder:
da öffnet sich behend
ein zweites thor
Schiller 70ᵃ.
wenn das todte bildend zu beseelen,
mit dem stoff sich zu vermählen
thatenvoll der genius entbrennt:
da, da spanne sich des fleiszes nerve
72ᵇ.
was Arabien kocht, was die äuszerste Thule bereitet,
hoch mit erfreuendem gut füllt Amalthea das horn.
da gebieret das glück dem talente die göttlichen kinder,
von der freiheit gesäugt wachsen die künste der lust
76ᵃ.
mit züchtigen verschämten wangen
sieht er die jungfrau vor sich stehn:
da faszt ein namenloses sehnen
des jünglings herz
77ᵇ.
so schwebend in der leiden mitte,
da sah der arme noch das dritte
Rückert.
ich nachtigall fuhr über meer einmal,
da stieg vor mir ein eiland aus dem tose
der wogen auf im morgensonnenstrahl:
da waren blumen, volk und köngin Rose
310.
15.
abgeleitete bedeutungen.
a.
da für weil, doch minder nachdrücklich, die lage der dinge bezeichnend. da er einmal gekommen ist, so will er nicht wieder weggehen. da es nicht anders ist, so trete ich zurück.
F. ein herz das anlasz stäts zu neuer liebe giebet.
G. auch wol zu neuem ruhm (da mir zu reden frei)
A. Gryphius 1, 262.
er kann zuletzt sich nicht entbrechen,
da sie nichts sagt, ihr selbst davon zu sprechen
Wieland.
b.
für während. es eröffnet sich zu dieser unser zeit unter geringen leuten eine sucht, in deren die patienten ... gleich rittermäszige und adeliche personen von uraltem geschlecht sein wollen: da sich doch oft befindet dasz ihre voreltern tagelöhner gewesen Simpliciss. 1, 1. wozu dient das dasz sie mit güldenen hamen wollen kuhlbarsch in der Weichsel fangen, da sie dort mit eisern hamen könnten wallfisch fangen Schuppius 373. gott habe dem Hiob alles zwiefältig widergeben. da er zuvor siebentausend schaafe gehabt, habe ihm gott vierzehntausend geben: da er fünfhundert joch rinder gehabt, habe ihm gott tausend joch rinder widergeben 493. untrew trifft ihren eigen herrn, oder da sichs verzeucht, so zahlen endlich die erben 833.
der fürsten macht hat meinen fall begehrt,
und mich verfolgt, da ich schon nichts begangen
Opitz ps. 119, 81.
die gute Galathee! man spricht sie schwärz ihr haar,
da doch ihr haar schon schwarz als sie es kaufte war
Lessing 1, 21.
er (der maler) trifft mich, da ich ihm doch nie gesessen habe Merck br. 1, 41.
du machst mich gar zum diebe,
da du die diebin bist
Göthe 7, 84.
c.
für wenn, wenn vielleicht, falls, wofern. da einer auch den ehrenberg gleich erstiegen hat, und ziehet nicht alsbald die leiter nach sich, so können ihme die schuhe gar leichtlich ausgetreten werden Butschky Patmos 555. wie mancher wäre grosz und gewaltig verblieben, da er nicht durchaus der allermächtigste seyn wollen 780. das pulver, welches die festesten bollwerke, und da sie gleich von lauter felsen wären, sprenget 729. zwar scheinet es billich, das ein getreuer diener die wahrheit sage, da es auch gleich mit gefahr seines lebens geschehen solte 820. item so einer uber feld got, oder da einer frü iszt von gewonheit wegen, das ist nit unrecht Keisersberg Sünden des mundes 4ᵃ. in der messenden kunst, da einer ein thurn abmisset, wie hoch er ist 11ᵃ. da wär auch zesagen, als da einer wirt gefoltert, ob ein richter sich nach der rügung sol halten, die er da erfaren 72ᵃ. als da ein mensch wil zwo zungen regieren und kan nit eine regieren: es ist eben als da ein schiffman wil zwei schiff regieren und hat an einem genuͦg 68ᵃ. es ist zuͦ dem andern löblich, da einer schweiget aus seiner thorheit 77ᵃ. da ein mensch kan ware ding reden, der würt genant weise 20ᵃ. hohe augen, das ist stolzheit, da ein mensch stolz, hoffertig ist 24ᵇ. denn ich halte mein gnädiger herr habe dem landvogt befohlen dich mir entgegen zu schicken, da (falls) ich ja unterwegen stürbe, dasz du zuvor mit mir reden möchtest Luther br. 5, 59. denn da dem also wäre, als würden ja — Ringwald AVᵇ. und da ich gleich zur kirchen gieng, so war es doch ein lauter tand H IVᵇ. unter denen, da einer liebet und der ander geliebet wird, wird der name herr und diener aufgehaben Olearius Rosenth. 5, 1. welcher freundschaft machet mit einem, der nicht seines gleichen ist, und da sichs nicht geziemet ders. Lockmanns fabeln 35. ein weib, da der mann keinen fride hat, macht ihn verdrossen zu allen dingen Butschky Kanzlei 570. da sich mein vater nicht leicht eine ausgabe erlaubte, so war er dagegen nicht karg Göthe 24, 239.
16.
im mhd. wird wie im ahd. dar dâ, wenn es vor präpositionen oder adverbien steht, nicht damit zusammengesetzt, zumal es auch durch die stellung davon getrennt werden kann. weil es in diesen fall zwar demonstrativ aber zugleich auch relativ ist, mithin der ton nicht auf ihm ruht, so verbindet man jetzt beide wörter, also dabéi, dadúrch, dahér, damít, danách, davón. wollte man in diesem fall, etwa aus metrischen gründen, im mhd. eine zusammensetzung, so ward dar vor consonanten in der abgeschwächt, man schrieb derbî, dermite, dernider, dervon, dervor, derzuo, wie noch jetzt das volk derbei, dermit, dervon u. s. w. spricht. vor vocalen syncopierte man, drabe, dran, drinne, drobe, drumbe, drunder, drûʒ. letzteres geschieht auch jetzt noch, am häufigsten bei dran, drauf, drauszen, drinnen, droben, drunter. das mhd. kürzt auch da inne in dinne dinnen, da ûʒe in dûʒe, und man findet diese formen noch im 16ten jahrh. dinne, dauszen, doben, doch Frisch sagt sie seien veraltet; in mundarten dauern sie fort, daus, daussn, dinne Schmeller 1, 348. Die jetzt in der regel nothwendige zusammensetzung hat zur folge dasz man da, wo es blosz demonstrativ steht, wiederholen musz, ich bin dá daheim, er ist dá dabei. eingreifender ist die weitere folge, dasz die freiheit verloren gieng beide wörter zu trennen, was Adelung mit unrecht für einen gewinn hält. es geschah nach und nach, im 15ten und 16ten jahrhundert bediente man sich ihrer nicht ganz selten: Göthe hat es noch in unserer zeit gethan.
da leit nit an
Wittenweilers Ring 58ᵃ.
da wirt ein gais mit hürnern aus
346, 3.
da lasz dich weisen von
Fastnachtsp. 588, 26.
da ist nit bessers für Keisersberg Sünden des munds 11ᵇ. denn hast du ein stein in die muͦrlachen geworfen, da die frösch in gracklen 35ᵃ. da ist chrisam und tauf an verlorn 48ᵇ. also fuͦr er (der advocat) dahin mit seinem disputieren, da er hin gehort 61ᵃ. das lant da du ein fremdling innen bist 1 Mos. 17, 8. 28, 4. 35, 27. da zankten sie uber 1 Mos. 26, 21. 22. ist das ewer jungster bruder, da ir mir von sagtet? 1 Mos. 43, 29. der ort da du auf stehest, ist ein heilig lant 2 Mos. 3, 5. ein lamb da kein feil an ist 2 Mos. 12, 5. ein land da milch und honig innen fleuszt 2 Mos. 13, 5. aber Mose macht sich hinzu ins tunkel, da gott innen war 2 Mos. 20, 21. ein volk da kein rat in ist 5 Mos. 32, 28. ein lant da korn, most, brot, öl und honig innen ist 2 Könige 18, 12. gedenke an den berg Zion, da du auf wohnest Psalm 74, 2. da soll es bei bleiben Jesaia 45, 23. das predigen da nichts aus wird Hesekiel 13, 9. ein weib da der man keine freude an hat Sirach 25, 31. da lässet er einen andern für sorgen 2 Macc. 8, 30. ich habe eine speise, da wisset ir nicht von Joh. 4, 32. da wir aber von reden, das ist dennoch weisheit bei den vollkommenen 1 Corinth. 2, 6.
auch nit vergeszt der hölle not,
da alle menschen kummen ein,
die gotes gepoten wider sein
Schwarzenberg 145, 2.
als sie nun kamen in die stadt,
da diser kempfer innen was
Theuerd. 77, 21.
wo der wär, da west niemand von
H. Sachs.
da lern du bei
das du folgen deinem herrn
Alberus Esopus 142.
da lasz ich sie fur sorgen
ders. widder Jorg Witzeln M 1ᵃ. M 7ᵇ.
da behüt uns der almechtige gott fur
T zᵃ.
in der brühe sitzen, da dise wurzel inne gesotten hat Tabernaem. 961. da die heiden von sagen F. Agricola Sprichw. 108, 2. und bitte dasz sie ihm einen heimlichen ort zeigen in ihrem haus, da er diesen todten hin begraben könne Schuppius 223
alte jungfern sind ein stock, da noch wachs noch honig innen
Logau 2. 100, 4.
wie viel augen hat der himmel, da er mit die erd anblickt
2. 206, 68.
wer mit karten gerne spielt, hat daran den reisebrief,
da er in das armenhaus frei und sicher mite lief.
3. 30, 44.
dasz dies unmöglich ist, da will ich um streiten. Opitz. da denket keiner an. Haller. da sage ich nein zu. Liscov 21. nein, da behüte mich gott vor! Göthe 11, 296. da seid unbesorgt vor. 57, 139. mit unrecht tadelt schon Frisch 1, 179, noch heftiger Adelung diese trennung, die sich auch in der volkssprache nicht ganz hat unterdrücken lassen, man hört, da kann ich nichts für, nichts zu daran bin ich unschuldig. da ist nichts an das ist ohne werth, da nimm dir ein beispiel an. da bin ich nicht bei daran nehme ich keinen theil, da ist nichts bei, was heiszen kann 'das hat nichts zu sagen', aber auch 'dagegen ist nichts einzuwenden', wie man spricht er ist fleiszig und ehrlich, da ist nichts bei insoweit ist nicht zu klagen.
17.
wie im mhd. vor präpositionen mit vocalanlaut sich die alte form dar zeigt, vor consonantanlaut aber dâ (Ben. 1, 305ᵇ. 306), wenn nicht dar in der abgeschwächt wird und dadurch eine zusammensetzung entsteht, wovon vorhin beispiele gegeben sind, so macht sich eine solche unterscheidung auch in der heutigen sprache, welche die partikel mit den präpositionen vereinigt, geltend; schon Frisch 1, 179 bemerkt diese regel. wir sagen also richtig daran, darauf, darin, darüber, darum, aber dabei, damit, dagegen u. s. w. nur darnach findet man noch jetzt häufiger als danach, und Frisch hebt dieses als ausnahme hervor. im 15ten und 16ten jahrh. hatte dar vor consonanten noch das übergewicht, doch nicht bei Luther, der in der bibel (in dem unveränderten text) dabei, dadurch, dafür, dagegen, damit, daneben, daniden, davon (darvon entschlüpft ihm Sprüche Salom. 4, 13), dawider, dazu, dazwischen schreibt, aber darnach und darnider. Maaler, Dasypodius und Henisch ziehen dar vor, darbei, dardurch, darfür, dargegen, darhinten, darnach, darmit, darvon, darvor, darwider, darzu, darzwischen. Henisch führt aber auch dabei, dadurch, dafür, damit, dagegen an. Steinbach 1, 255 hat noch darbei, darfür, darvon, darvor, darzu, darzwischen. indessen finden sich diese zusammensetzungen mit präpositionen auch in der niederländischen und dänischen sprache, und daar und der bleiben unverändert auch vor consonanten, niederl. daarheen, daarbeneben, daarbeneden, daarmede, daarna, daartoe, dänisch derfor, derfra, derfrem, derhos, dermed, derned, dernäst, derpaa, derved, im englischen verhält es sich insoweit anders als die form there (ibi und illuc) einen zusammenstosz der consonanten verhindert, so thereby, therefore, therefrom. demnach könnte in darbei, darneben, darvon u. s. w. die alte volle form beibehalten und die mhd. unterscheidung unbeachtet geblieben sein. Dazu kommt dasz zuweilen, wie im niederdeutschen immer, dar auch auszer zusammensetzung erscheint und nicht mit dar (ahd. dara) illuc kann verwechselt werden. dar ist guter fried, dar gute hüte (custodia) ist Henisch 649. er ist fern von dar ders. 649. Stieler 268. von dar dauert bis ins 18te jahrh. fort, wenn auch von da gewöhnlicher ist. sie nahmen ferner den schönen prospect von dar über die stadt in acht Ettner Unwürd. doctor 647. von dar er wein häufig in Deutschland einführen liesz Lohenstein Armin 1, 1058. ich begab mich nach Utrecht, von dar wollte ich nach Leiden Robert Pierot 4, 164. Mascov 2, 53. 145. ich komme von dar Bodmer. von dar will ich alsbald wieder nach hause kommen Lessing 3, 35. 52. von dar bringt ihn nur gleich in die steingruben 3, 61. aus Deutschland hat er sich nach Spanien und Portugal begeben, von dar nach England 3, 166 und auf derselben seite von da.
er (der westwind) eilt der tulpe zu, weil sie erhabner ist:
von dar eilt er aufs neu zum veilchenstock zurücke.
Zachariä.
her Gawin eilt von dar (: war)
Wieland 18, 283.
(er) wollte nicht wanken noch weichen von dar
Bürger 33ᵇ.
so sprach er und entfloh von dar
150, 6.
auch in dem gegensatz hier und dar hat sich die alte form länger erhalten,
ich hab gedienet lange jar
bei grafen fürsten hin (l. hie) und dar
H. Sachs 3. 2, 166ᶜ.
anderer leute güter hier und dar ausztheilete Schuppius 415. und gefraget wer hier und dar wohne, dasz ihm nicht geantwortet worden seie, Cornelius wohne dar 533.
worauf (einem teppich) ein schimmernd gold aus grünem tafte strahlte,
den hier und dar der bäume dunkler grün
mit lieblicher schattierung mahlte
Drollinger 44.
auch bei Günther 407 kommt es vor. Rückert hat es wieder aufgenommen,
da sah ich einzeln laufen auch kindlein hie und dar
213.
sodann bei einigen verben, wo jetzt ausschlieszlich da gebraucht wird, am häufigsten bei sein, er ist immer dar frequens in eo loco est Stieler 268.
doch nein, dein end ist dar,
kein schlosz, kein schild, kein schwert, kein tempel, kein altar
schützt, wenn gott blitzen will
A. Gryphius Leo 47.
fehlt einer oder zwei? es sind viel tausend dar
die ihrem keiser hold, die willigst in gefahr
sich wagen für sein heil
1, 52.
die asch auf Ethnens kluft lehrt dasz dar feuer stecket
Lohenstein ged. 30.
und will dasz Zion nicht allein
dar tauche seine flecken ein
ders. Geistliche gedanken.
das mindste war nicht dar das. gedichte. ist ein priester dar? ders. dann auch, ein platz, dar du konntest erquickt werden Olearius Baumgarten 7, 30. meiner guten freunde halben muste ich dar bleiben ders. Rosenthal 2, 14 und öfter.
fürsten von gerechtem mut
sind ein allgemeines gut.
was von ihnen sei zu halten,
wird am meisten dar erkant,
wo man über leut und land
einen wütrich sihet walten.
S. Dach Qᵇ.
dar liegt es, dar stehet es, dar hastu es en ecce Stieler 268, der auch alldar anführt. s. oben 1, 216.
18.
da in den zusammenziehungen dran, drauf, drauszen, drinnen, droben, drüber, drunten, drunter die demonstrative kraft von dar abgeschwächt ist, so fügt man im gemeinen leben nochmals da hinzu, gewöhnlich voran, doch läszt man es auch folgen, drinnen da sitzt er, drauszen da hab ich gestanden. schon im 15ten jh.
ich trag gern an ein hübsches clait
darinn da dünk ich mich ain stolze dirn
Fastnachtsp. 735, 14.
Göthe hat das voranstehende da in die schriftsprache eingeführt; er hängt es bald an, bald läszt er es getrennt. s.dadran. dadraus dadrauszen. dadrein. dadrinn dadrinne dadrinnen. dadroben. dadrüber. dahintendrauf.
da
Fundstelle: Lfg. 3 (1855), Bd. II (1860), Sp. 656, Z. 48
ahd. dô, bei Isidor dhuo, mhd. dô, altsächs. duo, ags. þâ, dän. da. das gothische kennt kein þô und braucht dafür þan þanuh: ebenso kommt in einigen ahd. denkmälern keinvor, die dafür denne, danne verwenden.ist von der vorhergehenden, jetzt gleichlautenden partikel zu scheiden. ursprünglich ist es ein acc. sing. fem. von dem pronom. demonstr. diu, der im gothischen þô, im ags. und altnord. þâ lautet: auch im ahd. war wol frühervorhanden, bis es durch dia verdrängt ward; vergl. Grammatik 3, 169. dieses da bezieht sich auf eine vergangene zeit und niemals auf den raum, das ist die regel.
1.
als demonstrativum tum tunc, zu der zeit, damals, darauf, indem es einen eingetretenen zeitpunct bezeichnet. am nächsten morgen da eilte er weg, da war ich beruhigt. einen arzt schickte er mir da. er war noch jung, da (damals) konnte man alles von ihm erlangen. er zeigte sich wieder freundlich, da (nun) war alles gut. er hatte alles erzählt, da gieng er fort. die alte sprache stellt es gerne in den anfang des satzes (Benecke 1, 374), z. b.
dô (zu der zeit) wuohs in Niderlanden eins rîchen küneges kint
Nibel. 20, 1.
am andern tag da kam das alte weib wider zuͦ der eefrawen Keisersberg Sünden des munds 47ᵃ. häufig bei Luther, da ward aus dem abend und morgen der erste tag. da machte gott die feste. da liesz gott einen tiefen schlaf fallen auf den menschen 1 Mos. 1, 5—7. 2, 21.
auch der
ward nun so in die glut hineingestoszen:
da fiel ich ungefähr ihm in die arme,
da blieb ich ungefähr, so wie ein funken
auf seinem mantel, ihm in seinen armen
Lessing 2, 263.
Göthe häuft es, um in der naiven erzählung die rasche folge der ereignisse in lebendige nähe zu rücken,
da nannt ich sie alle bei namen laut,
'was willst du, Anne? was willst du, Beth'?
da rüttelten sie sich, da schüttelten sie sich
und liefen und heulten davon.
1, 173.
da haschte er mich, und kitzelte mich, und da schrie ich, und da balgten wir uns, und da warfen wir, und da warfen wir die stühle um, und da fiel einer dem vater auf die füsze. 14, 297. von da an, von dem zeitpunct an, von da an besserte sich der kranke. darnach gab er inen richter bei vierhundert und funfzig jahr lang bis auf den propheten Samuel, und von da an baten sie umb einen könig Apostelgesch. 31, 20. 21. er hatte aus der Offenbarung geschlossen, dasz im jahr 1862 die welt voll 6000 jahr würde gestanden haben und dasz von da an das siebente jahrtausend und mit demselben der noch bestehende sabat oder die glückliche ruhezeit der kirche gottes auf erden ihren anfang nehmen würde. Lessing 3, 156.
2.
für cum, relativisch. Luther gebraucht daneben auch als, das hernach vorherschend ward. der nachsatz folgt oder geht voran ohne eine zweite partikel, diese kann aber auch zugefügt werden.
a.
da es wolt zu dürr werden, er bat (gott) aber (abermals) umb ein regen Keisersberg Sünden des munds 18ᵃ. wie wol, da er (Christus) ein kint gewesen ist, hat er sein muter dick angelacht, als ein ander kint thuͦt 54ᵇ. da das hort der tribunus, er forcht sich 55ᵇ. da er an das todtbet kam, er schickt nach dem priester ze beichten 61ᵃ. da gott den menschen schuf, machte er ihn nach dem gleichnis gottes 1 Mos. 5, 1. da sie gessen hatten, blieben sie auf dem berge zu nacht 1 Mos. 31, 14. da sie es hörten, verdrosz es die männer 1 Mos. 34, 7. das letztemal, da ich euch sah, machtet ihr mir viel sorge Klinger 1, 46.
ach da ich irrte, hatt ich viel gespielen,
da ich dich kenne, bin ich fast allein
Göthe 1, 5.
da der Griechen schiffe brannten,
war in deinem arm das heil
Schiller 53ᵇ.
b.
Joseph war schon siebenzehen jahre alt, da er ein hirte des viehes ward 1 Mos. 37, 2. sie haben sich verwundert, da sie solches sahen Ps. 48, 6.
merk, Daniel dem gieng es trub,
da er sasz in der löwen grub
Schwarzenberg 156, 2ᵃ.
kaum hatte er Athen verlassen, da das unbeständige und unerkenntliche volk alle seine statuen umwarf und zerschmelzen liesz Winkelmann 6, 124. der junge Revanne hörte noch zu, da sie schon ausgesprochen hatte Göthe 21, 91.
c.
wenn eine zweite partikel gebraucht wird, so kann da in seinen bedeutungen von cum und tum gegenüber stehen, da er das gesagt hatte, da gieng er weg. da ich sie erblickte, da ward ich bewegt. da der deckel geöffnet ward, da sprang das thier heraus. darnach erst da sie starb, und als man iren leichnam wuͦsch, als man in den klöstern pfligt zuͦ thun, da sach man erst dasz sie ein frawenbild was Keisersberg Sünden des munds 16ᵃ. da das sahe sein wapner das Saul tod was, da nam er sein schwert und fiel auch darein und starb mit im 29ᵇ. da das jar herumb kam, da fragt in der altvatter 36ᵃ. da Adonia sich hab wollen zum könig machen, da hab Nathan der königin geraten Schuppius 12. da der könig Belsazar die deutung der wort wissen wolte, da gab die königin den rat 13. da Johannes dem Herodi auf den fusz trat, da war er kein guter prediger mehr 14. im mhd. war das nicht selten (Benecke 1, 375), jetzt gebraucht man häufiger als, wie schon Keisersberg als sie zuͦ land wolten faren, da brach das schiff Sünden des munds 68ᵇ. das mhd. zeigt auchim nachsatz.
3.
blosz relativ steht da für wo, was man jetzt lieber gebraucht. die alte sprache kennt dies relativum nicht, sie hat andere constructionen,
ichn gewinne gemach nochn wirde vrô
niemer mê unz ûf den tac,
daʒ ich wider haben mac
mîner vrouwen hulde
Iwein 5466.
nû wachet! uns gêt zuo der tac,
gein dem wol angest haben mac
ein ieglich kristen, juden unde heiden
Walther 21, 25.
doch müeʒe ich noch die zît geleben,
daʒ ich sie willic eine vinde
98, 22.
bei Luther nicht selten, zu den zeiten da Mose grosz geworden 2 Mos. 2, 11. zu der zeit da der herr mit Mose redete 4 Mos. 3, 1. ich gedenke (der zeit) da du eine freundliche junge dirne und eine liebe braut warest Jerem. 2, 2. bis auf die zeit da sich die Wenden hinein gesetzet Micräl. A. P. titelblatt.
sie fand nunmehr nach einem halben jahre
den gatten noch so liebenswert
als an dem tag da er, gefragt vor dem altare,
ihr durch ein seufzend ja sein zärtlich herz erklärt.
Gellert 1, 185.
endlich kam der tag da die blaue pagode eingeweiht werden sollte Wieland 6, 282.
o goldne zeit da sich noch schwesterlich umfaszt
die grazien und musen hielten,
da helden noch die sanfte lyra spielten
10, 100.
das letzte mal da ich euch sah Klinger 1, 46. 47. den schönen morgen da er ihn pflanzte, die lieblichen abende da er ihn begosz und da er an dem wachsthum seine freude hatte Göthe 16, 40.
o fluch dem tag da dieses landes küste
gastfreundlich diese Helena empfieng!
Schiller 406ᵃ.
Unorganisch und tadelnswert ist dieses relativum, wenn es beim präsens angewendet wird: da es weder auf den raum noch auf die vergangenheit geht, so kann nicht das alte dâ, auch nicht das altedarin liegen. schon bei Luther zeigt sich dieser misbrauch, bis auf den tag, da (an welchem) ihr euerm gott opfer bringt 3 Mos. 23, 14.
dies ist der tag, da Tauris seiner göttin dankt
Göthe 9, 5.
wenn es in dem augenblick geschieht, da wir eine höhe glücklich erreicht haben ders. 18, 16. zu eben der zeit da sich droben der himmel läutert und sondert. Herder.
4.
aber auch demonstrativ findet sich da in beziehung auf die zeit im präsens,
steht man da (in dem augenblick) auf, wann man hat jetzt zu sitzen aufgehört,
oder wann man zu dem stehen sich hat erstlich aufempört?
Logau 2. 5, 12.
so seid ihr aber alsdann gemeiniglich schon so abgelebt, dasz man bedenken haben musz euch zu befördern, dann da ist die hitze der jugend verloschen Simpliciss. 1, 63.
5.
eine ahd. glosse erklärt duo durch nunc (Graff 5, 67), ein paar mal findet sich in Gottfrieds Tristan die frage wie dô?
wie dô? wie ist mir sus geschehen?
132, 27.
'wie dô?' sprach Môrolt
175, 17.
'wie dô? wie dô?' sprach Tristan
178, 31.
auch einmal bei Rudolf von Ems,
er sprach 'wie dô?' nu sage mir,
ob dirre kouf gevalle dir?
Gerhart 2387.
gleichbedeutend damit im Tristan 111, 19 wie nû? sie bezieht sich auf vorangegangene überraschende ereignisse, geht aber doch auf die gegenwart. wie nun? wird heute oft gehört und heiszt was ist jetzt zu thun, wie ist jetzt die sache zu betrachten? aber wie da? kommt selten vor, doch Lessing gebraucht es,
wie aber, wenn alsdann die traube
die probefrucht gewesen wär?
wie da, mein freund?
1, 48.
in folgender stelle steht es für wie so? einer der mit trauriger miene einher geht, wird von einem freund nach dem grund gefragt, er erwidert er habe seinen procesz verloren. worauf der befreundete sprach 'wie da, herr? habt ihr mir nicht beigebracht dasz euch jener berühmte advocat versichert einen gewonnenen handel zu haben? Fliegenwadel 9. Stieler erklärt es wieder anders, wie da quare? 267.
6.
durch die vermischung vonundhat sich Olearius verleiten lassen statt da in der bedeutung von cum dar zu sagen, was nicht zu entschuldigen ist, dar ich weisz dasz ich selbst mit einer solchen sünde befleckt bin Baumgarten 7, 30.
Zitationshilfe
„da“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/da>, abgerufen am 16.09.2019.

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