bibel f
Fundstelle: Lfg. 8 (1854), Bd. I (1854), Sp. 1805, Z. 55
codex sacer, die heilige schrift, ursprünglich der pentateuch, volumen quinque librorum; aus biblia bibliorum entfaltete sich leicht ein weibliches biblia und drang in allen neueren sprachen durch: it. bibbia, sp. biblia, franz. bible, mhd. biblie, dat. biblien (myst. 171, 8), nnl. bijbel, isl. biflja, russ. und litt. biblija, poln. biblia, böhm. biblj. man vergleiche das analoge chronik, lilie, scholie, folie, praemie und erwäge den weit reichenden grammatischen bezug zwischen der flexion des f. und des pl. neutr. einige, wie Mathesius und Schuppius schreiben die biblia, an der biblia, z. b. Schuppius 830. ich lese täglich in der bibel, ein capitel aus der bibel; das ist wider die, die da nichts halten uf die bibel, das da ist die heilige geschrift. Keisersb. s. d. m. 44ᵃ; das solt ein rechter christenmensch nit thuͦn. er soll steif glauben alles das in der bibel stot. das.;
darumb so lern sie bieblen nit.
Murner schelmenz. 27ᵇ,
acc. oder ein verbum?; dem leien haben sie eine wortlose bibel an den wänden und götzen gestiftet (gemählde und bildseulen). bienenk. 15ᵃ; leset die ganze bibel durch und durch. 23ᵇ; geh, nimm die bibel, meine tochter, und lies mir die geschichte Jakobs und Josephs. Schiller 116ᵇ; ich strafe mein weib mit guten worten, sagte jener bauer, da warf er ihr die bibel an den hals. vgl. fibel.
Zitationshilfe
„bibel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/bibel>, abgerufen am 22.07.2019.

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