beweis m
Fundstelle: Lfg. 8 (1854), Bd. I (1854), Sp. 1778, Z. 21
probatio, documentum, nnl. bewijs n., schw. bevis, dän. beviis n.; Luther, Dasypodius, Maaler haben neben dem verb. beweisen noch kein subst. beweis, das erst im lauf des 16 jh. zu entspringen scheint, und bei Henisch 360, Fischart u. a. fehlerhaft beweisz geschrieben wird (wie abweisz für abweis). man sagt den beweis geben, führen, liefern, bringen, erbringen, antreten, nehmen, den beweis aufgeben, mit dem beweise belasten, zum beweise schreiten, den beweis ablehnen: hier ist, folgt der beweis; hier hast du den beweis; nimm dir davon des beweis; nemet des ein beweis. Henisch 360; zum beweis hört was (gehört sich etwas); ein augenscheinlicher, klarer, sonnenklarer, einleuchtender, triftiger, unumstöszlicher beweis; der beweis ist statthaft, unstatthaft; ein ganzer, halber, vollkommner beweis; das ist nur ein stück, ein anfang des beweises; zu beweis einer waren busz. bienenk. 232ᵃ; ich habe den beweis in der tasche;
an der seiten sol ihm stehen
Herbrand der gelobte mann,
der den Stallwein wird bestehen,
wie er schon beweis gethan.
Fleming 437 (433);
dasz liebe brennt und kältet gibt Pictia beweis,
den brand macht das gesichte, der leib der macht das eis.
Logau 3, 6, 20;
man bringe die beweise mir herbei.
Schiller 413ᵇ;
ein beweis, zum beweis pflegen den conjunctionen voraus zu gehn: der vater züchtigt sein kind, zum beweis dasz er es liebt; sie erröthete, ein beweis wie schuldig sie sich fühlte; die feinde lassen ihr schweres geschütz abfahren, ein beweis dasz sie die belagerung aufheben wollen. beweis, bethätigung, dargebung: ein rechter beweis von liebe, treue, freundschaft.
Zitationshilfe
„beweis“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/beweis>, abgerufen am 15.10.2019.

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