beisammen
Fundstelle: Lfg. 6 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1390, Z. 31
conjunctim, ahd. pî samana, wie zusammen ahd. zi samana, einen unterschied zwischen beisammen und zusammen festzuhalten ist schwer, wollte man jenes für ruhige nähe, dieses für näherung nehmen, so kann ja auch bei bewegung, zu ruhe ausdrücken. wir stehn beisammen heiszt zwar nebeneinander, wir sind einander zur seite; wir kommen zusammen, nähern uns und der sprachgebrauch meidet beisammen kommen. wenn aber zu sagen verstattet ist bei mich kommen, scheint beisammen kommen noch nicht gerechtfertigt, insofern sammen jenen ursprünglichen dat. samana enthält. Die belege zeigen, dasz neuere schriftsteller beide partikeln von einander zu scheiden gesucht haben. und liesz sie bei samen verwaren drei tage lang. 1 Mos. 42, 17; es ist besser wonen im winkel auf dem dach, denn bei eim zenkischen weibe in einem hause beisamen. spr. Sal. 21, 9. 25, 24; und da er und die ältesten bei samen waren, beratschlaget er mit inen. 2 Macc. 13, 13; und drei sind, die da zeugen auf erden, der geist und das wasser und das blut, und die drei sind beisamen. 1 Joh. 5, 8;
dreierlei macht dich vergöttert, dasz du bist so wunderschön
und so wunderkeusch, dasz beide letzlich auch beisammen stehn.
Logau 1, 10, 55;
die menschen sind nicht nur zusammen, wenn sie beisammen sind, auch der entfernte, der abgeschiedene lebt uns. Göthe 8, 295; doch ist oft nichts natürlicher, als dasz man nicht zusammen kommt, wenn man so nahe beisammen ist. 28, 35; beisammen sind wir, fanget an! 12, 75;
lasset, freudig überein,
als wenn wir beisammen wären,
kräftig uns zusammen sein.
47, 135;
treuherzigkeit, welche mit genie und witz sehr wol beisammen sein kann. Wielands Horaz 1, 121. offenbar darf zusammen überall auch an die stelle von beisammen treten: wir sitzen hier zusammen ist gleichviel mit beisammen. Göthe 28, 35 liegt der nachdruck mehr auf kommen und sein, als auf zusammen und beisammen, 8, 295 und 47, 135 wird sinnliches, örtliches beisammen dem geistigen zusammen gegenübergestellt. Man sagt: er hat viel geld beisammen (zusammen gebracht); hier finde ich alles beisammen, was sonst zerstreut ist; der feind hatte bald wieder ein heer beisammen; du hast deine gedanken nicht beisammen, bist unaufmerksam; ich lasse alles beisammen. vgl. beieinander, zueinander.
Zitationshilfe
„beisammen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/beisammen>, abgerufen am 19.10.2019.

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