behausen
Fundstelle: Lfg. 6 (1853), Bd. I (1854), Sp. 1331, Z. 19
1)
transitiv, recipere in domum: darin die kranken behauset und versorget werden. Luthers br. 5, 692; das auf solchen hof anschleg gemacht werden, etlich prandtler (abgebrannte leute) der ort behaust zu machen. Chmel Maxim. s. 359;
vil leut bewäret und behaust.
Schwarzenberg 153, 1;
und fortan ir nachtläger schlugen
bei den eidgnossen zu Mülhausen,
die sie mit freuden da behausten.
Fischart gl. schif 1034;
2)
sich behausen, niederlassen: wölle sich einer der enden behausen, da im das wort gottes klar lauter gepredigt wird. Luther 3, 421.
3)
behausen, domum occupare, das haus einnehmen: als si schon lengst Hierusalem behaust und erobert hetten. Frank weltb. 99ᵇ.
4)
intransitiv, habitare, häuslich wohnen: es ist ein man, in dem weder lieb noch barmherzigkeit behauset. Aimon A;
und sonderlich zu Syracusen
thet er etlich monat behausen.
Waldis Esop 2, 30;
ein behauster, angesessener unterthan, der haus und hof hat.
Zitationshilfe
„behausen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/behausen>, abgerufen am 20.06.2019.

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