ankunft f
Fundstelle: Lfg. 2 (1852), Bd. I (1854), Sp. 387, Z. 76
origo, adventus, nnl. aankomst. obschon an und ab sich sonst gegenüberstehn, so drückt doch das frühere ankunft gerade aus was das heutige abkunft, nemlich ursprung und abstammung: aber dieses namens weisz man keine ursach noch ankunft anzuzeigen. Luther 3, 432; man sol die Christen leren, das die schlüssel nicht gegeben sind der allgemeinen kirchen, sondern Petro und dem bapst, durch ordentliche ankunft auf sie. 1, 16ᵇ; denn was sein ankunft aus der schrift nicht hat, das ist gewislich vom teufel selbs. 2, 14ᵃ; von der welt ankunft. Frank weltb. vorr.; erste ankünfte, primae origines. Rihel Livius 2; und wie Epiphanius schreibet, soll sie von der sareptanischen wittib nachkömling ir ankunft haben. Mathesius 5ᵃ; wöllen wir erstlich von ankunft und ausbreitung der bergwerk reden. 7ᵃ; nach ankunft diser bergstedte haben sich die bergwerk immer fürm und im gebirge ereiget. 17ᵇ; Job aber ob er wol von Ismahel oder Esau sein ankunft gehabt. 19ᵃ; es sagen etliche scherzweise, die fürsten, herren und edelleut haben ire ankunft daher. Agricola 264; damit ich aber nun zu meiner ankunft und geburt komme. Schweinichen 1, 18; meines herrn vatern geburt und ankunft. 1, 18; wiewol auch solcher gebrechen von schnellem laufen und heftigen groszem springen oftmals sein ankunft hat. Zechendorfer gebr. der ros. 1, 27; so ein offener schaden in dem maul von dem zaum sein ankunft hat. 1, 66;
wan dan der sonnen ankunft klar
der sternen schar vertreibend mich erwöcket.
Weckherlin 8;
sol seiner ankunft klein
in aller demut eindenk sein.
Ringwald laut. w. 149;
sein nidrig ankunft übersicht.
150;
ein edler samen schlegt
der ersten ankunft nach, von der er früchte tregt.
Opitz 1, 227;
ungeachtet seiner geringen ankunft. 1, 3ᵃ; ungeachtet ihrer adelichen ankunft und standes. poet. 15;
Willegis, deiner ankunft nicht vergisz.
Zinkgr. 2, 25;
dasz er und andere teufel von den verstoszenen engeln ihr ankunft haben. Ayrer proc. 1, 14; wann man seine edlen ahnen und ihre ankunft, leben und edle verrichtungen heraus streichet. Simpl. 1, 4; ihren ursprung allezeit durch eine göttliche ankunft zu verherlichen. Bünau 1, 5; weil die Belgen teutscher ankunft gewesen. Mascou 1, 25; von teutscher ankunft. 1, 58; auch bei Stieler 1003 ist ankunft ortus, origo, adventus, nach dem titel seines sprachschatzes will er handeln von gebrauch und ankunft der wörter. stamm und stand kommen von den alten an die jungen, wie die stelle aus Luther 1, 16ᵇ deutlich macht, ankunft ortus vergleicht sich also dem transitiven ankommen, auf einen kommen. das von dem neueren, intransitiven ankommen advenire geleitete ankunft adventus entsprang erst mit diesem, so wie jenes ältere mit dem verbum veraltete.
Zitationshilfe
„ankunft“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/ankunft>, abgerufen am 25.06.2019.

Weitere Informationen …