andenken n
Fundstelle: Lfg. 2 (1852), Bd. I (1854), Sp. 305, Z. 18
memoria, recordatio, nnl. aandenken, wozu sich nochmals die praep. an oder der gen. fügen läszt, das andenken an Göthe, das andenken Göthes, Göthes andenken und ebenso dürfen die possessiva mit der praep. tauschen: das andenken an dich, dein andenken, wie lat. memoria tui, memoria tua: dasz dir nur einen augenblick unser andenken entfallen könte. Lohenst. Arm. 1, 1293; Gellerts andenken bedarf keines eitlen geräusches; das andenken der andern (an andere). Göthe 17, 207; sie wiederholten das andenken ihrer früheren zustände. 17, 355; der mensch kann vielleicht alles vergessen, selbst das andenken des guten, das er gethan hat, Klinger 11, 174; um des gewissens willen und mit andenken an das gewissen. Fichte sittenl. 286. redensarten: du stehst dort noch in gutem, frischem andenken; dein andenken wird nie in meinem herzen schwinden, erlöschen; dein verdienst bleibt in immerwährendem andenken; er hat sich ein ewiges andenken gestiftet, sein andenken verewigt; das andenken an diese jahre ist ein bitteres; sein andenken wird fortleben, nicht untergehn; das ganze land behält ihn in stetem andenken; sein andenken soll dauern, wenn er schon lange in der erde liegt:
sô er in der erden irfûlet ist,
sol man sîn gedenken.
MS. 2, 226ᵇ;
bei namensnennungen pflegt häufig beigefügt zu werden: löblichen, rühmlichen, scherzhaften andenkens, erhebenden andenkens, widrigen, verhaszten andenkens; sie werden ihn auch ohne zweifel gekannt, aber es nicht für anständig gehalten haben, neben einem so groszen ahnen, poetischen andenkens, einen enkel zu nennen, der weiter nichts als ein reimer ist. Lessing 6, 116. Noch verwendet man andenken für den zum andenken geschenkten gegenstand: ich habe dir nur ein kleines andenken mitgebracht; es schmerzte mich, mein letztes andenken in fremden händen zu sehen.
andenken
Fundstelle: Lfg. 2 (1852), Bd. I (1854), Sp. 305, Z. 8
attendere, recordari folgt aus dem verbalen subst. andenken, so wie aus andacht, wird auch durch ahd. anadenchan (Graff 5, 158) bestätigt. gewöhnlich aber sagt man an einen, an etwas denken, nicht einen, etwas andenken, üblicher ist eines gedenken. keinem zweifel unterliegt das part. andenkend recordans:
ist trost, ist der andenkenden ruh.
Herder 4, 8;
wenn es aber bei Luther 3, 476 heiszt: sihe da haben wir doch warlich nie angedacht, so bindet sich an auch mit dem da: daran haben wir nie gedacht.
Zitationshilfe
„andenken“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/andenken>, abgerufen am 16.09.2019.

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