alles, als
Fundstelle: Lfg. 1 (1852), Bd. I (1854), Sp. 229, Z. 66
gen. sg., diente im 16. 17 jh. zur bildung von schelten und flüchen, wie schon bei aller und allers ausgeführt wurde:
das dich bocks marter, alls narrn, schend!
spil wie man die narren beschweren sol 1558. E 2;
das dich botz seich, als narren, schend!
das. E 4;
das dich bocks leber, alles narren, schend!
das. E 5;
das dich botz erdrich schend, als alten wolfs!
Freys garteng. 140;
das dich botz tausent sack foll enten schend, als unflats!
Montanus garteng. 9ᵇ;
ei das dich botz hur schend, als Lienlins!
das. 14;
das dich botz tausent uber und uber schend, alles böswichts!
das. 41;
ei das dich botz füdloch schend, alles böswichts!
das. 41;
ei so sauf in tausent teufel namen, als böswichts!
das. 53ᵇ;
as dich der rit schend, als burens!
Karsthans (1520) aa 3 (in H. Kurz Murner s. 166);
das dir got den ritten geb, als bawren!
flugschrift hie kompt ein beuerlein. +o. j. u. o (um 1520) 2ᵇ;
schweig tausent teufel namen, als anmechtigen beüerleins!
das. 3ᵇ;
o Peter, das dich potz tunder sacra leiden schend, als Peterskopfs!
gespr. zw. Peter und dem landsknecht Bᵇ;
das dich all plagen und herzritt,
als lidenlosen leckers, schütt!
Ruefs Adam 2318;
das dichs kalt wee und der herzritt,
als lidenlosen leckers, schütt!
3951;
das dich der ritt, als keiben, schütt!
4217;
das dichs kalt wee und der ritt,
als keiben apostützlers, schütt!
4287;
das dich sant Kürin und der ritt,
als richen keiben luren, schütt!
5026;
dich schütt der ritt, als mungentrüssel(s)!
5667;
das dich der ritt, als gulis, schütt!
5750;
ich schlach dich, das zur erden falst,
als lidenlosen öden wib(s)!
5753;
das dich der ritt, als puren, schüt!
Ruefs Tell s. 77;
das dich der ritt, als kätzers, schütt!
Ruefs leiden Christi E 4ᵇ;
das dich sant Watla und der ritt,
als kätzers und als keiben, schütt!
das. F 2;
das dich der ritt,
als luren und als keiben, schütt!
das. L 3;
das dich die trüs, als klappermans, schütt!
L 6ᵇ;
du tropf, du magst noch gar wol zien,
das dich der tod, als kutzn, müsz flien!
Manuels trunken rott A 7ᵇ;
der donder dich, als keiben, schüsz!
D 8ᵇ;
das dichs herzleid, als mans, ankum!
E 4;
das dich der donder schiesz, als keiben!
H 3ᵇ;
der tod dich schend, als fulen wins!
H 4;
das dich der ritt schütt, als mostfinken!
H 5;
das dich als unglück schend, als balgs!
H 6ᵇ;
das dichs kalt wee ankum, als filz!
K 3;
der satler flucht ihm (einem edelmanne, den er für einen bauer ansah) und sprach: das dich der rit schüt, alles buren! wie sein ir so hoffertig.
Paulis schimpf und ernst. Straszb. 1522. bl. 81ᵃ;
das dich der ritt, als unflats, schütt!
Barbali 1526. Bb 6;
das dichs helsch fhür anzünd, als balgs!
das.
hei das dich gott, als kuchisüdels, straf!
das. Cc 3;
das dich der ritt, als gouchen, schütt!
parabel vom verlornen sun. Basel 1537. F 2;
ietz kanst dich wider schicken in,
der ritt, als gouchs! du bist voll win.
Job. Zürich o. j. (um 1545—50) F 3;
das dichs herzeleid, als hirten, schend!
wie hast uns unser glück verwent,
läszt Valentin Boltz in der ölung Davidis. Basel 1554 G 8 einen philister zu David sagen;
das dich bocks marter, alls narren, schend!
spil wie man die narren beschweren sol. o. o. 1554. E 2;
das dich botz seich, als narren, schend!
das. E 4;
das dich bocks leber, alles narren schend!
das. E 5;
du ghörst nit (bist taub), als dilltappen!
H. Sachs I, 497ᶜ;
ich kenn dein nit, geh hin, als narrn!
H. Sachs II. 2, 27ᵈ;
confitebatur sacerdoti somnolento et veternoso puer rusticus, et illo obdormiente stabat aliquantisper attonitus et cogitabundus. ibi subito expergiscitur sacerdos et puerum adoritur: perge, inquit, et dicas, quid commiseris amplius. puer admodum perterritus: das dich d'unholden reuten, als pfaffen, wie hast mich erschreckt! Nic. Frischlini facetiae 1600. 6ᵇ; ei das dich potz marter schende, alles tropfen! Dilbaums dialogus zweier landsknechte. 1605. B 1;
ich biet dir trutz, als losen narrn.
Fritzel Fingerhut 1628 B 1;
find ich dich hie, als losn tropf,
du schlimmer loser mauskopf!
das. B 8ᵇ;
ei hab dir die drüs, als narren!
Ayrer 43ᵈ;
gott geb dir die pestlenz, als narren!
59ᵇ;
dir gebürt nit so vil, als narrn!
159ᵇ.
Von diesen für die geschichte der fluchformel lehrreichen belegen erreicht noch kein einziger das jahr 1650; sie mögen auch in der zweiten hälfte des 17 jh. spurweise auftauchen, nachher sind sie ganz verschwunden. dasz bei als nicht an die partikel zu denken ist, zeigt die verschiedentlich ausgedrückte volle form alles, und die analogie des gerade so verwandten aller und allers, dies alles hat aber jederzeit einen gen. sg. männlicher oder neutraler substantive neben sich, deren s nur dem reim zu gefallen einigemal ausfällt, deren begrif aber etwas herabsetzendes und scheltendes einschlieszt. dem David wird zugerufen 'als hirten!', dem beichtvater 'als pfaffen!', dem landmann 'als bauern!' das will sagen: du elender hirtenbub! du armer pfaffe! du grober bauer! den gen. des subst. wie des zugesetzten adj. kann nur ein ausgelassenes, mitverstandnes wort erklären, was schon oben unter aller angenommen wurde, ungefähr wie auch die gen. aller hand, aller lei zwar andern subst. vortreten, zuweilen allein stehn können. alles hirten! soll sagen: du alles hirten bild, schein, exempel; nur befremdet, dasz ein solches subst. nie wirklich gesetzt vorkommt, was der schelte an kraft nichts benehmen könnte. Nicht übersehn werden dürfen die beiden aus H. Sachs beigebrachten als in fällen, wo er sonst allers schreibt. die zahlreichen flüche und schelten mhd. gedichte liefern aber noch nicht die geringste spur solcher constructionen mit alles und aller.
als
Fundstelle: Lfg. 2 (1852), Bd. I (1854), Sp. 247, Z. 77
vieldeutige, von den beiden vorausgehenden als, die keine zusammensetzung enthalten, genau zu unterscheidende partikel, deren schwankender und wechselnder gebrauch nur historisch zu entwirren ist. Die gothischen correlativa sva und svê drücken einfach das gr. οὕτως und ὡς aus, ahd. rinnen beide nachtheilig inzusammen und svasvê wird sôsô. ihnen beiden pflegt auszerdem, ohne abänderung des sinns, al vorzutreten, folglich ahd. alsô bald goth. sva, bald svê zu bedeuten. Während nun im lauf der zeit alsô für ita sich erhielt, wurde alsô für ut mhd. in alse und als, nhd. durchgehends in als verdünnt (das ags. ealsva mit ausgestosznem l sogar in engl. as entstellt). Die kraft von also ruhte im so, nicht im al, von dem so ist aber dem als nur das auslautende s geblieben, folglich in unserm als das wesen jener goth. partikeln fast nicht mehr zu erkennen. Seitdem auch das ursprünglich nur fragende wie (goth. hvaiva, hvê) neben so und als in die reihe vergleichender und demonstrativer conjunctionen eintrat (wahres gebrechen nhd. zunge), konnte manigfache mischung und verschiebung der ausdrücke und bedeutungen gar nicht unterbleiben. aus einer stelle nach der andern begann der eindringling wie das alte als zu stoszen, für den heutigen unterschied beider, des als und wie, läszt sich ungefähr der maszstab des franz. que und comme anlegen, doch mit manchen ausnahmen und zumal abweichungen der jüngeren sprache von der älteren. Bei der näheren abhandlung sind das vergleichende, hinweisende und consecutive als abzusondern.
I.
Vergleichendes als.
1)
neben dem verbum. goth. atiddja ahma svê ahaks. Luc. 3, 22; ahd. nidarsteic sama sô tûbâ, alsô tûbâ; mhd. steic nider alse tûbe; sleich als ein pfâwe; spranc als ein kindelîn; lac als ein tôter man; ir strâfet mich als einen kneht. nnl. hij spreekt als een engel; engl. he brightens as a star, speakes as a lier. nhd. früher noch als: bist doch als ein faul holz. Keisersb. hell. lewe 72ᵃ; das du zornig werdest als ein wütender hund. 72ᵃ; hab got lieb über alle ding und dein nechsten als dich selber (goth. frijôs nêhvundjan þeinana svê þuk silban), auch bei Luther Matth. 22, 39. Marc. 12, 33 du solt deinen nähesten lieben als dich selbst; Adam ist worden als unser einer. 1 Mos. 3, 22; wer das reich gottes nicht empfähet als ein kindlein. Marc. 10, 15; dasz auch Salomon nicht ist bekleidet gewesen als der eines. Luc. 12, 27; zubereitet als eine geschmückte braut ihrem manne. offenb. 21, 2; ermahne ihn als einen vater. 1 Tim. 5, 2; du tränkest sie mit wollust als mit einem strom. ps. 36, 9; laszt uns ehrbarlich wandeln als am tage. Röm. 13, 13;
helt sich als ein ehrlich man.
H. Sachs I, 446ᵈ;
mich als ein armen hund austrieb.
daselbst;
was wöll wir als die narren stehn.
I, 476ᵈ;
sei dir morgen als heut.
I, 480ᵇ;
merk, tugent plüt hie in der not
als in dem hag die rösle rot.
Schwarzenberg 129, 1;
sie trunken als sie konten.
Fischart Garg. 90ᵇ;
er hängt seine fochtel an,
die er zu tragen weisz als wol kein edelmann.
Fleming 134;
lebt jemand, welchem nicht vor diesem zucker graue
des herschens der zuletzt als gall und essig schmeckt?
Lohenst. Ibrah. 110, 693;
er stank als ein höllischer pful. pers. rosenth. 1, 42; schreiet überlaut als bei uns die quacksalber. 8, 67; wenn ich unwahrheit rede, so will ich, als du, ein mahometiste sein. 8, 40. Und hin und wieder noch im 18 jh. bis auf heute: ich sah als im gesicht (wie in vision). Canitz 61;
und der angstschweisz deine wangen
als mit perlen angefüllt.
175;
seine hörer zu bewegen
sprach er als ein Cicero.
Hagedorn 2, 32;
oft schleudert ein orkan sie, als
im schwindel vor sich her.
Klopst. 1, 237;
die eilenden reiter
raften gefangne zusammen als sand.
11, 617;
bleich war, als nie ein sterblicher bleich war.
Messias 10, 787;
gehn sie nicht mit mir als mit einem fremden um. Lessing 1, 406;
als mord und todschlag
klang es von hier.
Göthe 11, 37;
der weltkreis ruht von ungeheuern trächtig,
und der geburten zahlenlose plage
droht jeden tag als mit dem jüngsten tage.
13, 260;
als ich in gesellschaft von titanen
mit Pelion und Ossa als mit ballen schlug.
41, 137;
man unterhält sich manchmal mit einem gegenwärtigen menschen als mit einem bilde. 17, 213; die gegend unter dem schlosse lag als ein blanker see. 22, 97; die ein geklingel machten als die vögel. 33, 270; die kinder waren sämtlich froh, wolgemut und behäglich, als bei einem neuen, wundersamen, heitern ereignis. 43, 266. Weit aber überwiegt schon wie: kamen wie eine grosze menge heuschrecken. richt. 6, 5; hast mich wie milch gemolken. Hiob 10, 10, wo die nnl. bibel als melk hat; es ist dem jünger genug, dasz er sei wie sein meister und der knecht wie sein herr. Matth. 10, 25;
kumbt armut wie ein gwapnet man.
H. Sachs I, 443ᶜ;
sauft er sich vol wie ein schwein.
445ᵇ;
der negt gleich wie ein maus.
468ᵃ;
ein jeder vogel sing all frist
wie ihm sein schnabel gwachsen ist.
472ᵈ;
on silber gehnt wir wie die küh.
475ᵈ;
blutn wie die sew.
476ᵃ;
sein hechelbart ist ihr wie wollen. Fischart Garg. 72ᵃ; geht im haus auf wie die sonne. 75ᵃ; da gedeiets wie hundisch trauben. 75ᵇ;
ja alle pracht und prangen
ist wie ein rosenkranz.
Opitz 2, 208;
der ich mich dort wie ein eule
stets im wald und finstern halt.
Fleming 427;
soffen wie die kühe. Simpl. 1, 100; hielt sie wie eine klette. 1, 109. Für das heutige sprachgefühl musz nur wie, nicht mehr als gesetzt werden: geflogen kommen wie eine taube, fressen wie ein wolf, brüllen wie ein löwe, summen wie die biene, plaudern wie ein papagei, umgehen wie ein widder, gottes reich empfangen wie ein kind, den nächsten lieben wie sich selbst; das weitere gibt sich wies griechische. Lessing 1, 225; gestern war feuer am hellen tag, es brannte wie ein blumenstrausz aus dem gaubloch (giebelloch). Bettine 1, 39. Zuweilen verbanden sich alte und neue conjunction zu gehäuftem als wie:
als wie in dieser stund ein freund zum freunde kümpt.
Logau 1, 89, 97;
mit fleisze wil ich sein als wie ein knecht verhaft.
2, 5, 7;
bei hofe gilt der junge rath als wie ein junger wein.
2, 8, 24;
zittert er als wie ein laub.
2, 81, 11;
wilt du als wie ich will, so ist gut rath den sachen.
Fleming 619;
klopft er, so musz der herr als wie der diener gehn.
Canitz 50;
er donnert unter sie als wie ein alpengewitter.
Wieland 4, 32;
es glänzt als wie durch silberflor.
Göthe 3, 142;
kann ich sie nur als wie im nebel sehn.
12, 124;
hält sie ihn kurz als wie zuvor.
2, 94;
wir sind eben sämtlich als wie zuvor.
3, 296;
alles ist als wie geschenkt.
3, 260;
ich ritt, als wie zum zeitvertreib, strasz auf strasz ab.
8, 252;
bedarf er nicht der nacht als wie des tags?
9, 199.
dies als wie kann dem vers mit einer silbe helfen, ist aber in prosa zu meiden.
2)
neben dem subst. verhält es sich ebenso, da überall ein verbum hinzu kann gedacht werden: glauben als ein senfkorn. Matth. 17, 20; äste oder reben als arm oder schenkel. Frank weltb. 6ᵃ; einen weg als den andern. Simplic. 1, 239; nun überlegen sie, was für schwierigkeiten dieses genie in einem lande als Deutschland zu übersteigen habe. Lessing 4, 444. auch hier bald mit überwiegendem wie: tausend jahre sind vor dir wie der tag, der gester vergangen ist. ps. 90, 5; seine gestalt war wie der blitz. Matth. 28, 23; die zeiten sind als wie ein rad. Logau 3, 109, 46. heute stets wie: worte wie ein schwert; kinder wie die orgelpfeifen; einfälle wie ein alt haus.
3)
neben dem positiv des adjectivs. goth. hveits svê snaivs; ahd. huîʒ sô snêo, sama sô snêo, alsô snêo; mhd. wîʒ alsam snê, stille alsam ein stok, lûter sam ein îs, swankel als ein rîs. nnl. rood als bloed, engl. white as snow. nhd. bei Luther zuweilen noch als: wasserreich als ein garten des herrn. 1 Mos. 13, 10; weisz als schnee. Matth. 28, 3; weisz als ein licht. 17, 2; süsze als honig. Ezech. 3, 3; wer hadder anfähet, ist gleich als der dem wasser den damm aufreiszt. spr. Sal. 17, 14; weisz als das liecht. Garg. 125ᵇ. bald wie: seine hände waren rauh wie Esaus hände. 1 Mos. 27, 23; schön wie eines königs kinder. richt. 8, 18; roth wie blut. 2 kön. 3, 22; seine locken sind schwarz wie ein rabe. hohe lied 5, 11; schön wie der mond, auserwehlt wie die sonne, schrecklich wie die heerspitzen. 6, 9; er ist süsze wie honig im munde. Sirach 49, 2; klar wie ein kristall. offenb. 22, 1; weich und lind wie die nörlingische bett. Fischart Garg. 76ᵇ; weisz wie topas. 77ᵃ; schön wie das morgenroth und heiter wie der tag. Gellert 1, 109. heute durchgängig: grün wie gras, blau wie der himmel, gesund wie der fisch im wasser; das wie wurde nothwendig, seit als hinter dem comparativ denn verdrängte, gehäuftes als wie auch hier fehlerhaft: weisz und roth als wie ein wächsern bild. Wieland 10, 184; schön als wie gegossen.
4)
neben dem comparativ des adj. oder adv. der positiv hält gleichsam die ebene, der comp. tritt auf andere stufe, hinter beiden begehrt reiner sprachgebrauch verschiedne conjunction, und nachtheilig kam unsre sprache einigemal in die lage, eine und dieselbe in beiden fällen zuzulassen. das franz. rouge comme sang, plus rouge que sang, das engl. red as blood, redder than blood wurden bald roth als blut und röther als blut, bald roth wie blut und röther wie blut wiedergegeben. diesem misbrauch steuert die heutige regel: roth wie blut und röther als blut, aber mit zerstörung des älteren organismus (roth als blut, röther dann blut). goth. darf man nach dem comp. noch bloszen dativ ohne partikel gewarten: hveitôza snaiva, selbst ahd. huîʒôrô snêwa = candidior nive. mit partikel würde stehn hveitôza þau snaivs, huîʒôro danne snêo = candidior quam nix. mhd. wîʒer dan snê, grüener dan gras. nhd. bei Keisersberg, Luther, Frank, H. Sachs und andern in der ersten hälfte des 16 jh. dan, denn: die schlange war listiger denn alle thiere. 1 Mos. 3, 1; seine augen sind rötlicher und seine zene weiszer denn milch. 49, 12; leichter denn die adeler und sterker denn die lewen. 2 Sam. 1, 23; sie sind süszer denn honig und honigseim. ps. 19, 11. 119, 103; ich bin klüger denn die alten. 119, 100; besser dann edelgestein. H. Sachs 1, 477ᵃ; ir seid vil herter denn ein fels. 1, 478ᵇ; du habst die magd lieber denn mich. 1, 479ᵈ; bistu besser denn der und die? Keisersb. hell. lewe 73ᶜ; so wer er gar vil besser dan du bist. 73ᵈ; nit mer dan einmal. 71ᶜ. in der zweiten hälfte beginnt aber daneben als einzureiszen und Fischart kann für den ersten hervorragenden schriftsteller gelten, bei dem nach comp. dan und als zusammen angewandt sind, schon mit vorgewicht des als: meh dan dürftig. geistl. lied s. 8; du redest lieber bös dan gut und lieber falsch dan recht. s. 60; wen mags frewen mehr dan euch. s. 93; was kan bessere ru dir schaffen dan. s. 93; die tracht mehr all ding zu erfrewen, dan das si alles scheuch. lob der laute 99; vil eh dann. 114; vil meh dann. 118; du bist mir lieber dann der knecht. Garg. 88ᵃ. hingegen: sein gestalt ungestalter ist als ander leut. geistl. lied 24; groszer als. 63; es schluckt sich besser als camelshaar. Garg. 89ᵇ; die (zunge) ich doch lieber netz als ein katz die tapen. 90ᵇ; da haben die kein bessern fund können erdenken, als den irrgarten (wulst von kragen) umb den hals. 113ᵃ; etwas mesziger als. 114ᵃ; ist gewarsamer als ein kettenhund. 75ᵇ; besser als. 67ᵇ; mehr als. 68ᵃ; weiszer als kein ding. 125ᵇ; besser als ein bischof. 57ᵇ. Im 17 jh. gelangte als zu noch vollerer herschaft, nachdem es beim positiv weggedrängt war, schien ihm der platz hinter dem comp. vom eroberer gleichsam zur entschädigung angewiesen, und heute bildet uns als die berechtigte comparativpartikel:
ich wil mich weiter schwingen als durch den erdenkreis.
Opitz 2, 208;
kein mensch dient freudiger als ich.
Gellert 1, 71;
sie sind von besserm ton (l. thon) als wir.
1, 203;
er wollte mehr als eine frau heiraten. Lessing 1, 234; man kömmt jetzt mit betriegern weiter, als mit ehrlichen leuten. daselbst; ärger als ein tollhaus. 1, 243; nicht weiter, als sie einer wol eingerichteten fabel ähnlich ist. 7, 85; er könnte mich leicht für mehr eitel als tugendhaft halten. 2, 139; aber diesen geck und diese närrin selbst zu sehen ist eckelhafter als lächerlich. 7, 27; jede von mir aufgefangne silbe fürstlicher bezahlt, als er noch keine gute that bezahlte. Schiller 244; dasz die unruhigen köpfe auf einen weit stärkern schutz rechneten, als sie wirklich ursache dazu hatten. 846; über alle seine truppen, die tapferer als zahlreich waren. 854; heute ist allgemeine regel zu sagen weiszer als schnee, grüner als gras, mehr als das. Doch erhob das wie auch hier ansprüche, und wenn man unterm volk täglich hört: weiszer wie schnee, ich habe ihn lieber wie dich; so folgen ihm nicht blosz nachlässige schriftsteller, selbst Lessing gestattet sich älter wie du. 2, 487 und Voss röther wie scharlach. Luise 1, 138. 155; klüger wie die henne. 1, 453; besser wie nacht. Il. 3, 11. dennoch bleibt wie jetzt noch hierein fehler und gleich tadelhaft scheint auch das gehäufte als wie: weiszer als wie schnee. Wieland 10, 319; die sah einem affen ähnlicher als wie ihnen. C. F. Weisze. Zum troste gereicht, dasz das alte gute denn wenigstens noch im höheren, feierlichen stil fort besteht, oder wenn die nähe eines andern als und alles übelstand droht, z. b. als knabe war er schöner denn als jüngling; ihn mag ich eher als feind, denn als freund;
lieber mög ich das volk errettet schaun denn verderbend.
Voss Il. 1, 117;
höher denn alles volk an haupt und mächtigen schultern.
3, 227;
sonst aber auch hier: früher erkennen als du. 1, 547;
viel heilsamer wäre dir solches
als nun so zum gespött dastehn.
3, 42;
mit stärkeren männern als ihr seid.
1, 261.
5)
correlation findet auch unter 1. 2. 3 statt, obschon die voraus zu denkende erste partikel unausgedrückt blieb. steht ein solches so und zumal also, als aber ausgedrückt, so scheint es auf die längere abwehr des wie einzuwirken und das folgende als zu schützen. goth. sva hveits svê snaivs, sva filu svê; ahd. alsô huîʒ sô snêo, also snêo; mhd. alsô wîʒ sô snê, als snê, alsô liep als er, alsô sêre als diu tier; nicht anders engl. as cold as ice, as many as there are, as far as. das zweimalige als hintereinander blieb bis ins 16 jh. geläufig: als vil als. fastn. sp. 29, 6; schonet ich dein als wenig als mein. 38, 8; sie friszt als vil als meiner drei. H. Sachs I, 452ᵃ; hab es gleich als gut als ich. I, 453ᵈ; sie ist gleich als bös als mein weib. I, 475ᶜ; du bist gleich als faul als sie. I, 478ᵈ; nun soll mein rüw als grosz sein als der, den ich erzürnt hab. Keisersb. hell. lewe 74ᵃ; ist eben als gut ietz gon als hernach. 74ᶜ; als vil als in not ist. 74ᵈ; sind denselbigen (heidnischen fürsten) unterthenig und gehorsam gewesen eben als wol als wir christlichen oberkeiten gehorsam schuldig sind. Luther 3, 350ᵃ; wo es als wenig am vermögen als am willen mangelt. 6, 330ᵃ; gleuben als wenig, das gott sich irer anneme, als Epicurus gleubt hat. 6, 388ᵇ; dennoch können weder werke noch liebe gott versünen oder als vil als Christus gelten. 6, 426ᵇ; allein in disem gesetz erzeiget er sich als hart als stein und eisen. 6, 456ᵃ; etlich meinen missa kom nicht aus dem hebraischen, sondern sei als vil als remissio, vergebung der sünden. 6, 465ᵃ; das das schlicht gethane werk eins priesters als vil gelten solle als der tod Christi. 6, 465ᵇ; als oft als eine ehesache vorfallen wird. br. 5, 795; als oft als si. Schwarzenb. 120, 1; als bald von den freunden als von den feinden. Frank weltb. 80ᵃ; sein schenkel unten als grosz als oben. 197ᵇ; wan eure sünd als rot sind als scharlach, so werdens weiszer dann der schnee. Reiszner Jerus. 1, 102ᵇ; er ist auch wider das fegfeuer also verwart, als der da senf wider den donner äsz. Fischart bienkorb 243ᵃ. Diese als — als weichen allmälich einem so — als, so — als wie, so — wie. er war so schön als kein baum. Ezech. 31, 8; so weit als ferr die arzet eine auslegung finden möchten. Fischart ehez. 25; schwieg so still als eine maus. Simplic. 1, 112; so krebsroth als wann ich die haut gefärbet hätte. 1, 69; so viel als ihm schmeckt. 1, 105; man findt kein so schönen topf, man findet als ein schönen deckel. Agricola 104ᵃ;
so ruhig als ein gott und als ein gott
so schrecklich.
E. von Kleist 2, 106;
und malet so geschickt
als es die kunst begehrt.
Gellert 1, 206;
doch hab ichs im verdacht so gut als den Mortan.
3, 385;
so fühlt ich schon die selgen triebe
so stark in mir, als ich sie nie gefühlt.
1, 216;
dasz er so grosz als mancher ochse war.
1, 158;
der brief wird ihnen einmal so lieb sein als ein hochzeitscarmen. Rabener 6, 53;
damit ich dich so glücklich mache
als du verlangst.
Wieland 9, 83;
er versprach so zahm und unschuldig zu sein als ein lamm. 12, 325; er war just so ein zeisig als du. Gotter 3, 487;
dasz ihr doch immer
so gut als klug, so klug als weise seid.
Lessing 2, 210;
die beobachtung war so schnell als richtig. 2, 141; das vergnügen ist so nöthig als die arbeit. 1, 218; das weisz ich so wenig als du. 1, 269; so schnell als der übergang vom guten zum bösen. 2, 493;
und so weit man vorschaut als fliegt der geworfene feldstein.
Voss Il. 3, 12;
heute ist es so schön als möglich. Göthe 28, 77; denn sehen sie, so ein armes mädchen als ich bin. 24, 270; wie gefällt er dir? als mir nicht leicht ein mann gefallen hat. 42, 74 (8, 58 steht wie); um sich so viel als möglich zu denken. Klinger 1, 490; eine so lautere gesinnung als gefordert wird Kant 6, 232. Gehäuftes als wie scheint hier der schwere des satzes nicht unangemessen:
ein ungerechter herr so wenig recht regieret,
als wie der wolf die schaf auf sichre weide führet.
pers. rosenth. 1, 8;
so blickt, mit bloszem geist, ein mann
sein unverschuldet misgeschicke
betrübt, doch so betrübt nicht an,
als wie der thor mit bloszem glücke.
Gökingk 1, 182;
wir möchten jede that
so grosz gleich thun, als wie sie wächst und wird.
Göthe 9, 32;
es liegt die welt so klar vor seinem blick
als wie der vortheil seines eignen staats.
9, 127;
ich bin nicht mehr ich selbst,
und bins doch noch so gut als wie ichs war.
9, 195;
du bist so elend nicht als wie du glaubst.
9, 243;
ich sah dabei wol so ein ding
als wie eine art von perlenschnüren.
12, 193;
daran aber war nun gar nicht zu denken, so wenig als wie an irgend eine schickliche vermittelung. 25, 355. dem sinne nach schiene von beiden conjunctionen eine, als oder wie, entbehrlich. Das so — als entspricht dem lat. tam — quam, tantum — quantum, dem nnl. zoo — als: zoo heet als vuur, dem franz. aussi — que: l'un est aussi bon que l'autre, il mange autant que l'autre, il est aussi grand que vous, und auch hier wäre comme l'autre comme vous unstatthaft. doch it. heiszt es egli e così grande come voi, nicht che voi, auch wir schwanken heute und längst zwischen so grosz als und so grosz wie.
kleiner und nicht so grosz wie der Telamonier Ajas.
Voss Il. 2, 528;
der mich so wie Dafnis meint.
Fleming 425;
ist eben auch wie die gestorben.
Opitz 2, 212;
ward so roth wie eine glühende kohle. Simpl. 1, 118;
so grosz wie alle hunde sind.
Gellert 1, 158;
so scheckigt wie ein specht.
3, 383;
so sprang der philosoph so gut wie er hinein.
1, 203;
dasz ich so ein müsziggänger bin wie er. Lessing 1, 218. so wenig wie ich. 1, 220. in der that, wenn sonst das alte als dem wie, durfte es ihm auch hier weichen. die vorausgehende partikel hatte ihm nur längeren anhalt gegeben.
6)
während auf einer wie folgt, musz auf ein andrer, keiner, niemand, überhaupt auf verneinende wörter als folgen. anderheit und verneinung schreiten über die gleichheit hinaus, das wie nach ein entspricht dem wie nach positiven, das als nach ander dem als nach comparativen. man sagt: einer wie du (deinesgleichen), ein mann wie du, leute wie du, menschen wie ich und du, einer wie alle, alle wie einer, einer wie der andre, einer wie keiner. ein andrer als du, andre als du, unter andern leuten als du bist. Lessing 1, 233; jeder andre als er, allen andern als ihnen wäre recht gewesen, andre leute als du bist, kein andrer als ich, ich sage es keinem andern als ihm, das weisz niemand als gott und ich, meine umstände die kennet niemand als gott und ich. Gellert 9, 42; offenbaret das geheimnis niemand als ihm; es ist nicht anders als zu loben, als lobenswerth; es ist gar nichts als das; er ist nichts als ein augendiener; dasz sie nichts als meine pflegetochter ist. Lessing 2, 341;
an mir als die gestalt war sonsten weibisch nichts.
Fleming 114;
das ist nichts als ein bloszer wahn.
Opitz 2, 200;
ich war nirgend als bei dir.
2, 192;
nirgend war als bei den schafen.
2, 206;
von nichts als stümpern reden.
Gellert 1, 216;
nichts so sehr gewünscht, als stets um dich zu leben.
3, 395;
mein herz glaubt weiter nichts, als was die augen sehen.
3, 396;
nicht so bleich, als du jetzt bist.
Klopst. 8, 30;
erwarte nichts mehr als von deinem schwert.
Schiller 454;
ihn ohne alle andre rechenschaft
als meinen willen aus der welt zu schaffen.
568;
ich dacht in meinem leben
vom schönsten glück verkündung nicht zu geben,
als diese die mich hoch beglückt.
Göthe 41, 64;
sie sieht keine rettung als sie musz das kind entfernen. 17, 144; nicht sowol ich als er. Lessing 1, 265; es ist nichts anderes möglich, als dasz du ihm nachgibst; nicht anders geschehn könnte es, als wie er meint. Das franz. l'un comme l'autre, l'un comme tous, autre que lui, personne que lui entspricht nach dem allgemeinen maszstab und ebenso folgt nnl. auf een als, auf ander dan: het eene is als het andere, niemand anders dan hij, dat was een andere bref dan de eerste. unsere frühere das wie noch nicht vergleichend anwendende sprache würde ebenfalls nach ein als, nach ander dann gesetzt haben:
o gott, ich sag dir lob und eer,
das ich kein sünder bin als der.
Schwarzenberg 111, 2.
Verschieden von dem niemand als, keiner als ist aber, wenn wir sagen: niemand hätte wie du, keiner wie er gehandelt, denn hier gehört das wie zu handeln und die vollständige phrase würde lauten: niemand als du hätte gehandelt wie du.
7)
gar häufig pflegt eine oder die andere der beiden correlativpartikeln auszufallen. neben den adv. viel, oft, fern, sehr kann ein bloszes als der älteren, ein bloszes so der neueren sprache die verschmelzung der beiden satzglieder bewirken: wir wollen thun als viel (als) an uns ist. Luther 4, 494ᵇ; als vil (als) nun das gesetze belanget. Agricola spr. 18ᵃ; als oft (als) si essen, haben si ein besonder gebet. Frank weltb. 152ᵇ;
als oft (so) Phöbe ihren glanz
macht zwölfmahl halb und zwölfmahl ganz.
Weckherlin 461;
gibt dir ein armer freund als viel (als) er geben kan.
Opitz 1, 299;
und heute: so viel (als) an uns ist, so viel (als) nun anlangt, so oft (als) sie essen, so viel (als) er geben kann, so sehr (als) ich dich liebe. um den vollen eindruck des satzes zu fassen, musz man in gedanken ergänzen. die zweite partikel fehlt, wenn es heiszt: so gut (als) er konnte; so lieb (als) ich dich habe;
ein sehr geschickter candidat
that auf dem dorfe seine probe,
allein so gut (als) er sie gethan,
so stund er doch den bauern gar nicht an.
Gellert 1, 204.
hingegen die erste in folgenden sätzen: sein saur sehen ist ihr (so) als wann ein vatter mit dem kind mummels spielt. Fischart Garg. 71ᵃ; alles auf den feldern steht (so) prächtig, als sei die vollste ernte zu gewarten; du zielst (so) auf mich hin, als wolltest du mir die brust durchbohren; mir ist (so), als hätte ich ihn schon irgendwo gesehn;
mir ist, denk ich an dich,
als in den mond zu sehn.
Göthe 1, 110;
es ist, als da sich die kinder gottes mit den töchtern der menschen vermählten. 27, 166; und diese stellen weisen auch hier ein vom vordersatz geschütztes als, da im franz. comme, nicht que folgen würde. daher stimmt zu dem nhd. als hier das mhd.:
mir ist als dem der dâ hât gewant
sînen muot an ein spil.
MS. 1, 8ᵇ;
mir ist als ich niht lebende sî.
2, 206ᵇ;
freilich steht auch schon einmal wie:
mir ist wieʒ (oder wies?) alleʒ rôsen trage.
1, 3ᵃ,
vielleicht weil als alleʒ anstosz gab. eine menge von als dasz, als ob, als wenn, als um zu haftet in unsrer heutigen sprache fest und war schon in der früheren begründet:
sie (die lust zu dichten) wird mir nützer sein,
als dasz mein sinn im wein und wein schwümm in dem sinne,
als dasz der spieler dank, der schlecht ist, ich gewünne,
als dasz ich mich befliss auf hundsphilosophei.
Logau 1, 97;
und was war das geheimnis! als dasz Demeter die grosze.
Göthe 1, 276;
ja muter, er macht wol ein schein,
sprach sie, als ob er heisz der gütle (d. i. gute holde),
doch bald er abzog das gasthütle.
H. Sachs I, 444ᵇ;
und sich erzeigt in allen dingen,
als ob er in den flusz wolt springen.
I, 448ᵈ;
machten eine miene,
als ob sie sich an mir schon satt gesehn.
Gellert 1, 215;
wobei das ob auch wegbleiben und als gleich zu dem voran gerückten verbum construiert werden kann:
was darfst du in die hewser schleichen,
als wolst du steln oder fewr einlegen?
H. Sachs I, 470ᵇ;
als etwas guts dabei solt sein
in füllerei durch bier und wein.
Schwarzenberg 144, 2;
es ist, als für uns stünde
sein schatten und nicht er.
Fleming 8;
als wäre dies für dich die liebste neuigkeit.
Gellert 1, 65;
weil es mir schien, als wollte man mich küssen.
1, 215;
damit sie aber nicht glauben, als handelte ich übereilt, so lesen sie hier. Göthe 14, 172;
noch niemand konnt es fassen,
wie seel und leib so schön zusammenpassen,
so fest sich halten als um nie zu scheiden,
und doch den tag sich immerfort verleiden.
41, 107.
auch in solchen fügungen droht das wie vorzudringen: du brichst über ihn den stab, wie wenn er schon verurtheilt wäre, obgleich tadelhaft, dem franz. comme si zum trotz. neuere dichter lassen vor dem ob umgekehrt das als weg:
(als) obs der erste welttag sei.
Wilh. Müller 1, 93.
8)
ohne correlation enthält nicht selten ein zwischensatz die vergleichende partikel, wo goth. bald svê, bald svasvê gesetzt wird: svê gamêliþ ist. Marc. 1, 2; svasvê gamêliþ ist. Marc. 9, 13. ahd. sôsô zam, sôsô quidu (Graff 6, 17); mhd. als ich iu bescheide, als ich sage, als im gezam; als er mit der gürtel bevangen ist. Chmel fontes 1, 284 (a. 1299). nhd. als geschrieben steht. Marc. 1, 2; und häufig in Luthers schriften: als ich sage, als vor gesagt ist, als auch Augustin spricht, als denn oft geschicht; denn freilich e. k. gn. lande die allerbesten und meisten guten pfarrer und prediger haben, als sonst kein land (sie hat). br. 4, 21; geschickt zum streit in bogen und andern wöhren, als kaum ein volk. Frank weltb. 139ᵃ;
ein fürst der welt bin ich erkent,
als mich dann Christus selbert nennt.
Schwarzenberg 128, 2;
wer sich vil fült, als man oft thut,
das schadet seel, eer, leib und gut.
144, 2;
drümb Ennius, der frum poet,
sprach, als von im geschriben steht.
151, 2;
er sagt in Schweiz ein bruder was,
der, als man sagt, nichts trangk noch asz.
152, 2;
als ich itzt kürzlich hab gemelt.
152, 1;
zu Marpurg wird fast, als ich acht,
das allerbeste bier gemacht.
Er. Alberus 141;
als da steht. Fischart bienenk. 154ᵇ; als mancher thut. Garg. 90ᵃ; ich gebe, als ichs gefunden habe. Micrälius 2, 299;
ein gar zu blödes aug, als oftmals ist geschehn,
hat das, was ihm gesollt, versäumt, verschämt, versehn.
Logau 2, 12, 37;
ich thu, als du gesagt.
Hoffmannswaldau getr. sch. 50;
als man uns glauben machet,
hat er dreimal gelachet.
Fleming 377;
achtmal hat nun, als ich zähle,
Föbe volle hörner kriegt.
420;
sein ehrgeiz brachte ihm, als wir nachmals hören werden, den untergang. Hahn 2, 233;
als er verhiesz, der vergelter.
Klopst. 7, 282;
als du thust.
8, 186;
er war sehr zornig, als du abschied nahmst?
als ich ihn nie gesehn.
Göthe 8, 153,
in welcher letztern stelle als doch eher correlativ ist. Indessen risz auch in dieser fügung frühe schon das wie statt als ein und bereits bei H. Sachs I, 473 begegnet man einem: wie obgemelt. noch geläufiger wird es späterhin, z. b.
wie man mir erzählt.
Gellert 1, 60;
wie es ihm gebührte.
1, 165;
heute würde als man sagt, als wir wissen, als mich dünkt, ganz steif lauten und es heiszt: wie man sagt, wie wir wissen, wie mich dünkt. Diese construction bildet, da in ihr die vergleichung schwach ist, den übergang zur folgenden gattung.
II.
Demonstratives als. von geringerer wirksamkeit, was schon daraus folgt, dasz es häufig ganz unterbleiben kann.
1)
bei vielen verbis hebt sich das im nom. stehende praedicat durch ein als hervor. die mhd. und ahd. sprache, gleich den classischen, ja den meisten übrigen enthielt sich hier noch ganz der partikel und setzte den reinen nominativ: des starb er mensche und starb niht got; si gebar in maget; ich scheide iuwer gevangen hin, d. h. mensche wesende, maget wesende, gevangen wesende; er wart gekorn künec, gewîhet bischof, genant Artûs. wir sagen noch heute: er ward Artus genannt, aber zum könig erwählt, zum bischof geweiht und für mensch wesend sagen wir als mensch. doch den bloszen nom. gewähren noch frühere wie neuere beispiele:
die engel in dem trone
werden dem käpplin lonen,
dasz ich mägdlin von euch kam.
Uhland 246;
bistu ein knecht berufen, sorge dir nicht. 1 Cor. 7, 21, goth. skalks galaþôþs vast, ni karôs, servus vocatus es, non sit tibi curae;
das er ir schöpfer ward erkant.
Schwarzenberg 98, 2;
und dürfe ferner nicht ein armer sclave leben
der fremden pralerei.
Logau 2, 56, 13;
gott sitzt könig immerdar.
Opitz;
da ward er böse, zornig,
ein kleiner Mars stand er.
Gleim;
ich stand vor ihm gerüstet
ein andrer Goliath.
derselbe;
zwar unser vater ist nicht mehr,
jedoch starb er ein held.
derselbe;
bald fliegst du braut im reihn!
Voss;
dasz ich ein bettler geboren werden durfte. Schiller 3, 128; wenn ich wieder kehre, so erscheine ich ein furchtbarer ritter. Klinger 5, 135; und ich werde der seligste unter den glücklichen wohnen. 10, 240. Vermag das die prosa noch, um so entbehrlicher kann dies als dem dichter sein, in der regel aber mangelt es weder in prosa noch poesie: Maria gebar als jungfrau, Christus starb als mensch, Napoleon herschte zehn jahre als kaiser, ich verlasse dich als besiegter, scheide von dir als dein freund. gleich das erstemal trat er als fertiger schauspieler auf; ein prächtiges kleid, das sie als braut trug; Venus leuchtet abends als ein heller stern; als ein bote des himmels erschienst du mir. wir sind stets als ein fluch der welt. 1 Cor. 4, 13, tanquam purgamenta hujus mundi facti sumus;
drum nennt mir nur geschwind
den mann, der ihr als bruder oder ohm,
als vetter oder sonst als sipp verwandt.
Lessing 2, 326;
der ich mich auf den erwerb schlecht, als ein dichter, verstand.
Göthe 1, 357;
wie er lächelte bescheiden weise,
als den unverständigen bedauernd.
2, 110;
stand ich als in finsternis geblendet.
5, 244;
Flavio stürzte herein, zerfetztes kleides, wie eines der durch dorn und dickicht durchgestürmt, greulich beschmutzt, als durch schlamm und sumpf herangewadet. 22, 87; ich eilte nach um als der erste zu erscheinen. 26, 11; hunderte beschäftigen sich laufend, springend, mit hastigem ungethüm, als jagend und verfolgend. 43, 267; ich war als leicht gekleidet wirklich durchgefroren. 48, 21. wo Göthe seiner natur folgt, wird er das als kaum unterdrücken, eher wenn er antikes metrum nachbildet, z. b. 40, 341:
da senkten sich Hektors gebeine
nieder und asche lag der edelste Troer am boden;
oder im letzten theil des Faust;
schon schien die list dem juden als gelungen.
Lessing 1, 33.
in der letzten stelle wäre das als, füllte es nicht das metrum aus, entbehrlich, in den meisten andern würde sein abgang die rede steif und ungewohnt machen, das kleid das die braut trug könnte eben wol ausdrücken sollen: sie die braut, das blosze bote den vocativ meinen. Wie hingegen an des als stelle gesetzt würde einen ganz andern sinn herbeiführen, Christus starb wie ein mensch, in menschlicher gebärde, N. herschte wie ein kaiser, kaiserlich, V. erschien wie ein heller stern, hell leuchtend, nicht ein mensch, kaiser, stern seiend. ich befehle als herr, weil ich herr bin, ich befehle wie ein herr, in eines herrn weise, der sich auf herschen versteht. Andere mal mag es gleichgültig sein, als oder wie zu verwenden: er gieng in die gefahr als ein beherzter, wie ein beherzter mann, lag da als ein todter, wie ein todter auf der erde. doch würde auch mhd. ein unterschied fühlbar sein zwischen: dâ lac er, ein tôter man und dâ lac er als ein tôter man. zuweilen mögen dem als noch verstärkende partikeln zutreten: ich sage es gleich als dein freund; nicht insofern als mein vater, sondern insofern als einer, der mich zuerst geschlagen hätte. Lessing 1, 250.
2)
noch minder weicht als vor dem acc.: denn mit solchem unglauben machestu deinen gott als einen lügener. Luther 1, 64ᵇ; wir ehren gott als unsern vater; ich betrachte dich als meinen freund; sehen sie mich als ihren vater an. Gotter 3, 29; und finde den lehrer als einen ganz allerliebsten mann. Göthe 24, 184; ich sehe es als fügung des himmels an; ich gebe dir den ring als ein zeichen meiner freundschaft; ich grüsze dich als alten bekannten; dieses amt dachtest du dir als das gröszte glück; man trug ihn als einen todten von dem schlachtfeld; kannt ich nicht den patriarchen schon als einen schurken? Lessing 2, 340. Doch einzelne verba gestatten neben dem als oder lieber noch für (s.für): ich lege es dir als eitelkeit aus, für eitelkeit aus. Die abwesenheit der partikel würde meistens gar den sinn ändern und z. b. ich erkenne dich freund auszudrücken scheinen cognosco te, amice, nicht cognosco te amicum, so zwingt die unvollkommenheit unsrer flexion uns zu neuen behelfen. Einige verba wie nennen, wissen, glauben leiden kein als: ich nenne dich, glaube dich meinen freund, weisz dich glücklich, wieder andere gestatten gebrauch oder auslassen der partikel: er fühlt sich als mann oder mann; mhd. man erkennet si daʒ beste wîp. MS. 1, 42ᵇ;
hat der sich einen mann bewiesen?
Gökingk 2, 115;
hat der sich einen mann gezeigt?
2, 117;
sich glücklich fühlen, unerschrocken zeigen. Und bei solchen wörtern kann das praedicat vom acc. sich zum subject des satzes in den nom. gezogen werden: ich fühle mich nun wieder der mann, der ich war. Klinger 5, 135; er zeigte sich als ein wahrer held oder als einen wahren helden.
3)
beim gen. und dat. wird als entbehrlich, sobald man sie appositionell auffaszt: ich gedenke dein, meines alten freundes; ich sage es dir, einem verständigen manne statt dein als meines fr., dir als e. v. m.; dem ihr sonst schlafendem vorüber zogt. Göthe 5, 55.
4)
für hinweisungen, aufzählungen, anführungen pflegt als im sinne von nemlich, das heiszt, zu wissen (franz. à savoir, savoir) einzuleiten: diese krankheit hat verschiedne ursachen, als kälte, nässe, zugluft; drei pferdemängel, als stetig, starblind, hartschlechtig; drei geschlechter, als mann, weib, kind; in etliche ire dörfer, als nemlich gen Grabe, Bolstat, Germar und Ammer. Bange thür. chron. 211ᵇ; bittere kräuter, als heiden oder klein pfrimmen, eltz oder alsem. Sebitz 25; hat burgermeister und rath eine biersteuer, als vier gulden vom breusel angeordnet. Micrälius a. P. 4, 26; rechnung was ich an schneiderarbeit gemacht, als u. s. w.;
ja senden wird der herr, was die welt nicht vermag,
als nemlich seine gnad und warheit.
Weckherlin 179;
an einer oder mehrern dieser bequemlichkeiten fehlt es den neueren sprachen durchgängig, diejenigen, als die französische, welche jenes — umschreiben müssen, drücken den sinn aus, aber vernichten das gemählde. Lessing 6, 479; die gewöhnlichen ritterlichen übungen fortsetzten, als jagen, pferde kaufen, tauschen, bereiten und einfahren. Göthe 17, 36.
5)
dem relativpronomen tritt als hervorhebend bei, wie lat. quippe dem qui: ich wil des menschen leben rächen an einem jeglichen menschen, als der sein bruder ist. 1 Mos. 9, 5; als der ich voll schmach bin. Hiob 10, 15; ihr habt diesen menschen zu mir bracht, als der das volk abwende. Luc. 23, 14; wollten sich in diesen teutschen kriegen, als dazu sie nicht ausgesandt weren, nicht gebrauchen lassen. Micrälius 5, 364; die eh- und bettgenosze weiber, als die sie (die kinder) saur ankommen. Fischart Garg. 67ᵇ;
lasz die trauerseiten tönen,
als an die mich zu gewöhnen
zwingt der trüben zeiten lauf.
Fleming 302;
belieben lasset euch
dis werk zu nehmen gnädig an,
als das ein armer knecht allein nur geben kann.
Werders Ariost 1, 3;
allerdings zwar sollte ein widerspruch, als womit mich herr Klotz verfolgt, in die länge auch den gelassensten, kältesten mann verdrüszlich machen. Lessing 8, 214; so behalten die prüfer musze sich in einzelne kleinigkeiten durch und durch einzulassen, als woran mir hauptsächlich gelegen ist. Bürger 183ᵇ; als worum ich sie wenigstens hiermit ersuchen will. 184ᵇ. diese ruhige form ist Göthen behaglich: traute sich kaum aus dem zimmer heraus zu gehen, als in welchem sie allein ruhe hatte. 15, 131; dasz das individuum sich und sein jahrhundert kenne, sich, in wiefern es unter allen umständen dasselbe geblieben, das jahrhundert, als welches sowol den willigen als den unwilligen mit sich fortreiszt. 24, 8; er wollte von den hohen hohlgeschliffenen schrittschuhen nichts wissen, sondern empfahl die niedrigen, flachgeschliffenen, friesländischen, als welche zum schnellaufen die dienlichsten seien. 26, 336; wo angeborne fertigkeiten sich mit aufmerksamkeit und fleisz zusammenfinden, als woran der künftige, eigentliche künstler allein erkannt wird. 43, 351; wenn man den breiten streifen noch einmal so breit macht, welches mit ein paar pinselstrichen geschehen kann, als warum ich die liebhaber ersuche. 58, 276; mit sehr spitzwinkligen prismen, als durch welche die ränder sehr zart gefärbt erscheinen. 58, 300; man müste denn annehmen wollen .... als wider welches vorgeben gestritten werden musz. Kant 6, 251. etwas kanzleimäsziges, steifes mag darin liegen, doch ist, wie die beispiele lehren, in der prosa mäszig verwandt die fügung nicht ohne eindruck: diese guten leute, als deren ich mich wol erinnere, umstanden mein bett und schauten den wieder belebten theilnehmend an, das legt ein stärkeres gewicht auf die persönlichkeit, welche geschildert werden soll; die freunde, als denen ich unbedingt vertraute, erhöht ein bloszes denen.
6)
als in derselben bedeutung von nemlich (nempe, quippe) tritt auch einigemal vor die conjunction dasz: solch verbuntnis musz sich grunden und stehen auf dem gewissen dere, so sich verbunden, als dasz sie alle wollen einträchtiglich gläuben. Luthers briefe 3, 465; aber die kirch hat noch ein ander bedenken hierin gehabt, als dasz sie das fleisch unrein geacht. Fischart bienenk. 147ᵃ; du schiltest auf die reichen, als dasz sie den lastern ergeben und in völlerei und wollüsten sich antreffen lassen. pers. rosenth. 7, 20. zu unterscheiden davon als dasz = quam ut (oben I, 7): wir fabeln so genug, als dasz wir diese gefährliche eigenschaft noch steigern sollten. Göthe 21, 94.
7)
eigenthümlich steht als vor den adverbien heute, morgen, gestern und ähnlichen, zu hervorhebung der zeitbestimmung. in vielen gegenden hört man unter dem volk: er ist als gestern morgen gestorben, das gericht soll als heute abgehalten werden, ich erwarte seine ankunft als heute, als übermorgen, als auf montag soll er wieder abreisen, d. i. als an dem tage von gestern, von heute, oder bei angabe der monatstage: heute als den 29, morgen als den 30 januar. So schon im Lauterbacher weisthum 3, 358: wir wisen hute zu tage, als zu den drien ungeboten dingen. aber auch Opitz 2, 129 (Amst. 1645):
wo sind herr Müllers schreiben?
fieng ich als gestern an,
wo solten sie verbleiben?
es soll damit die zeit genau und sicher angesetzt werden; und ebenso sagt man englisch as this day, as yesterday, as morrow für heute, gestern, morgen, die fügung verdient in gebrauch erhalten zu werden. noch allgemein üblich heiszt es: er verrichtete gestern, als am todestage seiner mutter, ein stilles gebet; er will diese woche, als die letzte seines hierseins, nur mit freunden verbringen. Eine gewisse ähnlichkeit mit diesem als hat das goth. svê, gr. ὡς vor zahlen (Ernst Schulze 333ᵃ), wo unsre heutige sprache bei verwendet. s.alst.
8)
endlich wurde demonstratives als früher auch in der bedeutung des heutigen so (franz. si, lat. tam) verwandt, wenn sich ein folgendes dasz darauf bezieht: welchs als offentlich am tage jedermann bewust ist, dasz nit wol zu denken ist. Luthers br. 1, 508; mich triebe der wunder (die neugier) als fast, dasz ich mich an dem ufer hinab gewagt. Philander in der zueign. zu theil I. Luthers bibel gebraucht in solchen fällen schon so, nicht als, andere setzen also.
III.
Consecutives als. consecution zwar liegt auch in der correlation, gemeint aber ist hier eine solche folge, die mehr in der ganzen rede als im verhältnis einzelner sätze und in den worten der sätze vortritt.
1)
schon das zeit bestimmende, satz oder nachsatz beginnende als kann für consecutiv gelten, insofern ihm andere sätze voraus gehn, deren folge es einleitet, immer ist es erzählend und auf ein ereignis gerichtet, ursprünglich auf ein eben eingetretenes, im sinne von quam primum, simulac, alsbald. ahd. sôsô (es könnte auch heiszen alsô) er gisah iro giloubon, als er nun ihren glauben sah; mhd. alse si den leun sâhen stân Iw. 6687, simulac viderunt leonem, verschieden von dô si sâhen, was blosz cum viderent ausdrücken würde. dieser unterschied zwischen da und als ist noch nicht ganz in unserm jetzigen sprachgefühl verwischt: da wir in die stadt fuhren, hörte es zu regnen auf, quum intravimus urbem, pluvia cessit, als wir in die stadt fuhren, simulac intravimus; da es blitzte, konnte ich sie erkennen, als es blitzte, überschaute ich ihre gestalt; wir giengen durch den wald, als auf einmal kugeln um unsre ohren pfiffen; niemand schien reden zu wollen, als plötzlich der letzte sich erhob. Allein in den meisten fällen ist als an die stelle des da (wie hinter comp. an die stelle des dan), getreten, ja auch hier drängt sich schon das wie vor, um als zu verdrängen, vgl.da undwie. Luther setzt noch zuweilen da: da gott den menschen schuf. 1 Mos. 5, 1; da aber Jacob sahe Rahel. 29, 10; doch gewöhnlich schon als und gern mit beigefügtem, die folge verdeutlichenden nu: als nu Noah erwacht von seinem wein. 9, 24; als nu Abram höret. 14, 14; als er nu widerkam von der schlacht. 14, 17; als nu die sonne untergegangen. 15, 17; als si nu sahe. 16, 4; als nu Abram neun und neunzig jar alt war. 17, 1 und zahllose mal. nicht anders Göthe im lied von der bajadere:
als er nun hinaus gegangen,
wo die letzten häuser sind,
sieht er mit gemahlten wangen
ein verlornes schönes kind.
dies ist nicht der beginn des ganzen gedichts, und Schiller hebt seine götter Griechenlands noch mit da an:
da ihr noch die schöne welt regiertet,
wie es mhd. immer mitbeginnen musz:
dô gotes sun hien erde gie.
Walth. 11, 18;
dô der sumer komen was.
94, 11;
dô man der rehten minne pflac.
MS. 1, 19ᵃ;
dô si an dem rîse die bluomen gesâhen.
1, 20ᵃ;
aber Göthe gleich vornen im neuen Amadis:
als ich noch ein knabe war,
sperrte man mich ein;
als ich eins tags zu tische sasz.
H. Sachs I, 440ᵃ;
als ich meins alters war
im fünfzigisten jar.
I, 457ᶜ;
als ich nechst war aus spazieret
zu den hirten in den wald.
Opitz;
als ich einmal in einer kirche sasz.
Gellert 1, 214;
eine menge lieder fängt mit solchem als an:
als ich noch im flügelkleide
in die mädchenschule gieng;
wo älteren vielleicht mehr da zusagen würde. Gewöhnlich wird dies auf die vergangenheit gerichtete als mit dem praet. verknüpft, doch kann es auch ein erzählendes praesens sein:
als ich das vorgemach durchgehe.
Schiller 288;
als er die augen
im tode schlosz und seine starke hand
sie nicht mehr bändigt.
489.
weder für bedingendes da (= weil), noch für bestimmendes da (= tum), wo das verbum dem subject vorangeht, sondern blosz für zeitbestimmendes da, wo das subject vor dem verbum steht, kann nhd. als gesetzt werden.
2)
ein mhd. als, das wir heute durch wenn ausdrücken würden, fand, unterschieden von dem zeitbestimmenden dô, zuweilen statt:
als ich mit gedanken irre var.
Walth. 41, 37;
als ich under wîlen zir gesitze.
115, 22;
es ist ein praesens dazu construiert. spuren davon reichen bis ins 17 jh.
dich musz der bauer ehren,
weil du ihn reicher machst und höflichkeit wilt lehren,
indem er, wann du kömpst, den haber bald verkauft,
und als er nichts mehr hat, hin auf die stadt zu lauft,
darinnen mietung sucht.
Opitz 1, 106;
drauf kömpt Ruggieren sie schnell aus den augen weg,
gleichwie die sonn, als sie kriegt eine wolkendeck.
Werders Ariost 11, 6;
und wenn er gleich an sie, wie vormals denken solt,
er wer ein narr, als er dies auch nicht achten wolt.
11, 2;
gleichwie ein wilder ochs, als er am kopf empfindet
dasz man die hörner ihm mit einem seile bindet.
11, 42;
es nähert sich dem unter II, 8 abgehandelten vergleichenden als, und ist heute auszer gebrauch.
3)
wo als im nachsatz erscheint, hat es die bedeutung von ita, goth. svê, nicht von wie, goth. sva, und wird heutzutage entweder durch bloszes so ausgedrückt oder ganz unausgedrückt gelassen, und klingt uns steif und canzleimäszig: nachdem ir für gut angesehen, das wir in sachen doctor Martinus Luther an bepstlîche heiligkeit schreiben solten, als weren wir des wol geneigt. Luther 1, 141ᵃ; weil aber der vater durch einen geschwinden tod hinweggenommen wurde, als liesz der könig stracks nach dessen tode alle güter einziehen. pers. rosenth. 7, 3; dieweil des Lokmans in diesem rosenthal etliche mal gedacht, als habe ich nicht ungerühmet sein vermeinet, dasz ich dessen fabeln hier mit anhange; weil könig Marbot dem Armin keine hülf leistete, als hat er einen schlechten rhumb eingeleget. Micrälius 1, 79; damit e. g. wissen möchten, als soll ich e. g. vermelden. Ringwaldt tr. Eck. A iiiᵃ; nichts desto weniger, demnach ich etlicher freunde begehren desto bälder stattgegeben, und damal etliche von mir geschriebene poesien zusammen geklaubet, als hab ich auch itztmalen noch andere meine gedichte zu den vorigen hinzugefüget. Weckherlin;
und weil das wasser ihr den gang verstopfet hat,
durch den sie kommen ist, als sucht sie andern rath
Opitz 1, 38;
dann weil in deinen kriegen
so mancher mutter kind pflegt täglich aufzufliegen,
soll je der erden fleisz nicht wüst und öde sein,
als bringet Venus dann den schaden wieder ein
und gibet wann du nimpst.
1, 91.
die meiste von diesen zügen hat der oft belobte auctor am allerbesten beschrieben, dieweil er aber in den jahren mehrentheils gefehlet, als habe ich seine irrige zeitrechnung fast durchgehends verbessert. Hahn 1, 99; weil Ottonis gegenwart in Teutschland nothwendig zu sein schiene, als liesze er seinen schwiegersohn in Italien zurück. 2, 68; weil vorhero der polnischen troublen meldung geschehen, als wird es einer natürlichen ordnung gemäsz sein. 2, 240; weil diese fabel bereits von unzehligen widerleget worden, als will ich mich dabei nicht weitläuftig aufhalten. 3, 288. diesen stil nachahmend: nachdem unser feldherr .. gemeint gewesen .. als verpflichten wir uns. Schiller 351. immer geht ein nachdem, demnach, dieweil, weil voraus. vgl.so.
als
Fundstelle: Lfg. 2 (1852), Bd. I (1854), Sp. 246, Z. 69
kürzung von alles (nom. und acc.), mhd. alleʒ, erscheint im 16 und 17 jh. häufig, wird aber später und im reinen stil mit recht gemieden, weil es sich mit als = also mengt, und für den vers die einsilbigkeit auch durch unflectiertes all erreichbar ist:
merk, durch mein kunst ist mir bekant
aller menschen auf erden stand,
auch wie als wetter ist gethan,
das zeig ich nach bedunken an.
Schwarzenberg 120, 1;
ich hab es als versucht.
H. Sachs I, 450ᵇ;
gott es doch als im besten thut.
I, 493ᵈ;
wie Hans Sachs an als arges spricht.
I, 494ᵈ;
wie solt man nicht als guts den trauen?
Fischart schif 759;
und dis als durch ir süszigkeit.
lob der laute s. 97;
aber es dient als auf ein end.
s. 114;
als dein leben, per omnem vitam tuam. Garg. 90ᵃ; so wer es als verlorn. 90ᵇ und zahllose mal. Auszeichnung fordert dies als, wenn es, im acc. stehend, adverbialgeltung empfängt und dem mhd. alleʒ semper, continuo entspricht, wofür schon unter alles = alls, als einige belege:
mein pfennig musz es als hergeben.
H. Sachs I, 449ᵃ;
ir habt euch selb geweidnet als,
das feist fraszt ir in ewren hals.
I, 63ᵃ;
und was sie kan auftreiben als,
musz ir doch alles durch den hals.
I, 449ᵇ,
hier folgt alles nach und das vorausgehende als bedeutet immer oder nur, was sie nur auftreiben kann. o als nur wisch daraus gemacht! Garg. 137ᵃ; jung schenks als ein! 101ᵇ. so fassen sich auch stellen Dieterichs von dem Werder in seinem Ariost:
gleichwie der krebs als thut, wann er im meere schwimmt.
11, 32;
wann nach den theilen man auch nab die augen legte,
die sonsten als das kleid ihr zu bedecken pflegte.
11, 66.
Opitz sagt im lob des kriegsg. 424:
dein volk hat tag und nacht in waffen als gewohnt,
und 2, 106:
die groszen körper auch,
die elementen selbst, die werden wie geboren
und gehn als wider ein,
hier aber könnte als dem wie gegenüberstehn und so ausdrücken, wie sie geboren werden, vergehen sie wieder.
tragt kind und wiegen als vom weg!
rückt stül und benk als auf ein ort!
fastn. sp. 1, 13. 15,
entweder fort oder, wahrscheinlicher, alles, alles geräth. Am ganzen Oberrhein und Main, in der Wetterau und in Hessen bis nach Thüringen, Sachsen hat die volkssprache ein solches als lebendig erhalten und legt ihm etwa den sinn von immer, gewöhnlich, zuweilen oder eben bei, doch ohne nachdruck, so dasz man es fast dem enclitischen halt anderer gegenden an die seite setzen dürfte: ich gehe als dahin; wir sind als (in einem) zu gegangen; du bist als gern bei mir gewesen; ich habe mich als ordentlich gefreut; wir waren da als recht lustig zusammen; er redete als fort; als (zuweilen) regnet es die ganze woche nicht; sing nur als zu!; ich besinne mich auf ein lied, das du als am abend auf der bank sangst; wir wollen als einmal tanzen; sonst als gefielst du mir; sie fiel ihm als um den hals und weinte; wenn es als vorübergieng, so grüszte er freundlich; wenn ich als an mein glück denke, so scheint es mir unbegreiflich; und so in vertraulicher rede ungemein oft. Schon der verfasser des Simplicissimus hebt im Spessarter dialect des jungen Simplex dies als hervor: nein, unser Ann und mein meuder haben als das bette gemacht. 1, 29; ich hab als ein ganzem busem voll kirschen gebrochen. 1, 30. Göthe, dem es doch sehr heimisch sein muste, hütet sich, selbst im Götz, davor, nicht so Bettine und mahler Müller, die es gern anwenden: wenn ich dort wohnte, so wollt ich als nur die sonn und feiertäg zu ihm kommen und nicht alle tag. Bettine 1, 42; da zeigte er mir auf dem schnee die spuren der fischottern und da war ich als manchmal recht vergnügt. 2, 189; nu will ich euch ein lied singen, das eine adliche als gesungen, wenn sie ihr kind eingewieget. Fr. Müller 1, 128; haben wir buben und mädels uns oft dort herum gelagert, haben dann als die schrift gelesen. 1, 265; lasz als Gundelchen! 1, 308; wie oft hab ich ihm als butterbrot und käsfladen geschmiert. 1, 317. Die daneben ausgedrückten noch und manchmal sollen dem schon dunkeln sinn der partikel nachhelfen und könnten wegfallen. ein solches als würde unsre rede oft schmeidigen, träfe es nicht im laut mit als = also überein, was zweideutigkeiten herbeiführt. auch Stalder 1, 98 führt als, ehdem, immer aus Schafhausen an. vgl.alsdann, ↗alsfort.
als
Fundstelle: Lfg. 2 (1852), Bd. I (1854), Sp. 247, Z. 72
für den gen. alles konnte im 16 jh. gerade so wie für den nom. oder acc. vorkommen und erscheint häufig bei H. Sachs, z. b. in den am schlusz seiner gedichte wiederkehrenden worten alls ungemachs für alles ungemachs. auch jene unter alles abgehandelte scheltformel kürzt oft alles in als.
Zitationshilfe
„als“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/als>, abgerufen am 14.10.2019.

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