abtrünnig
Fundstelle: Lfg. 1 (1852), Bd. I (1854), Sp. 145, Z. 35
fidem fallens, ahd. abtrunnig (Graff 5, 533) transfuga, apostata, mhd. abetrünnec, von dem verlornen stamm trinnan tran trunnun herzuleiten, aus welchem auch trennan f. trannian separare, (wie aus rinnan rennan) und mhd. trünne ein gesonderter haufe, trupp flieszt. war trinnan secedere, fugere, so ist abtrunni anttrunni profugus, ein abgetronnener, enttronnener, entronnener: Juliano, dem abtrünnigen keiser. Kirchhof wendunm. 34ᵇ; so wil ich auch bei euch sein und bleiben, in keiner not abtrünnig werden. Reutters kriegsordn. 34;
wie oft sasz ich bethränt, so bald mein schwäher klagte,
und sein abtrünnig blut vor gottes recht austagte.
A. Gryphius 1, 104;
dich siehet man
abtrünnig von den deinen auf der seite
des landesfeindes stehen.
Schiller 525;
abtrünniges weib, glück. Platen 258. 265. den formen abtrennig und abtrinnig kann ihr recht verbleiben.
Zitationshilfe
„abtrünnig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/abtr%C3%BCnnig>, abgerufen am 20.07.2019.

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