ablösen
Fundstelle: Lfg. 1 (1852), Bd. I (1854), Sp. 75, Z. 31
solvere, redimere, los machen. die rinde vom baum, die haut vom fleisch ablösen; die binde vom arm, den nagel vom finger, das joch vom nacken, den kahn vom ufer, den eimer vom eis, die seele von dem leib ablösen. ehdem auch in fällen, wo jetzt andere wörter bräuchlich sind: den schild von der wand ablösen (abhängen). Ayrer 280ᵇ; das geschütz, die kanone ablösen, losbrennen, lösen. bergmännisch, die gänge vom gestein ablösen, scheiden. ein versetztes pfand, gut ablösen, einlösen; die zehnten mit geld ablösen. einen von der eingenommnen stelle, dem platz ablösen und seine stelle einnehmen, zumal die wache, schildwache ablösen, wobei doch an jenes abhängen des schildes zu denken ist; so lösten zwei andere (grenadiere) dergestalt ab, dasz sie strack vor jene hintraten, welche sich dann eben so gemessentlich zurückzogen. Göthe 24, 148; den gefangnen, gemarterten ablösen; ein neues jahr löst das alte ab; träge dumpfheit, die so oft bei unglücksfällen unsern verstand und unser helles bewustsein ablöst. Tieck 15, 150;
entzückung löst mit wehmuth ab.
Haller.
Sich ablösen: die flotte löset sich vom hafen ab. Göthe 9, 371; das wort musz sich ablösen, vereinzeln. 26, 108;
auch dasz zu wichtigern beginnen ich desto eh mich abelöse.
Logau 3, 256, 222.
der schleim löst sich ab (von der brust), ablösende mittel.
Zitationshilfe
„ablösen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dwb/abl%C3%B6sen>, abgerufen am 20.08.2019.

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