duseln

GrammatikVerb
Worttrennungdu-seln
Wortbildung mit ›duseln‹ als Letztglied: ↗einduseln  ·  mit ›duseln‹ als Grundform: ↗beduseln  ·  formal verwandt mit: ↗Gefühlsduselei
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich leicht schlafen, schlummern
Beispiel:
Wir duseln schon ein bißchen, als die Tür aufgeht [RemarqueIm Westen43]
träumen
Beispiel:
Wir können nicht schlafen, wir stieren vor uns hin und duseln [RemarqueIm Westen110]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dusel · duseln · duselig · Duselei · dusselig · dußlig · Dussel
Dusel m. ‘Schwindel, Rausch, Glück’. Nd. Dusel ‘Schwindel, Halbschlaf, leichter Rausch, Betäubung’ (vgl. mnd. dǖsinge ‘Betäubung’, dǖsich ‘betäubt, schwindlig’) kommt im 16. Jh. ins Hd. Es ist etymologisch verwandt mit ↗dösig (s. d.). Die Bedeutung ‘unverdientes Glück’ entwickelt sich im 19. Jh. (vielleicht in Anlehnung an den volkstümlich abgewandelten Bibelspruch „den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf“ oder im Gedanken an den vermeintlichen Schutzengel der Betrunkenen, Berauschten, die im Dusel sind?). duseln Vb. ‘verwirrt sein, schlafen’ (16. Jh.); verwandt sind mnl. dūselen, duyselen ‘schwindlig sein, taumeln’, nl. duizelen ‘schwindlig sein, schwindeln’, anord. dūsa ‘ausruhen, sich still verhalten’ und ↗dösen (s. d.). duselig Adj. ‘verwirrt, betäubt, schlaftrunken’ (18. Jh.), älter düselicht (17. Jh.). Duselei f. ‘Träumerei, Gedankenlosigkeit’ (19. Jh.). In der Umgangssprache findet sich Sinnvergröberung mit affektischer Kürzung des Stammvokals in dusselig, dußlig Adj. ‘verwirrt, dumm, dämlich’ (17. Jh.), Dussel m. ‘Dummkopf’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

einduseln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›duseln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich muß nur wieder anfangen, meinen Weg allein so fort zu duseln.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 147
Das Leben wird sich schon richtig machen, träumt er, duselt er.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 294
Und als ich dann trocken in den Federn lag und duselte, war mir unbeschreiblich wohl.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 14570
Und in der Champions League duselte sich Bayern in der Vorrunde gerade mal so durch.
Bild, 06.02.2004
Jancker schießt, Elber wuselt mit seinem linken Fuß dazwischen, duselt die Kugel zum Ausgleich rein.
Bild, 05.10.1998
Zitationshilfe
„duseln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/duseln>, abgerufen am 25.06.2019.

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