durchtrieben

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungdurch-trie-ben
formal verwandt mittreiben
Wortbildung mit ›durchtrieben‹ als Grundform: ↗Durchtriebenheit
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend gerissen, schlau
Beispiele:
er ist ein ganz durchtrieben Bursche, Schelm
salopp sie ist ein ganz durchtriebenes Früchtchen
so ein durchtriebener Fuchs!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

durchtrieben Adj. ‘mit allen Wassern gewaschen, gerissen’ ist Part. Prät. zu durchtreiben, mhd. durchtrīben ‘durchziehen, durchdringen’ (s. ↗treiben). Bereits das Part. mhd. durchtriben bedeutet ‘durch und durch listig, verschlagen’. Daneben stehen bis ins 17. Jh. die Bedeutungen ‘durch vieles Herumstreifen erfahren, vervollkommnet’ und daher ‘gewandt’, auch ‘von etw. durchdrungen, erfüllt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
clever · durchtrieben · ↗gerissen · ↗heimtückisch · ↗hinterlistig · ↗listig · ↗schlau · ↗tückisch · ↗verschlagen
Assoziationen
Synonymgruppe
biestig · ↗charakterlos · durchtrieben · ↗gemein · ↗heimtückisch · ↗hinterhältig · ↗niederträchtig · ↗schurkisch · ↗tückisch  ●  ↗falsch  ugs. · ↗hinterfotzig  derb · ↗hundsgemein  ugs. · ↗link  ugs. · ↗schofel  ugs. · ↗schofelig  ugs., rheinisch
Assoziationen
Synonymgruppe
abgebrüht · ↗abgefeimt · ↗ausgekocht · ↗gerissen (oft abwertend) · ↗gewieft · ↗raffiniert · ↗schlau  ●  (es) faustdick hinter den Ohren haben  fig. · durchtrieben  negativ · mit allen Wassern gewaschen  fig. · ↗verschlagen  negativ · (auch) kein Waisenknabe (sein)  ugs., fig. · (dem) machst du nichts vor  ugs., variabel · abgezockt  ugs. · ↗ausgebufft (auch abwertend)  ugs.
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Biest Bursche Gauner Hund Luder Lächeln Naivität Strategie besonders ironisch naiv schlau ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›durchtrieben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es wäre falsch, anzunehmen, das Böse sei immer Absicht oder rein durchtrieben.
Die Zeit, 31.03.2004, Nr. 14
Die neuen Realisten des Theaters spielen, wenn sie das wahre Leben beschwören, ein ziemlich durchtriebenes Spiel.
Süddeutsche Zeitung, 10.08.1998
Halb war ich noch Kind, halb auf groteske Weise erwachsen und durchtrieben.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 92
Sein Lächeln wirkte stets durchtrieben und belustigt zugleich, so daß man eigentlich nie wußte, woran man bei ihm war.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 13
Mit einem durchtriebenen Hyperrealismus machten sie sich daran, ihre Illusionen zu verteidigen.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 695
Zitationshilfe
„durchtrieben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/durchtrieben>, abgerufen am 19.06.2019.

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