drohen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungdro-hen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›drohen‹ als Erstglied: ↗Drohbrief · ↗Drohgebärde · ↗Drohgeste · ↗Drohkulisse · ↗Drohpotential · ↗Drohpotenzial · ↗Drohrede · ↗Drohung · ↗Drohwort
 ·  mit ›drohen‹ als Letztglied: ↗androhen · ↗bedrohen · ↗herüberdrohen · ↗hindrohen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdm. furchterweckend ankündigen, etw. für ihn Unangenehmes tun zu wollen
Beispiele:
jmdm. drohen, ihn zu verraten, anzuzeigen, niederzuschlagen
jmdm. drohen, ihm Gewalt anzutun
jmdm. schelmisch, schalkhaft, feige, offen drohen
(jmdm.) mit dem Gericht, der Polizei, mit Arrest, einer Anzeige drohen
jmdm. mit der Faust drohen
dem Kind mit erhobenem Zeigefinger, mit einem Stock drohen
ein Staatsmann droht einer Regierung mit Krieg
jmdm. mit Mord drohen
drohende Ausrufe
ein drohender Blick
den Arm drohend heben
wie gefährlich drohten seine dicken Brauen und seine kühnen Augen [Feuchtw.Füchse652]
2.
etw. droht jmdm.etw. Unangenehmes kündigt sich an, gefährdet jmdn., etw.
Beispiele:
Krankheiten drohen jedem Menschen
es drohte ein Unwetter
eine Epidemie, Überschwemmung droht
tragische Folgen drohen ihm
eine drohende Gefahr erkennen, abwenden
Von falschen Freunden droht dir nahes Unheil [SchillerWallenst. TodV 5]
3.
jmd., etw. droht etw. zu tunjmd., etw. ist im Begriff, etw. Unangenehmes zu tun
Beispiele:
jmd. droht ohnmächtig zu werden, einzuschlafen
die Mauer droht einzustürzen
daß ... die Achsen heiß gelaufen waren oder heiß zu laufen drohten [G. HermannWordelmann24]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

drohen · dräuen · Drohung · Drohbrief · bedrohen · Bedrohung
drohen Vb. ‘Unangenehmes, Böses ankündigen’. Ahd. throuwen (8. Jh.), threwen (um 800) ‘drohen, tadeln’, mhd. drouwen, drewen, dröuwen, dröun setzt sich fort in nhd. dräuen Vb. (noch in poetischer bzw. historisierender Sprache, während die unumgelauteten Formen im älteren Nhd. untergehen). Daneben steht kontrahiertes (in Anlehnung an die Substantive ahd. thrōa, mhd. drō, s. unten) mhd. drōn, nhd. drohen (mit h als orthographischem Längezeichen). Im Germ. entsprechen asächs. githrōon, mnd. drouwen, mnl. druwen, nl. drouwen, afries. þrūwan, aengl. þrēagan, þrēawian ‘tadeln, züchtigen, strafen, bedrohen, angreifen’ (westgerm. *þrawjan), außergerm. sind aslaw. traviti ‘verzehren’, russ. travít’ (травить) ‘vernichten, hetzen, jagen, verdauen’ und griech. trȳ́ein (τρύειν) ‘aufreiben, erschöpfen’ verwandt. Alle Formen gehen zurück auf ie. *treu-, *trū-, eine Erweiterung der unter ↗drehen (s. d.) angeführten Wurzel ie. *ter(ə)-, wobei eine Bedeutungsentwicklung ‘drehend reiben, quetschen, bedrängen, drohen’ vorauszusetzen ist. Drohung f. ahd. throuwung(a) (8. Jh.), mhd. dröwunge, drowung, anders gebildetes ahd. throuwa, thrawa, threwa (9. Jh.), mhd. drouwe, drō verdrängend. Drohbrief m. ‘schriftliche Ankündigung von Gewalttätigkeiten’ (Anfang 15. Jh.). bedrohen Vb. ‘Unheil, Gewaltanwendung ankündigen’, mhd. bedröuwen, nhd. bedräuen und daneben (seit 15. Jh.) bedrohen. Bedrohung f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
androhen · ↗bedrohen · drohen  ●  ↗dräuen  veraltet
Synonymgruppe
(auf jemanden) zukommen · ↗(sich) abzeichnen · ↗(sich) anbahnen · ↗(sich) andeuten · ↗(sich) ankündigen · abzusehen sein · aussehen nach · drohen · erwarten lassen · ↗herannahen · ↗heranrücken · ↗heranziehen · ↗heraufziehen · im Anzug sein · im Verzug sein · in der Luft liegen · ins Haus stehen · knistern im Gebälk (es) · ↗nahen · näher rücken · seine Schatten vorauswerfen · zu erwarten stehen  ●  im Anmarsch sein  fig. · (die) Zeichen stehen auf (...)  geh., variabel · (etwas) ist im Busch  ugs., fig. · ↗heraufdämmern  geh.
Assoziationen
  • (bedrohlich) nahen · ↗(jemandem) blühen · ↗(sich) zusammenbrauen · drohen · ↗lauern · nichts Gutes erwarten lassen · nichts Gutes verheißen · zu befürchten sein  ●  (da) kommt (noch) was auf uns zu  ugs. · (die) Einschläge kommen näher  ugs., fig., Spruch · ↗dräuen (lit., poet.)  geh. · zu befürchten stehen  geh.
  • heraufziehend · im Anmarsch · im Kommen · kommend · zu erwartend  ●  ↗ante portas  geh., scherzhaft, lat.
  • (etwas) vor sich haben · (jemandem) ins Haus stehen · (sich) zubewegen (auf) · vor jemandem liegen
  • (und) das war erst der Anfang! · das war noch längst nicht alles  ●  da kommt (noch) was auf dich zu (warnend)  ugs., Spruch · da kommt noch was auf uns zu (warnend)  ugs., Spruch
  • (düster) dräuend (pseudoliterarisch) · ↗bedrohlich · beklemmend · ↗beunruhigend · drohend · ↗düster · ↗finster · nichts Gutes ahnen lassen(d) · ↗unheildrohend · ↗unheilschwanger · ↗unheilvoll · ↗unheimlich  ●  creepy  engl.
  • bald ist (...) · nicht mehr lange auf sich warten lassen · nur noch kurze Zeit, dann · unmittelbar bevorstehen  ●  vor der Tür(e) stehen  fig.
  • (sich) nähern · ↗heranrücken · ↗heraufziehen · ↗näherkommen · ↗näherrücken  ●  ↗herannahen  geh. · ↗nahen  geh., literarisch
  • Das musste ja so kommen.  ●  Als wenn ich es geahnt hätte (...)  ugs. · Also doch!  ugs. · Das war ja (von vornherein) klar (...)  ugs. · Hab ich's nicht gleich gesagt?  ugs. · Ich hab's gewusst.  ugs. · Ich wusste es.  ugs. · Ich wusste, dass es so kommen würde.  ugs. · Wusst(e) ich's doch!  ugs. · das hab(e) ich (ja) kommen sehen  ugs. · ich hab(e) es ja gleich gesagt  ugs. · kein Wunder (dass ...)  ugs.
  • (auf jemanden) zukommen · ↗(das) Schicksal hält (...) (für jemanden) bereit · ↗(jemandem) bevorstehen · (jemandem) drohen · ↗(jemanden) erwarten · zu erwarten haben  ●  ↗(jemandem) blühen  ugs.
  • Ruhe vor dem Sturm · trügerische Ruhe
  • abzusehen sein · kommen wie es kommen muss · nicht anders sein können (es) · vorherzusehen sein · wie konnte es anders sein  ●  (einfach / ja) so kommen müssen  ugs.
  • angegangen werden müssen · ↗anliegen · ↗anstehen  ●  zu tun sein  ugs.
  • (sich) zusammenbrauen  fig. · ↗(weiter) schwelen  fig. · ↗brodeln  fig. · ↗gären  fig. · ↗schwären  fig.
  • an den Tag kommen · ↗erscheinen · sichtbar werden · zu Tage treten · zum Vorschein kommen · zutage treten  ●  ans Licht kommen  fig. · ans Tageslicht kommen  fig. · ↗emergieren  geh.
  • (etwas) ist im Busch  fig. · (etwas) liegt in der Luft  fig. · etwas kommt auf jemanden zu  fig.
  • es kriselt (bei) · schwere Zeiten vor sich haben · schweren Zeiten entgegensehen
  • (es) wird eng (für) · (jemandem) steht eine Menge Ärger bevor · (jemandem) steht Ärger ins Haus  ●  (die) Zeichen stehen auf Sturm  Redensart, fig. · (es) raucht im Karton  ugs., fig., Spruch · (etwas) sieht nach einer Menge Ärger aus  ugs. · Panhas am Schwenkmast  ugs., ruhrdt., Spruch
  • im Schwange sein · in der Luft liegen · unmittelbar bevorstehen
Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
(bedrohlich) nahen · ↗(jemandem) blühen · ↗(sich) zusammenbrauen · drohen · ↗lauern · nichts Gutes erwarten lassen · nichts Gutes verheißen · zu befürchten sein  ●  (da) kommt (noch) was auf uns zu  ugs. · (die) Einschläge kommen näher  ugs., fig., Spruch · ↗dräuen (lit., poet.)  geh. · zu befürchten stehen  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
drohen (zu) · es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit (dass)  ●  es besteht ein hohes Risiko (dass)  variabel · (etwas) kann jeden Moment  ugs. · (etwas) könnte jeden Moment  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aus Ausschluß Boykott Bußgeld Entzug Fall Gefahr Gefängnis Geldstrafe Haftstrafe Klage Konsequenz Kündigung Rücktritt Sanktion Schließung Sperre Strafe Streik Todesstrafe Verlust andernfalls androhen ansonsten erneut jetzt nun sogar sonst Ärger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›drohen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zur selben Zeit drohen die europäischen Mächte mit einer Intervention.
Die Zeit, 11.07.2013, Nr. 29
Er droht ihr nicht, sondern beschwört sie verzweifelt, mit ihm ein neues Leben zu wagen.
Fath, Rolf: Werke - C. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 402
Die junge Dame drohte uns schelmisch mit dem kleinen Finger.
Kreuder, Ernst: Die Gesellschaft vom Dachboden, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1978 [1946], S. 153
Ich drohte ihr mit dem Finger und da ließ sie es sein.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 20.02.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Der Boom, an dem die Stadt zu ersticken drohte, bricht mit einemmal ab.
Schlögel, Karl: Petersburg, München Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 77
Zitationshilfe
„drohen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/drohen>, abgerufen am 21.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Drohbrief
Drogistenfachschule
Drogist
Drogeriemarkt
Drogeriekette
Drohgebärde
Drohgeste
Drohkulisse
Drohn
Drohne