dreckig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungdre-ckig (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich schmutzig
Beispiele:
dreckige Hände, Schuhe, Fingernägel
dreckige Wäsche
eine dreckige Wohnung, Straße
jmd. ist dreckig (= jmd. sieht schmutzig aus) (= jmd. hält wenig vom Waschen und Saubermachen)
dreckig und speckig sein
sich bei einer Arbeit dreckig machen
bildlich
Beispiele:
jmd. macht sich seine Finger nicht gern dreckig (= scheut sich vor schmutziger Arbeit)
seine dreckige Wäsche (möglichst) nicht vor anderen Leuten waschen (= über seine unschönen privaten Angelegenheiten möglichst nicht in der Öffentlichkeit sprechen)
2.
salopp, übertragen gemein, hämisch
Beispiele:
eine dreckige Bemerkung, Anspielung, Gesinnung
ein dreckiges Mundwerk, Lachen
ein dreckiger (= unanständiger) Witz
dreckig lachen, feixen, grinsen
er machte ein dreckiges Gesicht [WelkGrambauer176]
3.
salopp
Beispiele:
jmdm. geht es dreckig (= schlecht)
das Leben mag noch so dreckig sein, sie strahlt [FalladaKleiner Mann208]
4.
attributiv
salopp, abwertend unwichtig, wertlos
Beispiel:
nicht mal 'nen dreckigen Zehneuroschein hatte ich mehr
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dreck · dreckig · Dreckfink
Dreck m. ‘Schmutz, wertloses Zeug’, ahd. -threc (in mūsthrec ‘Mäusekot’, Hs. 12. Jh.), mhd. drec (Genitiv dreckes) ‘Schmutz, Unrat, Kot’, mnd. drek, mnl. drec, nl. drek ‘Exkremente, Fäulnis’, afries. threkk, anord. þrekkr ‘Dreck, Schmutz’, schwed. träck ‘Kot’ zeigen (mindestens in den flektierten Formen) die in Wörtern für geringgeschätzte, verabscheute Dinge öfter zu beobachtende affektische Gemination (germ. *þrekka-), vgl. daneben aengl. þreax ‘Fäulnis, Abfall, Kehricht’. Die germ. Formen verbinden sich mit griech. stergános (στεργάνος) ‘Mist, Auswurf von Menschen und Tieren, Schmutz’ sowie lat. stercus ‘Kot, Dünger, Mist’, lit. ter̃šti ‘schmutzen, schmutzig machen’ und führen mit diesen auf die Erweiterungen ie. *(s)terg-, *(s)treg- bzw. *(s)terk̑- der Wurzel ie. *(s)ter- ‘unreine Flüssigkeit, Mist; besudeln, verwesen’. Die alte Bedeutung ‘Exkremente, Kot’ lebt noch in Komposita wie Mäusedreck (s. oben), Teufelsdreck (16. Jh.), während Scheißdreck wohl eher als Steigerung von Dreck im Sinne von ‘wertloses Zeug, Nichtigkeit’ anzusehen ist. dreckig Adj. (16. Jh.), älter dreckicht (15. Jh.) ‘schmutzig’. Dreckfink m. ‘Schmutzkerl’ (Dreckfincke Goethe, 18. Jh.), heute meist von Kindern.

Thesaurus

Synonymgruppe
beschmutzt · dreckig · mit Schmutz behaftet · ↗schmierig · schmutzbehaftet · ↗schäbig · ↗unhygienisch · ↗unrein · ↗unsauber · verdreckt · verschmutzt · verunreinigt · voller Schmutz  ●  ↗kotig  veraltend · ↗schmutzig  Hauptform · Drecks...  derb · Schmuddel...  ugs. · dreckig und speckig  ugs. · ↗mistig  ugs. · ↗ranzig  ugs. · ↗räudig  ugs. · ↗schmuddelig  ugs. · ↗siffig  ugs. · steht vor Dreck  ugs. · verranzt  ugs. · ↗versifft  ugs. · voller Dreck und Speck  ugs. · voller Mist  ugs. · vor Dreck stehen  ugs.
Assoziationen
  • (lauter) Flecke haben · Flecke aufweisen · ↗befleckt · besudelt · ↗fleckig · mit Flecken übersät · verfleckt · voller Flecke
  • bestaubt · mit Staub bedeckt · mit Staub überzogen · ↗staubbedeckt · ↗staubig · staubüberzogen · ↗verstaubt · voller Staub
  • mit Ruß überzogen · rußbedeckt · ↗rußig · verrußt · voller Ruß
  • vermüllt · voller Müll · von Müll übersät  ●  zugemüllt  ugs.
  • Ferkelei  ugs. · ↗Sauerei  ugs. · ↗Schweinerei  ugs.
Synonymgruppe
anstößig · eindeutig-zweideutig · nicht salonfähig · ↗obszön · ↗unanständig · ↗unsittlich · ↗unzüchtig · ↗zotig  ●  ↗schmutzig  fig. · dreckig  ugs., fig. · nicht stubenrein  ugs., scherzhaft, fig. · ↗priapeisch  geh., veraltet · ↗schweinisch  ugs. · ↗unkeusch  geh. · versaut  derb
Assoziationen
Synonymgruppe
dreckig (Lachen, Lache) · ↗gehässig · ↗hämisch · ↗höhnisch · ↗spöttisch
Synonymgruppe
pornografisch · ↗pornographisch · ↗zotig  ●  dreckig  ugs. · ↗pervers  derb · ↗schweinisch  ugs. · ↗säuisch  derb · versaut  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Araberin Brühe Dutzend Fingernagel Geschirr Gummistiefel Halunke Judengesicht Klamotten Klo Kommunistenschwein Lache Lump Neger Nigger Pfote Pfütze Sau Schlampe Socke Socken Unterhose Unterwäsche Windel Witz Wäsche stinkend verlaust verwahrlost zerlumpt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dreckig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer auf den Hund gekommen ist, dem geht es wirklich dreckig.
Die Welt, 18.05.2004
Ein dreckiges Loch hätten Sie auch in New York haben können.
Der Tagesspiegel, 24.09.1999
Es war eine Welt, so dunkel, so schäbig, so dreckig, so von Gott aufgegeben wie die Welt hier.
Koeppen, Wolfgang: Tauben im Gras. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1951], S. 112
Es geht mir egal dreckig, es ist nicht herauszubekommen, was es ist.
Tucholsky, Kurt: An Fritz Tucholsky, 05.12.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16631
Wer da hineinlangt, macht sich nur selber die Hände dreckig.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 77
Zitationshilfe
„dreckig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dreckig>, abgerufen am 24.04.2019.

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