dennoch

GrammatikKonjunktion
Aussprache
Worttrennungden-noch
eWDG, 1967

Bedeutung

trotz des vorher Gesagten, trotzdem
Beispiele:
es regnete oft, dennoch war der Urlaub schön
es war großes Glück, dass ich dennoch reisen konnte
ich glaube kaum, dass ich es erreichen werde. Dennoch will ich es versuchen
der Anblick des so stillen und dennoch beredten Ortes [GrassBlechtrommel218]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dann · denn · dannen · dennoch
dann Adv. und denn Adv. Konj. sind ursprünglich umlautlose und umgelautete Form eines Wortes und daher in älterer Zeit bedeutungsgleich. Ahd. thanne, thenni (8. Jh.), mhd. dan(ne), den(ne), frühnhd. dann, denn Adv. und Konj. Nebenformen mit Umlaut finden sich auch sonst im Westgerm., vgl. mnd. dan, dann(e), den(ne), afries. than(na), thenne, aengl. þanne, þonne, þænne, engl. than, then, hingegen nur asächs. thanna, than(ne), mnl. dan(ne), nl. dan wie anord. þā (aus *þan), schwed. , got. þan. In allen Fällen handelt es sich um Bildungen mit n-Formans zum Pronominalstamm ie. *te-, *to- (s. ↗der), die im Westgerm. außerdem eine nasale Erweiterung zeigen. Im Dt. erfolgt im 18. Jh. die heute geltende semantische Differenzierung von dann und denn. Von den zunächst beiden Varianten gemeinsamen Verwendungen bewahrt dann den adverbiellen Gebrauch (dafür nur in nordd. und md. Umgangssprache noch denn); es kennzeichnet eine Aufeinanderfolge (‘danach, ferner’) oder einen in naher Zukunft liegenden Zeitpunkt (‘nachher’) und weist auf die (meist in einem Konditionalsatz genannten) Voraussetzungen für ein Geschehen hin (‘in diesem Falle’). Der Gebrauch als Konjunktion, durch den in älterer Zeit neben- und unterordnend verschiedenartige, namentlich temporale und kausale Zusammenhänge hergestellt werden, verengt sich und geht ganz auf denn über; dieses leitet nun vor allem begründende Hauptsätze ein, steht gelegentlich in Vergleichen beim Komparativ (im Sinne von ‘als’) und knüpft (nur in altertümelnder Redeweise noch allein, sonst in der Fügung es sei denn, daß …) eine die Gültigkeit des Hauptsatzes einschränkende Ausnahme an. Als Adverb wird denn jetzt lediglich zur Intensivierung einer Frage oder Aussage verwendet. Eine ähnliche Entwicklung wie die von dann, denn (und vergleichbarem wann, wenn, s. d.) vollzieht sich im Engl.; dort trennen sich than Konj. ‘als’ und then Adv. ‘dann’ ebenfalls im 18. Jh. voneinander. dannen Adv. heute nur noch altertümlich-feierlich in der verdeutlichenden präpositionalen Verbindung von dannen ‘weg, fort’ (schon ahd. fona thanā̌n, 9. Jh.); ohne Präposition bis ins 17. Jh. gebräuchlich. Neben ahd. thana (8. Jh., gleichen Ursprungs wie ahd. thanne, also vom Pronominalstamm germ. *þa-, s. oben), mhd. dane, dan stehen häufiger die erweiterten Formen ahd. thanā̌n, thannān (8. Jh.), than(a)na, thannana (9. Jh.), mhd. danne(n); ebenso asächs. thanan(a), mnd. dānen, danne(n), mnl. danen, danne(n), afries. thana, aengl. þanon(e) und anord. þanan (anders gebildet got. þaþrō). Das Adverb hat im Dt. zunächst die lokale Bedeutung ‘von einem Ort weg, von dorther’, wird aber bereits im Ahd. auch auf andere, besonders temporale und kausale Beziehungen übertragen (‘von da an, dadurch, deshalb’). dennoch Adv. seit dem 18. Jh. ausschließlich einschränkendes Konjuktionaladverb ‘trotzdem’, zuerst jedoch temporales Adverb, zusammengesetzt aus den unter dann, denn (s. oben, daher bis ins 18. Jh. auch dannoch) und ↗noch (s. d.) behandelten Adverbien; anfangs Getrenntschreibung ahd. thanne noh, thenni noh ‘zu der Zeit noch’ (9. Jh.), bei Notker bereits ‘selbst unter der Voraussetzung noch’; früh auch als Zusammenrückung ahd. thenninoh (10./11. Jh.), thannoh (11. Jh.) ‘zu der Zeit noch’, mhd. dannoch, dennoch ‘damals noch, jetzt noch, außerdem’ sowie vom 12. Jh. an im heutigen Sinne; diesen zeigt auch mnd. dan(ne)noch, den(ne)noch.

Thesaurus

Synonymgruppe
aber · ↗bloß · dennoch · ↗doch · ↗indes · ↗indessen · ↗jedoch · trotz und allem · ↗trotzdem · zwar (...) doch  ●  ↗allein  geh., veraltend · ↗dabei  ugs. · ↗nur  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
auch wenn · bei alldem · bei alledem · dennoch · ↗obgleich · ↗obschon · ↗wenngleich · ↗wiewohl · ↗während  ●  ↗obwohl  Hauptform · ↗obzwar  veraltend · ↗gleichwohl  geh. · ↗trotzdem  ugs. · ↗wennschon  geh., selten
Assoziationen
Synonymgruppe
(ganz) im Gegenteil · ↗aber · ↗alldieweil · ↗andererseits · ↗dagegen · ↗demgegenüber · dennoch · ↗dieweil · ↗hingegen · ↗hinwieder · ↗hinwiederum · im Gegensatz dazu · im Kontrast dazu · im Unterschied dazu · ↗jedoch · konträr dazu · ↗nur · ↗wogegen · ↗wohingegen · ↗während · ↗währenddessen  ●  ↗handkehrum  schweiz. · ↗dahingegen  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
abseits dessen · ↗außerdem · dennoch · ↗dessen ungeachtet · ungeachtet alledem  ●  unabhängig davon  Hauptform · all dem ungeachtet  geh. · alldem ungeachtet  geh. · ungeachtet (all) dessen  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

behalten beharren behaupten bestehen bleiben empfehlen erwarten festhalten freuen fühlen geben gelingen gelten glauben halten herrschen hoffen lohnen optimistisch rechnen scheinen spüren versuchen wagen warnen wirken zeigen zufrieden zuversichtlich überwiegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dennoch‹.

Zitationshilfe
„dennoch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dennoch>, abgerufen am 18.07.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
denn
Denkzettel
Denkzentrum
Denkzeichen
Denkwürdigkeit
Denobilitation
denobilitieren
Denomination
Denominativum
denominieren