demoralisieren

GrammatikVerb · demoralisierte, hat demoralisiert
Aussprache
Worttrennungde-mo-ra-li-sie-ren
HerkunftFranzösisch
Wortzerlegungde-moralisieren
Wortbildung mit ›demoralisieren‹ als Erstglied: ↗Demoralisierung
eWDG, 1967

Bedeutung

jmds. Moral untergraben
Beispiele:
das tagelange Trommelfeuer demoralisierte die Truppe
das Ereignis hatte ihn demoralisiert
die Offiziere Semenows sind das demoralisierteste Pack, das ich kenne [WelkHoher Befehl513]
MG-Feuer im Tiefangriff auf die Zivilbevölkerung soll sehr demoralisierend wirken [UhseBertram381]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Moral · moralisch · Moralist · moralisieren · demoralisieren · Mores
Moral f. ‘gesellschaftlich bedingtes System geltender Normen und Regeln sittlichen Verhaltens’ (18. Jh.), älter ‘aus einem Beispiel zu ziehende sittliche Nutzanwendung und Lehre’ (16. Jh., vgl. die Wendung die Moral von der Geschichte, 19. Jh.), danach ‘Sittenkunde, -lehre’ (17. Jh.). Auszugehen ist von lat. mōrālis ‘die Sitten betreffend’, einer Ableitung von lat. mōs (Genitiv mōris) ‘zur Regel gewordener Wille, auf innerer Gesinnung beruhende, gewohnheitsmäßige Tätigkeit, Sitte, Brauch’ (etymologisch verwandt mit ↗Mut, s. d.). Das im 16. Jh. geltende Neutrum Morale (entsprechend substantiviertem lat. mōrāle n.), Plur. Moralia, gerät im 17. Jh. unter den Einfluß von frz. la philosophie morale (nach lat. philosophia mōrālis) und wechselt zum fem. Genus über. moralisch Adj. ‘der Moral entsprechend, sittlich’ (16. Jh.). Moralist m. ‘Sittenlehrer, Moralphilosoph’, abschätzig ‘Sittenprediger’ (17. Jh.), frz. moraliste. moralisieren Vb. ‘sittliche Überlegungen anstellen’, abschätzig ‘als Sittenprediger auftreten’ (16. Jh.), frz. moraliser; demoralisieren Vb. ‘sittlich zersetzend wirken’ (18. Jh.), frz. démoraliser. Mores Plur. ‘Anstand, Benehmen, Lebensart’ (15. Jh.), lat. mōrēs Plur. (s. oben), zuerst in der humanistischen Schulsprache verbreitet; jmdn. Mores lehren ‘jmdn. zurechtweisen’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
demoralisieren · ↗erniedrigen · ↗kleinkriegen  ●  jemanden fertig machen  ugs.
Synonymgruppe
(den) Wind aus den Segeln nehmen · ↗abschrecken · demoralisieren · ↗demotivieren · ↗einschüchtern  ●  ↗entmutigen  Hauptform · ↗decouragieren  geh. · den Schneid abkaufen  ugs. · den Schneid nehmen  ugs. · ins Bockshorn jagen  ugs.
Assoziationen
  • (jemandem) das Maul stopfen · mundtot machen · zum Schweigen bringen  ●  dafür sorgen, dass jemand den Mund hält  ugs.
  • (jemanden) kleinkriegen · (jemandes) Widerstand brechen  ●  (jemandes) Willen beugen  geh. · gefügig machen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Armee Bevölkerung Gegner Konkurrenz Truppe Zivilbevölkerung schwächen verunsichern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›demoralisieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man hat versucht, mich in Wut zu bringen und zu demoralisieren.
Die Welt, 12.05.2001
Sie sollen den Gegner wenn nicht demoralisieren, so doch vielleicht aufhalten.
Der Tagesspiegel, 18.03.2003
Die Schule zu verlassen und keine Arbeit zu finden, ist nicht nur demoralisierend, sondern disqualifiziert auch für das weitere Leben.
Die Zeit, 24.09.1976, Nr. 40
Es existiere ein solches Gerücht und dieses demoralisiere die Rumänier.
o. A.: Siebenundfünfzigster Tag. Dienstag, 12. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 7546
In solchen Ländern konzentriert die kommunistische Partei ihre Anstrengungen darauf, den Staatsapparat, die Unterrichtsanstalten und die Gewerkschaften zu infiltrieren und zu demoralisieren.
Friedrich, Carl Joachim: Totalitäre Diktatur, Stuttgart: Kohlhammer 1957, S. 91
Zitationshilfe
„demoralisieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/demoralisieren>, abgerufen am 22.08.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Demoralisation
Demontierung
demontieren
Demontage
demontabel
Demoralisierung
Demoskop
Demoskopie
demoskopisch
demotisch