demütig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungde-mü-tig
GrundformDemut
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben von Demut erfüllt
Beispiele:
eine demütige Bitte
demütige Gebärden
an jmdn. einen demütigen Brief richten
demütig grüßen, bitten, lächeln
demütig den Kopf neigen
sich demütig bedanken
jetzt muß er wieder ... demütig die Seinen um Hilfe anflehen [St. ZweigBalzac219]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Demut · demütig · demütigen
Demut f. ‘Bescheidenheit, Bereitschaft zum Dienen’, ahd. thiomuotī (um 800), mhd. diemuot ist eine Abstraktbildung zu ahd. thiomuoti Adj. ‘dienstwillig’, das in seinem ersten Kompositionsglied germ. *þewa- ‘Sklave, Knecht’ (vgl. got. þius ‘Knecht’) enthält (s. ↗dienen); ahd. -muoti ‘gesinnt’, nur in Komposita bezeugt, ist Ableitung von muot (s. ↗Mut). Subst. und Adj. können im Ahd. entsprechend der Bedeutung von dienen und Dienst, die sich auf die Treue zum Gefolgsherrn beziehen, ursprünglich die ergebene Gesinnung des Gefolgsmannes bezeichnet haben, bevor sie den christlichen Begriff kirchenlat. humilitās ‘Niedrigkeit, Bescheidenheit’ wiedergeben. In dieser Bedeutung ist Demut ein Wort der ältesten Kirchensprache, das sich vom Obd. her gegen gleichbed. ahd. ōtmuotī allmählich durchsetzt, vgl. Frings/M. Germania Romana 1 (1966) 23 ff. Im 12. Jh. begegnet im Obd. die hd. Lautform demut (neben die-), die nach Norden vordringt (vgl. mnd. dēmōt, 15. Jh., woraus nl. deemoed) und sich am ehesten aus der lautlichen und semantischen Undurchsichtigkeit des ersten Kompositionsgliedes erklären läßt. demütig Adj. ‘von Demut erfüllt, ergeben’, ahd. thiemuotīg (um 1000), mhd. diemüetec, mnd. dēmȫdich. demütigen Vb. ‘demütig machen, erniedrigen, herabsetzen’, mhd. diemüetigen (12. Jh.), mnd. dēmȫdigen; vgl. ahd. thiomuoten ‘demütigen’ (9. Jh.), thiomuotēn ‘demütig werden’ (um 1000).

Thesaurus

Synonymgruppe
demütig · ↗dienstbereit · ↗dienstwillig · ↗hilfreich
Synonymgruppe
bereitwillig · ↗demutsvoll · demütig · ↗ergeben · ↗fügsam · ↗gefügig · guten Willens · ↗gutwillig · ↗kooperativ · voller Demut · ↗willig  ●  ↗willfährig  abwertend
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bescheidenheit Bitte Bittsteller Diener Dienerin Ehrfurcht Ergebenheit Gebärde Hingabe Magd Unterordnung Unterwerfung Unterwürfigkeit Verbeugung armselig aufschauen beinahe bescheiden beugen dankbar dienend fromm gebeugt geduldig geneigt gesenkt knien verbeugen verneigen zerknirscht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›demütig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manchmal ist er defensiv, fast demütig, auf jeden Fall dankbar, dabei sein zu dürfen.
Süddeutsche Zeitung, 31.08.2001
Man läßt sich treten, man läßt sich hinauswerfen, aber man bleibt demütig mit dem Hute in der Hand.
Die Zeit, 28.02.1975, Nr. 10
Er schaut zu seinem Herrn auf, demütig, hilflos, wütend, hoffnungsvoll.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 242
Sie weinte, küßte mir demütig die Hände, doch das beruhigte mich wenig.
Schnitzler, Arthur: Jugend in Wien, Eine Autobiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 40070
Sie vermuteten ein Recht auf eine demütige Bitte und wollten sich besinnen.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 92
Zitationshilfe
„demütig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/demütig>, abgerufen am 21.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Demut
demungeachtet
Demulzens
Demulgator
demsig
demütigen
Demütigung
Demutsgebärde
Demutsgeste
demutsvoll