dampfen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungdamp-fen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›dampfen‹ als Erstglied: ↗Dampfer  ·  mit ›dampfen‹ als Letztglied: ↗abdampfen · ↗andampfen · ↗aufdampfen · ↗ausdampfen · ↗eindampfen · ↗herandampfen
 ·  mit ›dampfen‹ als Grundform: ↗verdampfen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Dampf entwickeln, von sich geben
Beispiele:
heißes Wasser, die Suppe dampft
der Kaffee dampft in den Tassen
dampfende Kartoffeln
eine dampfende Schüssel
ein dampfendes Glas
der Atem dampft vorm Mund
unsere Pferde verschnauften in der Heide und dampften aus Nüstern und Flanken [Droste-Hülsh.949]
Nebel bilden
Beispiele:
die Wiese, das Moor, Feld, die Erde, der Garten dampft
aus den Tälern, Niederungen dampft der Nebel
bildlich
Beispiele:
Da fing die Frau zu schimpfen an, daß es dampfte [SeghersSiebtes Kreuz4,281]
Die Welt dampft von Angst und Blut [RemarqueSchwarzer Obelisk341]
2.
salopp mit einem von Dampf betriebenen Verkehrsmittel fahren
Beispiele:
mit dem Schiff, Zug nach L dampfen
Er ... dampfte als Gentleman nach London [Kellerm.Tunnel90]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Dampf · dämpfen · dampfen · Dämpfer · Dampfschiff · Dampfer · Dampfmaschine
Dampf m. ‘Dunst, Nebel’. Das westgerm. Substantiv ahd. thamph (10. Jh.), mhd. dampf, tampf ‘Dampf, Dunst, Rauch’ (daneben mit anderer Stammbildung ahd. thampho, 11. Jh., thempho, Hs. 13. Jh., mhd. dampfe ‘schwerer Katarrh, krankhafter Erstickungszustand’, im Nhd. in Form und Flexion mit Dampf zusammenfallend; s. auch ↗dumpf) und gleichbed. mnd. mnl. nl. afries. engl. damp (westgerm. *damp-) gehört als ablautende Bildung zu einem in mhd. frühnhd. dimpfen ‘dampfen, rauchen’ erhaltenen starken Verb, das sich (mit p-Erweiterung im Germ.) zu der auch für ↗dunkel (s. d.) sowie für aind. dhámati ‘bläst’, mir. dem ‘dunkel, schwarz’, aslaw. dǫti ‘blasen, fauchen’, russ. dut’ (дуть) ‘blasen, wehen’ oder das erste Kompositionsglied von griech. themerṓpis (θεμερῶπις) ‘finster blickend, mit ernstem Gesicht’ vorauszusetzenden Wurzel ie. *dhem(ə)- ‘blasen, dampfen, rauchen, dunkel’ stellt. dämpfen Vb. ‘abschwächen, mildern’, auch ‘mit Dampf behandeln, gar machen’, ahd. themphen (8. Jh.), mhd. dempfen ‘würgen, ersticken, unterdrücken, auslöschen’ (spätmhd. außerdem ‘abschwächen, mildern’) ist eine Kausativbildung zu dem in mhd. frühnhd. dimpfen (s. oben) vorliegenden Verb; in der jüngeren Bedeutung ‘mit Dampf, Rauch behandeln’ (15. Jh.) schließt es sich an das Substantiv Dampf an, von dem auch dampfen Vb. ‘Dampf entwickeln, abgeben’ (Mitte 17. Jh.) abgeleitet ist. Dämpfer m. ‘Vorrichtung zum Abschwächen des Tones und zur Veränderung des Klanges bei Musikinstrumenten’ (2. Hälfte 18. Jh.), als Gerätebezeichnung zu dämpfen ‘abschwächen, mildern’ gebildet (zuvor Nomen agentis im Sinne von ‘Unterdrücker, Bezwinger’, 16./17. Jh.), übertragen in der Wendung einen Dämpfer aufsetzen ‘in die Schranken weisen, mäßigen’. Dampfschiff n. ‘mit Dampf betriebenes Schiff’ (um 1815), nach engl. steamship; dazu (wie engl. steamer) die Kurzform Dampfer m. (Mitte 19. Jh.), anfangs auch Dämpfer, so später noch vereinzelt im Obd., während sich die umlautlose Form unter nd. Einfluß durchsetzt. Dampfmaschine f. ‘mit Wasserdampf betriebene Kraftmaschine’ (Lichtenberg 1775), Übersetzung von engl. steam-engine; schon vorher (seit Mitte 18. Jh.) gelegentlich Bezeichnung für andere technische Hilfsmittel.

Thesaurus

Synonymgruppe
dampfen · ↗dunsten
Synonymgruppe
dampfen · e-rauchen  ●  vapen  engl.
Assoziationen
  • E-Shisha · elektrische Zigarette · elektronische Zigarette  ●  ↗E-Zigarette  Hauptform · Dampfe  ugs. · Dampfgerät  ugs. · E-Tschick  ugs., österr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ferienexpress Garküche Gerüchteküche Glühwein Kaffeemaschine Kessel Konjunkturzug Lok Lokomotive Misthauf Misthaufen Mondschiff Samowar Schlot Tasse abdampfen aufdampfen ausdampfen blubbern brodeln brutzeln eindampfen entgegen entgegendampfen fauchen herauf hindampfen los segeln zischen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dampfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ganz heiß kommen sie auf den Tisch, das Öl dampft geradezu.
Süddeutsche Zeitung, 05.02.1996
Im Garten seines komfortablen Bungalows dampft das ganze Jahr über ein beheizter Swimming-pool.
Die Zeit, 14.10.1977, Nr. 42
Endlich war die Arbeit getan und der Zug dampfte zurück.
Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 169
Und so geschah es, im Monat Juni dampften sie ab nach dem schönen Harz.
Viersbeck, Doris: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8191
Das Lamm krachte auf die Tische und dampfte und duftete.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 290
Zitationshilfe
„dampfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dampfen>, abgerufen am 20.08.2019.

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