dümmlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungdümm-lich
Wortbildung mit ›dümmlich‹ als Erstglied: ↗Dümmlichkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich töricht, ein wenig dumm wirkend
Beispiele:
ein dümmliches Aussehen, Lachen, ein dümmlicher Gesichtsausdruck
ein dümmliches altes Weib
jmd. glotzt, lächelt dümmlich
»Ich habe nicht verstanden«, sagte er etwas dümmlich [Feuchtw.Goya623]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

dumm · tumb · Dummheit · verdummen · Dummerjan · Dummkopf · Dümmling · dümmlich
dumm Adj. ‘unwissend, unbegabt, unvernünftig, unangenehm’. Ahd. tumb ‘stumm, taub, töricht, einfältig, unvernünftig, dumm’ (9. Jh.), mhd. tump ‘schwach von Sinnen oder Verstand, dumm, töricht, unerfahren, stumm’ (-mb bzw. -mp werden nhd. assimiliert zu -mm), mnd. dum ‘unerfahren, einfältig, dumm’, mnl. dom, domp, nl. dom, asächs. dumb, afries. dumb ‘stumm’, aengl. dumb ‘stumm’, engl. dumb ‘stumm, sprachlos (vor Staunen)’, anord. dumbr ‘stumm, dumm’, schwed. dum ‘stumm, dumpf, unklar’, got. dumbs ‘stumm’ führen auf germ. *dumba-. Außergerm. Verwandte fehlen, doch die Bedeutungsnähe zu taub läßt an einen Anschluß an ie. *dheubh- ‘stieben, rauchen; neblig, verdunkelt, auch vom Geist und den Sinnen’, eine (im Germ. teilweise nasalierte) Erweiterung der Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə-, zu der ↗taub, ↗Dunst und ↗toben (s. d.) gehören, denken. Die ältesten Bedeutungen von dumm sind ‘stumm’ und ‘taub’, beide im 17. Jh. noch bekannt; mhd. tump bezeichnet vielfach ‘jugendlich unerfahren, unwissend’, nhd. noch erhalten in dummer Junge. Seit dem 19. Jh. wird dumm ‘unwissend, unbegabt’ oft verstärkt zu saudumm, strohdumm. Die Lautform mhd. tumb bleibt in Einzelfällen im Nhd. (bis ins 17. Jh.) erhalten. Bei der Beschäftigung mit der mhd. Literatur (2. Hälfte 19. Jh.) wird tumb im mittelalterlichen Sinne von ‘arglos, einfältig’ romantisierend wiederbelebt. Dummheit f. ‘Unwissenheit, Mangel an Einsicht, Torheit’, ahd. tumbheit (9. Jh.), mhd. tumpheit. verdummen Vb. ‘dumm werden oder machen’, mhd. vertumben. Dummerjan m. ‘einfältiger Kerl’ (Anfang 17. Jh.), auch Dummrian. Das zur Personenbezeichnung dienende Kompositionssuffix -jan ist aus dem Namen Jan (nd., teilweise auch md., für Johann) hervorgegangen, vgl. vorausgehendes Dummer Jan (16. Jh.). Zugleich lehnt es sich mit Längung des Vokals an ältere latinisierte Scherzbildungen an wie Grobiān(us) (s. ↗Grobian), den Heiligennamen auf lat. -ānus folgend, z. B. Cypriān(us), Damiān(us). S. ähnliche Ausdrücke wie ↗Liederjan, ↗Schlendrian. Dummkopf m. Schimpfwort (18. Jh.). Dümmling m. ‘dummer Mensch’, mhd. tummelinc. dümmlich Adj. ‘dumm, leicht beschränkt’, ahd. tumblīh ‘töricht’ (9. Jh.), mhd. tumplich ‘unverständig, töricht, einfältig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
dümmlich  ●  ↗bescheuert  derb · ↗beschränkt  ugs. · ↗doof  ugs. · ↗dusselig  ugs. · panne  ugs.
Synonymgruppe
(ein) Einfaltspinsel · ↗(ein) Gimpel · ↗(ein) Mondkalb · (ein) Simpel (sein) · (ein) schlichtes Gemüt · ↗(im Denken) schwerfällig · dümmlich · ↗einfältig · nicht scharfsinnig · ↗stumpfsinnig · ↗töricht · ↗unbedarft · ↗verständnislos · von schlichter Denkungsart  ●  ↗(ein) Schaf  fig. · (sehr) einfach gestrickt  verhüllend · einfach gestrickt  fig. · ↗(ein) Schäfchen  ugs., fig. · ↗dusselig  ugs. · ↗dusslig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Argument Arroganz Attacke Bemerkung Dialog Geschichtsvergleich Geschwätz Gesicht Gesichtsausdruck Gestalt Grinsen Kampagne Klischee Kommentar Lachen Lächeln Plakat Polemik Spruch Witz arrogant derart ebenso eher geradezu geschmacklos grinsen lächeln ziemlich Äußerung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›dümmlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir sollten es bei uns als Chance betrachten, nicht jede dümmliche Entwicklung aus Übersee zu kopieren.
Süddeutsche Zeitung, 13.08.1999
Den Träger eines akademischen Titels kann man doch wohl nicht als „etwas dümmlich“ bezeichnen.
Die Zeit, 25.11.1960, Nr. 48
Dieser Frau gab der Schlaf wenigstens kein dümmliches Aussehen; sie atmete fest und ruhig, mit geschlossenem Mund.
Tucholsky, Kurt: Schloß Gripsholm. In: ders., Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 3000
Er, ein korpulenter, dümmlich wirkender Mensch, nickte und bat mich einzusteigen.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 376
Es entsteht meist ein dümmlicher Ausdruck von Selbstvergessenheit bei halb geöffnetem Mund, gerümpfter Nase, in tiefe Sorgenfalten gelegter Stirn.
Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 65
Zitationshilfe
„dümmlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/dümmlich>, abgerufen am 21.06.2019.

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