buhlen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbuh-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›buhlen‹ als Erstglied: ↗Buhler · ↗Buhlerei  ·  mit ›buhlen‹ als Letztglied: ↗umbuhlen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
abwertend um etw. buhlensich um etw. schmeichlerisch bewerben
Beispiele:
um die Gunst der Massen, die Anerkennung der Kritiker, des Publikums buhlen
um Mitleid, Beifall buhlen
veraltet um jmdn. buhlenum jmdn. werben
Beispiel:
mein Töchterchen, ist es denn nicht schön, daß solche schmucke Leute um dich buhlen [E. T. A. Hoffm.Serapionsbrüder3,566]
2.
veraltet, dichterisch mit jmdm. buhlenmit jmdm. kosen
Beispiele:
die Winde buhlen mit den Wellen
Leda soll vor euren Augen mit ihrem Schwan buhlen [Hofmannsth.Gedichte104]
abwertend mit jmdm. ein Liebesverhältnis haben
Beispiel:
Weil die Lindenthal mit dem Fliegergeneral buhlte [K. MannMephisto313]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Buhle · Nebenbuhler · buhlen
Buhle m. ‘Geliebter’, mhd. buole m. f., mnd. bōle, mnl. nl. boel ‘nahe(r) Verwandte(r), Geliebte(r), Liebhaber’. Herkunft ungewiß. Das Ahd. kennt Buolo, das Aengl. Bōla nur als Männername. Unwahrscheinlich ist eine Verbindung zu balt. l-Ableitungen wie lit. brólis, lett. brālis ‘Bruder’ und ie. *bhrātor-, *bhrāter- (s. ↗Bruder) Vielleicht kann anord. bōl ‘Lagerstätte, Schlafplatz’ als verwandt angesehen werden. Oder Buhle ist (wie vielleicht auch ↗Bube, s. d.) eine der Kindersprache entstammende Koseform. Buhle ist ursprünglich Anrede für einen nahestehenden vertrauten und geliebten Menschen; erst im 15. Jh. erhält es einen pejorativen Beigeschmack (ein bule oder eyn vnrecht weyp oder ein vnrecht man für lat. amāsia bzw. amāsius), doch im alten Sinne von der Dichtung des 18. Jhs. wieder aufgenommen. Buhle mit mask. Genus kann bis ins 17. Jh. sowohl den Geliebten wie auch die Geliebte bezeichnen. Daneben (weniger geläufig) Buhler m. und Buhlerin f. (beide 15. Jh.). Nebenbuhler m. ‘Mitbewerber, Rivale’ (17. Jh.). buhlen Vb. ‘aufdringlich um etw. werben’ (15. Jh.), mhd. buolen ‘lieb haben’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) hofieren · (sich) bemühen um (jemanden) · (sich) heranmachen an · ↗nachlaufen · ↗nachrennen · ↗nachstellen · ↗umschmeicheln · ↗umwerben · ↗werben (um)  ●  (eine) Charmeoffensive (starten)  fig., variabel · (jemandem) den Hof machen  fig. · ↗(sich) ranschmeißen  ugs., salopp · (ständig) herumschleichen (um)  ugs., salopp · buhlen (um)  geh., veraltet · ↗freien (um)  geh., veraltet · hinter jemandem her sein  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anerkennung Ansiedlung Aufmerksamkeit Direktbank Erstligist Freier Großkonzern Gunst Katalane Klientel Kunde Kundschaft Leihstimme Mitbewerber Privatanleger Publikumsgunst Rennstall Spitzenklub Sympathie Wohlwollen Wählergunst Wählerstimme Zuneigung Zweitligist betteln darum mit unverhohlen vergeblich verzweifelt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›buhlen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch um die buhlen immerhin rund 100 bis 150 Anbieter.
Süddeutsche Zeitung, 29.04.1999
Darum buhlen die Terroristen, dafür ist ihnen jeder Tote recht.
Die Zeit, 18.12.1995, Nr. 51
Und wenn die Ferkelherde von Kindern nicht um sie buhlen würde!
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 189
Allein in Deutschland buhlen rund 200 Gesellschaften um die lukrativsten Beteiligungen.
o. A. [sec]: Wagniskapital. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [2000]
Zitationshilfe
„buhlen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/buhlen>, abgerufen am 16.07.2019.

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