brummen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungbrum-men (computergeneriert)
Wortbildung mit ›brummen‹ als Erstglied: ↗Brummbart · ↗Brummbass · ↗Brummbär · ↗Brummer · ↗Brummfliege · ↗Brummi · ↗Brummkreisel · ↗Brummochse · ↗Brummschädel · ↗Brummstimme
 ·  mit ›brummen‹ als Letztglied: ↗abbrummen · ↗anbrummen · ↗aufbrummen · ↗draufbrummen · ↗durchbrummen · ↗herumbrummen · ↗hineinbrummen · ↗mitbrummen · ↗weiterbrummen · ↗zurückbrummen
 ·  mit ›brummen‹ als Grundform: ↗Gebrumm · ↗Gebrumme
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
seine Stimme undeutlich und in einer tiefen Lage ertönen lassen
Beispiele:
er sang nicht, er brummte nur
der Bär, ein Rind brummt
die Fliege brummt (= summt laut)
das Vieh zog brummend in den Stall
ein brummender Gesang
ein gedämpftes, gutmütiges, leises, böses, drohendes Brummen hören lassen
sein Missfallen mürrisch, ärgerlich äußern
Beispiele:
wenn ich heute Abend ausgehen will, wird mein Vater brummen
er hat manchmal mit mir, über mich gebrummt
nur nicht brummen!
bildlich
Beispiele:
die Motoren brummen
das Flugzeug, die Maschine brummt
die Kanonen brummen
der Donner, die Glocke, der Bass, Kreisel brummt
umgangssprachlich mein Kopf brummt mir (= schmerzt dumpf) vor Schmerz, Überanstrengung, Arbeit
umgangssprachlich mein Magen brummt mir (= ich habe Hunger)
2.
etw. undeutlich und in einer tiefen Stimmlage sagen
Beispiele:
er brummte eine Antwort
er brummte das Lied nur
er brummte etwas (halblaut, mürrisch, böse, missvergnügt) vor sich hin
salopp er brummte etwas Unverständliches in seinen Bart, in sich hinein
salopp »Der Teufel«, brummt der Kapitän [Droste-Hülsh.394]
3.
salopp etw. absitzen, eine Strafe vollverbüßen
Beispiele:
für den Diebstahl muss er brummen
er wird dafür zwei Jahre brummen müssen
in der Schule nachsitzen
Beispiele:
der Schüler musste am Nachmittag brummen
er hat 2 Stunden gebrummt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brummen · aufbrummen · Gebrumm(e) · brummig · brummeln · Brummer · Brummbaß
brummen Vb. ‘einen tiefen Ton hervorbringen, in einer tiefen Tonlage die Stimme ertönen lassen, summen’. Das schwache Verb ahd. brummen ‘brünstig schreien’ (Hs. 12. Jh.), spätmhd. brummen ‘einen dumpfen Ton von sich geben, summen’, nl. (älter) brummen, danach brommen steht ablautend zu stark flektierendem ahd. breman ‘brüllen’ (9. Jh.), mhd. bremen ‘brummen, brüllen’ und zu ahd. (nicht sicher bezeugtem, aber aus einem Präteritum bram und der folgenden mhd. Form als möglich zu erschließendem) brimman, mhd. brimmen ‘dumpf tönen, brüllen’. Vgl. auch die unter ↗Bremse und ↗Brunft (s. d.) behandelten Ableitungen. Vergleichbar sind dem lautnachahmenden Verb lat. fremere ‘brüllen, tosen’, kymr. brefu ‘blöken, brüllen’, poln. brzmieć ‘tönen, summen’ und aind. bhramaráḥ ‘Biene’, so daß von ie. *bhrem- ‘brummen, summen, surren’ (Erweiterung einer Schallwurzel ie. *bher- ‘brummen, summen’?) ausgegangen werden kann, wozu mit unaspiriertem Anlaut griech. brémein (βρέμειν) ‘brausen, rauschen’. Umgangssprachlich-scherzhaftes brummen ‘eine Strafe absitzen’ kommt aus der Studentensprache des 19. Jhs.; hierzu auch aufbrummen Vb. jmdm. eine Strafe aufbrummen ‘auferlegen’ (19. Jh.). Gebrumm(e) n. (17. Jh.). brummig Adj. ‘mürrisch’ (18. Jh.). brummeln Vb. ‘leise brummen’ (15. Jh.). Brummer m. ‘wer brummt’ (16. Jh.), ‘große Fliege, Schmeißfliege’ (belegt seit 19. Jh., doch wohl älter). Brummbaß m. ‘Kontrabaß’ (18. Jh.), ‘tiefe Männerstimme’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
brummen · ↗schnurren · ↗sirren · ↗summen · ↗surren
Oberbegriffe
  • Laute von sich geben
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
Synonymgruppe
(sehr) gut laufen · ↗blühen · ↗boomen · erfolgreich sein · ↗florieren  ●  brummen  ugs.
Synonymgruppe
brummen · ↗grummeln · ↗knurren · ↗murren · ↗raunzen  ●  ↗grollen  Hauptform
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein
  • Laute von sich geben
Synonymgruppe
brummeln · brummen
Oberbegriffe
Synonymgruppe
auf Hochtouren laufen (Geschäft)  ●  Hochsaison haben  ugs. · brummen (Laden, Geschäft)  ugs.
Assoziationen
  • großen Zulauf haben · sehr gefragt sein  ●  (jemandem) die Bude einrennen  fig. · (sich) die Klinke in die Hand geben  fig. · (sich) nicht retten können (vor)  fig. · Schlange stehen (um)  fig.
  • da ist mächtig was los · da ist ordentlich was los  ●  (da) ist die Hölle los  ugs. · (es) geht rund  ugs. · da boxt der Papst (im Kettenhemd)  ugs. · da geht die Post ab  ugs. · da geht's (richtig) ab  ugs. · da geht's richtig zur Sache  ugs. · da ist echt was los  ugs. · da steppt der Bär  ugs. · und ab geht die Luzie  ugs.
  • mitten in (...) stecken · schon ein gutes Stück vorangekommen sein · voll entbrannt sein (Streit, Machtkampf)  ●  bis zum Hals stecken in  fig. · in vollem Gang(e) (sein)  Hauptform · mitten drin (sein)  ugs. · richtig angefangen haben  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bass Bär Exportmotor Generator Geschäft Hummel Konjunktur Konjunkturmotor Kühlbox Kühlschrank Lade Laden Motor Schädel Staubsauger Strafbank Vorverkauf abbrummen aufbrummen fiepen heran hin hinbrummen knattern knurren los mißmutig quietschen summen surren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›brummen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weil er kein Geld hatte, muss er 721 Tage brummen.
Bild, 12.11.1999
Im Stahl "brumme" es gesamtdeutsch, die wirtschaftliche Lage erlaube daher höhere Einkommen.
Süddeutsche Zeitung, 22.12.1997
Ich will mir nicht die Finger verbrennen ", brummte er unentschlossen.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 125
Er brummt, falsch und beflissen, die schwierige Melodie von heute morgen vor sich hin.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 0
Er wackelte mit seinem dicken Kopf und brummte etwas vor sich hin.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 98
Zitationshilfe
„brummen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/brummen>, abgerufen am 19.10.2019.

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