brechen

GrammatikVerb · bricht, brach, ist/hat gebrochen
Aussprache
Worttrennungbre-chen
Wortbildung mit ›brechen‹ als Erstglied: ↗Brechbohne · ↗Brecheisen · ↗Brecher · ↗Brechmaschine · ↗Brechstange · ↗Brechwerkzeug · ↗Brechzahl · ↗brechbar
 ·  mit ›brechen‹ als Letztglied: ↗abbrechen · ↗anbrechen · ↗aufbrechen · ↗ausbrechen1 · ↗auseinanderbrechen · ↗durchbrechen · ↗ehebrechen · ↗einbrechen · ↗entzweibrechen · ↗erbrechen1 · ↗herabbrechen · ↗heranbrechen · ↗herausbrechen1 · ↗hereinbrechen · ↗herniederbrechen · ↗herunterbrechen · ↗hervorbrechen · ↗hochbrechen · ↗losbrechen · ↗niederbrechen · ↗radebrechen · ↗umbrechen · ↗unterbrechen · ↗wegbrechen · ↗zusammenbrechen
 ·  mit ›brechen‹ als Grundform: ↗Brechen1 · ↗Gebrech · ↗Gebräch · ↗brechend · ↗entbrechen · ↗gebrechen · ↗gebrochen · ↗verbrechen · ↗zerbrechen
 ·  formal verwandt mit: ↗Steinbrech
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹
etw. brichtetw. Hartes, Sprödes teilt sich durch Druck, Gewalt (geräuschvoll) in Stücke
Beispiele:
das Brett bricht bei der Belastung
dieser dünne Stock muss brechen
die Metallfeder, Vorderachse, das Rad, der Draht ist gebrochen
das Eis bricht unter ihm
die Blüte ist oben gebrochen
die Bäume brachen fast unter der Last der Früchte, des Schnees
brechende Äste
durch sein Alter war der Taft an vielen Stellen gebrochen (= zeigte Risse)
sprichwörtlich Glück und Glas, wie bald bricht das!
sprichwörtlich der Krug geht so lange zum Wasser, bis er bricht (= Geduld erschöpft sich eines Tages)
bildlich
Beispiele:
gehoben das Herz bricht mir bei dem Anblick (= der Anblick erfüllt mich mit tiefstem Mitleid, Kummer)
gehoben, verhüllend sein Auge brach (= verlöschte, er starb)
die Stimme brach ihr (= versagte, weil sie weinen mußte)
sie meinte, die Knie brächen unter ihr (= die Knie versagten ihren Dienst)
sie brach in die Knie (= sank zusammen)
übertragen
Beispiele:
der Saal war zum Brechen (= Bersten) voll
ich muss das durchsetzen, mag es biegen oder brechen (= auch wenn es ungünstig für mich ist)
etw. auf Biegen oder Brechen durchzusetzen versuchen
es geht auf Biegen oder Brechen (= hart auf hart)
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. Hartes, Sprödes durch Druck, Gewalt (geräuschvoll) in Stücke teilen
Beispiele:
dürre Zweige mit der Hand brechen
Gestein, Marmor, Schiefer (aus dem Felsen, zu Tage) brechen (= aus dem natürlichen Lager lösen)
ein Loch in eine Mauer brechen (= die Steine herausschlagen)
den Flachs brechen (= die festen Flachsstengel zerknicken, um die holzigen Teile von der Bastfaser zu trennen)
es wird gebeten, das Kunstblatt nicht zu brechen (= zu knicken)
einen Rand im Heft brechen (= umfalten)
dichterisch Blumen brechen (= pflücken)
gehoben den Boden brechen (= umpflügen)
gehoben das Brot brechen
umgangssprachlich er hat nichts zu brechen und zu beißen (= er muß hungern)
er hat sich [Dativ] den Arm gebrochen
der Arzt musste den Arm nochmals brechen
umgangssprachlich das Genick, seinen Hals brechen (= tödlich hinstürzen)
gehoben das dünne Brot, das der Hausherr nach dem Gebete brechen wird [WerfelMusa Dagh358]
bildlich
Beispiele:
das brach ihm den Hals (= ruinierte ihn)
umgangssprachlich, scherzhaft einer Flasche den Hals brechen (= sie öffnen und leeren)
jmdm. ist das Rückgrat, die Kraft gebrochen (= er zeigt keinen Widerstand, keine Energie mehr)
scherzhaft er kann Herzen brechen (= kann Liebe erwecken)
gehoben der Kummer hat ihr das Herz gebrochen (= sie getötet)
gehoben der gebrochene (= tief gebeugte) Greis
gehoben den Stab über jmdn. brechen (= jmdn. verurteilen)
gehoben eine Lanze für jmdn. brechen (= ihn verteidigen)
umgangssprachlich etw. übers Knie brechen (= etw. übereilt tun)
gehoben etw. bricht sich Bahnetw. setzt sich durch
Beispiel:
ein Talent, eine Erkenntnis, das Gute bricht sich Bahn
3.
mit Hilfsverb ›hat‹
übertragen etw. unwirksam machen
Beispiele:
einen Bann, den Widerstand, seinen Trotz, ihre Hartnäckigkeit, die Tyrannei, eine Blockade brechen
das Recht brechen
sein Schweigen brechen (= zu reden beginnen)
er hat seinen Vertrag, Eid, sein Wort gebrochen (= nicht gehalten)
die Ehe brechen (= dem Ehepartner untreu werden)
einen Rekord brechen (= ihn überbieten)
einen Streit, Krieg vom Zaune brechen (= grundlos den Frieden verletzen und e. Streit, Krieg unvermittelt heraufbeschwören)
Sie hat die Treu' gebrochen [EichendorffIn einem kühlen Grunde]
mit jmdm., etw. brechendie Verbindung zu jmdm., etw. zerreißen
Beispiele:
sie hat mit ihm, mit ihrer Familie, mit der Vergangenheit (völlig) gebrochen
mit einer Gewohnheit, Überlieferung brechen (= sie aufgeben)
4.
mit Hilfsverb ›ist‹
aus, durch etw. brechengewaltsam aus etw. hervorkommen
Beispiele:
die Quelle bricht aus dem Gestein
die Sonne brach endlich durch die Wolken, aus den Wolken
die Tulpen brachen aus der Erde
bildlich
Beispiel:
die Feinde brachen aus dem Gehölz, aus dem Hinterhalt (= kamen plötzlich hervor)
übertragen
Beispiele:
Tränen brachen ihr aus den Augen
in etw. brechen
in etw. mit Gewalt eindringen
Beispiel:
Da bricht eine Kuh in das Saatfeld [WaggerlJahr21]
5.
mit Hilfsverb ›hat‹
sich, etw. brechendie ursprüngliche Richtung (von etw.) verändern
a)
Beispiele:
die Wellen brechen sich an der Felsküste, am Leuchtturm, an der Mauer (= steigen anprallend empor und strömen schäumend zurück)
die Ufermauer bricht die starken Wellen (= die Ufermauer hält die starken Wellen sie so auf, dass sie schäumend zurückströmen)
b)
Physik
Beispiele:
Lichtstrahlen, Schallwellen brechen sich (= werden durch den Körper, durch den sie dringen, abgelenkt)
gebrochenes Licht drang durch die bunten Scheiben
6.
Jägersprache
a)
mit Hilfsverb ›hat‹
mit dem Rüssel den Erdboden aufwühlen, um Nahrung zu suchen
Beispiel:
diese [die Frischlinge] laufen quiekend und grunzend hinter ihnen [den Alten] drein […] hier ein wenig verweilend und brechend, einen plumpen Scherz versuchend [BrehmTierleben4,295]
b)
mit Hilfsverb ›ist‹
durch knackende Äste, raschelndes Laub laufen
Beispiele:
das Wild bricht
der Jäger hört es brechen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brechen · Brecher · aufbrechen · Aufbruch · ausbrechen · einbrechen · Einbruch · Einbrecher · gebrechen · Gebrechen · gebrechlich · verbrechen · Verbrechen · Verbrecher · verbrecherisch
brechen Vb. ‘in Stücke teilen, zerfallen’, ahd. brehhan ‘brechen, reißen, vernichten’ (8. Jh.), mhd. brechen, asächs. brekan, mnd. mnl. brēken, nl. breken, afries. breka, aengl. brecan, engl. to break, got. brikan (germ. *brekan) sind verwandt mit den im Ablautverhältnis stehenden Bildungen ↗Brache, ↗Bruch m. und ↗Brocken (s. d.) sowie mit lat. frangere ‘(zer)brechen’ (mit nur präsentischem n; s. ↗Fraktur), so daß sich ie. *bhreg̑- ‘brechen, krachen’ als Ausgangsform erschließen läßt. Brecher m. ‘Sturzsee’ (19. Jh., nach engl. breaker). aufbrechen Vb. ‘sich auf den Weg machen, gewaltsam öffnen’, mhd. ūfbrechen; Aufbruch m. mhd. ūfbruch. ausbrechen Vb. ahd. ūʒbrehhan (Hs. 13. Jh.), mhd. ūʒbrechen. einbrechen Vb. ‘gewaltsam eindringen’, ahd. inbrehhan ‘eindringen, hineinstürzen’ (9. Jh.), mhd. īnbrechen; Einbruch m. mhd. īnbruch ‘das Eindringen, Eingriff, Schaden’; Einbrecher m. ‘wer gewaltsam eindringt und sich an fremdem Eigentum vergreift’ (16. Jh.). gebrechen Vb. ‘fehlen, mangeln’, mhd. gebrechen ‘brechen, fehlen, mangeln’; nur noch in es gebricht (mir) an etw., z. B. an Geld, Zeit, Mut (d. h. etw. bricht „geht“ mir ab, daher ‘es fehlt mir’). Vgl. ahd. gibrehhan ‘zerschmettern’, reflexiv ‘sich unterwerfen’ (11. Jh.). Dazu gehört der substantivierte Infinitiv Gebrechen n. ‘körperlicher Fehler, Krankheit’ (14. Jh.); vgl. dagegen mhd. gebreche m. ‘Mangel, Beschwerde, Krankheit’; gebrechlich Adj. ‘hinfällig’, mhd. gebrechlich. verbrechen Vb. ‘das Gesetz brechen, sich schwer vergehen’, ahd. firbrehhan (9. Jh.), mhd. verbrechen ‘zerschlagen, zerstören’, ursprünglich verstärktes brechen (wie zerbrechen), doch schon in mhd. Rechtssprache ‘eine Verbindlichkeit, ein Gebot übertreten, verletzen’. Der substantivierte Infinitiv Verbrechen n. ‘Straftat, schweres Vergehen’ in diesem juristischen Sinne erst im 17. Jh. Verbrecher m. ‘Gesetzesbrecher’ (17. Jh.); dagegen bezeichnet mhd. frühnhd. verbrecher jeden, der sich eines kleinen Vergehens schuldig macht. verbrecherisch Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(Rekord) brechen · ↗(Rekord) schlagen · (immer) einen Schritt voraus sein · ↗überbieten · ↗übertreffen  ●  (etwas/jemanden) in den Schatten stellen  fig. · den Vogel abschießen  ugs. · ↗toppen  ugs.
Assoziationen
  • besser · größer · passender · richtiger · ↗überlegen
  • (der) hat es echt drauf  ugs. · das macht ihm so schnell keiner nach  ugs., Spruch · das muss erst mal einer nachmachen!  ugs. · reife Leistung!  ugs., Spruch · saubere Arbeit!  ugs., Spruch
Synonymgruppe
(Nahrung) nicht bei sich behalten (können) · ↗(etwas) erbrechen · ↗(sich) erbrechen · ↗(sich) übergeben · ↗hochwürgen · ↗speien  ●  Magen(inhalt) oral entleeren  variabel · ↗speiben  österr. · ↗spucken  regional · (das Essen) kommt oben wieder heraus  ugs. · ↗(sich) auskotzen  derb · brechen  ugs. · ↗göbeln  ugs., regional · ↗kotzen  derb · ↗reihern  ugs. · rückwärts essen  ugs., scherzhaft · ↗vomieren  geh.
Assoziationen
  • (das Sich-)Übergeben · ↗Erbrechen · Erbrechungen  ●  ↗Emesis  fachspr. · ↗Vomitus  fachspr.
  • Spuckbeutel · Spucktüte  ●  Speibsackerl  österr. · Kotztüte  ugs.
  • Brechmittel  ●  ↗Emetikum  fachspr. · ↗Vomitorium  fachspr., lat.
  • (einen) Würgereiz (haben) · (sich) übergeben (wollen) · kurz davor sein, sich zu übergeben  ●  (eine) schwere Zunge (haben)  fig.
  • (sich) übergeben müssen (von)  ●  nicht bei sich behalten (können)  fig. · (das Essen) kommt oben wieder heraus  ugs. · wieder auskotzen  derb
Synonymgruppe
(Vertrag) nicht einhalten · brechen · ↗verletzen
Synonymgruppe
bersten · brechen · ↗platzen
Synonymgruppe
(Widerstand) brechen · ↗überwinden · ↗überwältigen
Synonymgruppe
abhetzen · ↗aufreiben · brechen · ↗enervieren · ↗entkräften · ↗entnerven · ↗ermatten · ↗ermüden · ↗heimsuchen · mürbe hauen · mürbe klopfen · mürbe kriegen · mürbe machen · ↗strapazieren · ↗zermürben  ●  ↗kleinkriegen  ugs.
Synonymgruppe
branden · brechen · ↗rauschen · tosend aufprallen
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bann Bein Damm Eis Genick Herz Knie Lanze Rekord Schweigen Stab Tabu Tradition Versprechen Widerstand Zaun abbrechen anbrechen aufbrechen ausbrechen auseinanderbrechen durchbrechen ein einbrechen herausbrechen hereinbrechen hervorbrechen losbrechen wegbrechen zusammenbrechen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›brechen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den Pakt des Schweigens brach erst die Generation der Enkel.
Die Zeit, 23.09.2009, Nr. 14
Fünf Tage später im Training brach er sich den Fuß erneut.
Der Tagesspiegel, 31.01.2005
Trockenes Gebäck dagegen bricht man mit der Hand in mundgerechte Stücke.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 373
Er bricht doch nicht sein Wort, ohne daß er wenigstens sagt, daß er davon abgeht; tut das ein ehrenhafter Deutscher?
o. A.: Einhundertachtundvierzigster Tag. Donnerstag, 6. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 23385
Über den brecht den Stab, haltet keine Gemeinschaft mit ihm.
Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 03.03.1933
Zitationshilfe
„brechen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/brechen#1>, abgerufen am 18.06.2019.

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brechen

GrammatikVerb · bricht, brach, hat gebrochen
Aussprache
Worttrennungbre-chen
Wortbildung mit ›brechen‹ als Erstglied: ↗Brechdurchfall · ↗Brechmittel · ↗Brechreiz · ↗Brechruhr
 ·  mit ›brechen‹ als Letztglied: ↗ausbrechen2 · ↗erbrechen2 · ↗herausbrechen2
 ·  mit ›brechen‹ als Grundform: ↗Brechen2
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. zu sich Genommenes unverdaut mit Anstrengung durch den Mund wieder von sich geben, sich übergeben
Beispiele:
er musste plötzlich brechen
sie brach heftig, hat schon wieder gebrochen
übertragen
Beispiel:
abwertend es war einfach zum Brechen (= es war widerlich)
etw. brechenetw. im Inneren Angesammeltes ausspeien
Beispiel:
Schleim, Blut, Gallensaft brechen
landschaftlich sich brechen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

brechen · Brecher · aufbrechen · Aufbruch · ausbrechen · einbrechen · Einbruch · Einbrecher · gebrechen · Gebrechen · gebrechlich · verbrechen · Verbrechen · Verbrecher · verbrecherisch
brechen Vb. ‘in Stücke teilen, zerfallen’, ahd. brehhan ‘brechen, reißen, vernichten’ (8. Jh.), mhd. brechen, asächs. brekan, mnd. mnl. brēken, nl. breken, afries. breka, aengl. brecan, engl. to break, got. brikan (germ. *brekan) sind verwandt mit den im Ablautverhältnis stehenden Bildungen ↗Brache, ↗Bruch m. und ↗Brocken (s. d.) sowie mit lat. frangere ‘(zer)brechen’ (mit nur präsentischem n; s. ↗Fraktur), so daß sich ie. *bhreg̑- ‘brechen, krachen’ als Ausgangsform erschließen läßt. Brecher m. ‘Sturzsee’ (19. Jh., nach engl. breaker). aufbrechen Vb. ‘sich auf den Weg machen, gewaltsam öffnen’, mhd. ūfbrechen; Aufbruch m. mhd. ūfbruch. ausbrechen Vb. ahd. ūʒbrehhan (Hs. 13. Jh.), mhd. ūʒbrechen. einbrechen Vb. ‘gewaltsam eindringen’, ahd. inbrehhan ‘eindringen, hineinstürzen’ (9. Jh.), mhd. īnbrechen; Einbruch m. mhd. īnbruch ‘das Eindringen, Eingriff, Schaden’; Einbrecher m. ‘wer gewaltsam eindringt und sich an fremdem Eigentum vergreift’ (16. Jh.). gebrechen Vb. ‘fehlen, mangeln’, mhd. gebrechen ‘brechen, fehlen, mangeln’; nur noch in es gebricht (mir) an etw., z. B. an Geld, Zeit, Mut (d. h. etw. bricht „geht“ mir ab, daher ‘es fehlt mir’). Vgl. ahd. gibrehhan ‘zerschmettern’, reflexiv ‘sich unterwerfen’ (11. Jh.). Dazu gehört der substantivierte Infinitiv Gebrechen n. ‘körperlicher Fehler, Krankheit’ (14. Jh.); vgl. dagegen mhd. gebreche m. ‘Mangel, Beschwerde, Krankheit’; gebrechlich Adj. ‘hinfällig’, mhd. gebrechlich. verbrechen Vb. ‘das Gesetz brechen, sich schwer vergehen’, ahd. firbrehhan (9. Jh.), mhd. verbrechen ‘zerschlagen, zerstören’, ursprünglich verstärktes brechen (wie zerbrechen), doch schon in mhd. Rechtssprache ‘eine Verbindlichkeit, ein Gebot übertreten, verletzen’. Der substantivierte Infinitiv Verbrechen n. ‘Straftat, schweres Vergehen’ in diesem juristischen Sinne erst im 17. Jh. Verbrecher m. ‘Gesetzesbrecher’ (17. Jh.); dagegen bezeichnet mhd. frühnhd. verbrecher jeden, der sich eines kleinen Vergehens schuldig macht. verbrecherisch Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(Rekord) brechen · ↗(Rekord) schlagen · (immer) einen Schritt voraus sein · ↗überbieten · ↗übertreffen  ●  (etwas/jemanden) in den Schatten stellen  fig. · den Vogel abschießen  ugs. · ↗toppen  ugs.
Assoziationen
  • besser · größer · passender · richtiger · ↗überlegen
  • (der) hat es echt drauf  ugs. · das macht ihm so schnell keiner nach  ugs., Spruch · das muss erst mal einer nachmachen!  ugs. · reife Leistung!  ugs., Spruch · saubere Arbeit!  ugs., Spruch
Synonymgruppe
(Nahrung) nicht bei sich behalten (können) · ↗(etwas) erbrechen · ↗(sich) erbrechen · ↗(sich) übergeben · ↗hochwürgen · ↗speien  ●  Magen(inhalt) oral entleeren  variabel · ↗speiben  österr. · ↗spucken  regional · (das Essen) kommt oben wieder heraus  ugs. · ↗(sich) auskotzen  derb · brechen  ugs. · ↗göbeln  ugs., regional · ↗kotzen  derb · ↗reihern  ugs. · rückwärts essen  ugs., scherzhaft · ↗vomieren  geh.
Assoziationen
  • (das Sich-)Übergeben · ↗Erbrechen · Erbrechungen  ●  ↗Emesis  fachspr. · ↗Vomitus  fachspr.
  • Spuckbeutel · Spucktüte  ●  Speibsackerl  österr. · Kotztüte  ugs.
  • Brechmittel  ●  ↗Emetikum  fachspr. · ↗Vomitorium  fachspr., lat.
  • (einen) Würgereiz (haben) · (sich) übergeben (wollen) · kurz davor sein, sich zu übergeben  ●  (eine) schwere Zunge (haben)  fig.
  • (sich) übergeben müssen (von)  ●  nicht bei sich behalten (können)  fig. · (das Essen) kommt oben wieder heraus  ugs. · wieder auskotzen  derb
Synonymgruppe
(Vertrag) nicht einhalten · brechen · ↗verletzen
Synonymgruppe
bersten · brechen · ↗platzen
Synonymgruppe
(Widerstand) brechen · ↗überwinden · ↗überwältigen
Synonymgruppe
abhetzen · ↗aufreiben · brechen · ↗enervieren · ↗entkräften · ↗entnerven · ↗ermatten · ↗ermüden · ↗heimsuchen · mürbe hauen · mürbe klopfen · mürbe kriegen · mürbe machen · ↗strapazieren · ↗zermürben  ●  ↗kleinkriegen  ugs.
Synonymgruppe
branden · brechen · ↗rauschen · tosend aufprallen
Oberbegriffe
  • (ein) Geräusch machen · zu hören sein

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bann Bein Damm Eis Genick Herz Knie Lanze Rekord Schweigen Stab Tabu Tradition Versprechen Widerstand Zaun abbrechen anbrechen aufbrechen ausbrechen auseinanderbrechen durchbrechen ein einbrechen herausbrechen hereinbrechen hervorbrechen losbrechen wegbrechen zusammenbrechen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›brechen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den Pakt des Schweigens brach erst die Generation der Enkel.
Die Zeit, 23.09.2009, Nr. 14
Fünf Tage später im Training brach er sich den Fuß erneut.
Der Tagesspiegel, 31.01.2005
Trockenes Gebäck dagegen bricht man mit der Hand in mundgerechte Stücke.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 373
Er bricht doch nicht sein Wort, ohne daß er wenigstens sagt, daß er davon abgeht; tut das ein ehrenhafter Deutscher?
o. A.: Einhundertachtundvierzigster Tag. Donnerstag, 6. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 23385
Über den brecht den Stab, haltet keine Gemeinschaft mit ihm.
Völkischer Beobachter (Berliner Ausgabe), 03.03.1933
Zitationshilfe
„brechen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/brechen#2>, abgerufen am 18.06.2019.

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