brandmarken

GrammatikVerb · brandmarkte, hat gebrandmarkt
Aussprache
Worttrennungbrand-mar-ken
Wortbildung mit ›brandmarken‹ als Erstglied: ↗Brandmarkung
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben, abwertend jmdn. (öffentlich) zum Übeltäter stempeln
Beispiel:
er war durch diese Enthüllung für alle Zeiten gebrandmarkt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brand · Brandbrief · brandmarken · brandschatzen · Brandschatzung · Brandsohle · brandneu
Brand m. ‘Feuer, Vorgang des Brennens’, ahd. (9. Jh.), mhd. brant ‘Brennen, Brandstiftung, brennendes Holzscheit’ ist wie mnd. mnl. brant, asächs. nl. aengl. engl. brand, afries. brand, brond, anord. brandr, schwed. brand (germ. *branda-) mit ie. Dentalsuffix -to- zu einem starken Verb gebildet, das in ahd. brinnan, mhd. brinnen ‘brennen, erglühen, leuchten’ bezeugt ist, im Nhd. aber fehlt, da das ehemalige Kausativum ↗brennen (s. d.) schon vom Ahd. an den intransitiven Gebrauch mit übernimmt. Seit dem 16. Jh. wird nhd. Brand (wie mnd. brant) auch auf krankhafte Veränderungen am menschlichen, tierischen und pflanzlichen Organismus übertragen. Brandbrief m. ‘dringlicher Bittbrief’, spätmhd. brantbrief (14./15. Jh., brief hier in der älteren Bedeutung ‘Urkunde’, s. ↗Brief) ‘Verordnung gegen Brandstifter’; im Nhd. zunächst (wie mnd. brantbrēf, 16. Jh.) ‘Brandstiftung androhender erpresserischer Brief’ (17. bis 19. Jh.), daneben vom 17. Jh. an (besonders südd. und md.) ‘zum Sammeln berechtigende Bescheinigung für Brandgeschädigte’, woran die heutige, im 18. Jh. in Studentenkreisen aufkommende Verwendung anknüpft. brandmarken Vb. ‘öffentlich anprangern’ (18. Jh.), ursprünglich ‘mit einem Brandzeichen versehen’, so vereinzelt schon spätmhd. (Ende 14. Jh.) und mnd. brantmerken, -marken, verbreitet seit dem 17. Jh.; gebildet zum Substantiv Brandmark n. und m. ‘einem Verbrecher eingebranntes Zeichen’ (nhd. belegt vom 17. bis 19. Jh., zuvor mnd. brantmerk, -mark). brandschatzen Vb. ‘durch Androhen von Raub und Brand Abgaben erpressen’, spätmhd. brantschatzen (14. Jh., zu spätmhd. brantschatz, mnd. brantschat ‘vor feindlichem Sengen und Brennen bewahrende Ablösungssumme’), vom 18. Jh. an auch allgemeiner ‘ausplündern, ausnutzen’; dazu Brandschatzung f. spätmhd. brantschatzunge. Brandsohle f. ‘Innensohle des Schuhs’ (17. Jh.), für die geringwertiges Leder, namentlich das durch ein Brandzeichen geschädigte Brandleder (17. Jh.) verwendet wird. brandneu Adj. ‘ganz neu’, das Adjektiv ↗neu (s. d.) verstärkende Zusammensetzung, die gleichbed. engl. brand-new, bran-new nachbildet (30er Jahre 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(hart) kritisieren · ↗(öffentlich) anprangern · brandmarken · ↗geißeln · ins Gericht gehen (mit) · ↗richten (archaisierend) · ↗stigmatisieren · ↗verdammen · ↗verurteilen · ↗ächten · öffentlich beschuldigen  ●  (das) Urteil sprechen (über)  fig. · an den Pranger stellen  fig. · unter Beschuss nehmen  fig. · (jemandem) ans Bein pinkeln  ugs., fig. · beredte Klage führen (über)  geh. · den Stab brechen über  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abtrünniger Abweichler Aggressor Antisemit Apostat Ausgeburt Ausverkauf Frevel Handlanger Hauptschuldige Inkarnation Kollaborateur Konterrevolutionär Rassist Revisionismus Schuldige Schurkenstaat Teufelswerk Teufelszeug Todsünde Untermensch Vaterlandsverräter Verbrecher Verhinderer Verrat Verräter Versager Verschwender Volksfeind unsozial

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›brandmarken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Haben Sie auf offiziellem Wege von einem Befehl gehört, russische Kriegsgefangene zu brandmarken?
o. A.: Neunter Tag. Freitag, 30. November 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 24453
Mir geht es nur darum, einen menschenverachtenden Stil zu brandmarken.
Süddeutsche Zeitung, 24.12.1996
Zum „großen Übeltäter“ will er sich freilich nicht brandmarken lassen.
Die Zeit, 10.04.1992, Nr. 16
Bisher hat man sich meist damit begnügt, die religiöse Rechte als »bigott« und »extremistisch« zu brandmarken.
konkret, 1995
Es fehlt uns offensichtlich der Mut, die Ölindustrie zu brandmarken.
Die Welt, 27.09.2000
Zitationshilfe
„brandmarken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/brandmarken>, abgerufen am 25.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Brandmanager
Brandmalerei
brandmalen
Brandmal
Brandloch
Brandmarkung
Brandmauer
Brandmeister
Brandmunition
Brandnacht