brünstig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungbrüns-tig
Wortbildung mit ›brünstig‹ als Erstglied: ↗Brünstigkeit · ↗brünstiglich  ·  mit ›brünstig‹ als Letztglied: ↗inbrünstig
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
bereit zur Begattung
Beispiele:
ein brünstiger Stier
brünstig sein
brunftig
Beispiele:
das brünstige Wild
der Damhirsch schreit brünstig
2.
gehoben heiß, intensiv
Beispiele:
ein brünstiges Gebet
eine brünstige Bitte
Wie die ganze irdische Qual / Ihr brennendes Leid / Brünstig über die Erde hinschreit [St. ZweigHeroischer Augenblick52]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Brunst · Feuersbrunst · Brunstzeit · brünstig · Inbrunst · inbrünstig
Brunst f. ‘Begattungstrieb, -zeit’, ahd. brunst ‘Brand, Glut, Hitze’ (9. Jh.), mhd. brunst auch übertragen ‘geistige und sinnliche Erregung, Begattungszeit’, nl. bronst, vgl. auch got. -brunsts in alabrunsts ‘Brandopfer’, sind Abstraktbildungen auf -ti- (germ. *brundti-) zu dem in got. ahd. brinnan, mhd. brinnen ‘brennen, leuchten’ erhaltenen starken Verb, das jedoch in nhd. Zeit untergegangen und von ↗brennen (s. d.) abgelöst ist. Das eingeschobene -s- bleibt dabei freilich unerklärt. Die frühe Bedeutung ‘Brand, Glut, Hitze’ verliert sich im 18. Jh., bleibt aber in der Zusammensetzung Feuersbrunst f. (16. Jh.) erhalten. Der übertragene Gebrauch ‘Begattungstrieb, -zeit’ entsteht vielleicht unter dem Einfluß von lautlich anklingendem mhd. brunft, nhd.Brunft (s. d.); dazu auch Brunstzeit f. ‘Begattungszeit’ (16. Jh.); brünstig Adj. ‘begattungsbereit’, mhd. brünstec. An die Verwendung ‘geistige, sinnliche Erregung’ schließen an Inbrunst f. ‘tiefes Gefühl, starke Seelenkraft’, mhd. inbrunst ‘innere Glut’, in der Mystik ‘inneres Brennen gegenüber Gott’; inbrünstig Adj. ‘heiß verlangend, leidenschaftlich’, mhd. inbrünstec.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
bockig (Schaf & Ziege) · ↗brunftig · brünstig · ↗bullig (Kühe) · ↗fiebrig · ↗heiß · ↗hitzig · ↗läufig · ochselig (Kühe) · rammelig · ↗raunzig (Katze) · ↗rauschig (Schwein) · rinderig (Kühe) · ↗rollig (Katzen) · ↗rossig (Stuten) · ↗stierig (Kühe)  ●  ↗paarungsbereit  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hirsch Kuh Männchen Weib

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›brünstig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwei Paare, eben noch innig und brünstig vereint, entzweien sich - und finden sich am Ende wieder.
Die Zeit, 14.08.1997, Nr. 34
Brünstige Frauen fordern in dieser Periode auch häufig andere Frauen zu homosexuellen Handlungen auf.
Die Welt, 12.12.2005
Nur Schweine zeigen sich auch nach der Belegung wiederholt brünstig.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 345
Namentlich Schopenhauer hatte sich, blind wie ein brünstiger Auerhahn, auf das Geistersehen gestürzt, seinem System zuliebe.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 10650
Aber die lüsterne Prinzessin umbuhlt wie ein brünstiges Raubtier den Prediger, betrachtet und beschreibt verlangend seinen Leib.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 458
Zitationshilfe
„brünstig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/brünstig>, abgerufen am 19.10.2019.

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