blass

GrammatikAdjektiv · Komparativ: blasser · Superlativ: am blassesten
GrammatikAdjektiv · Komparativ: blässer · Superlativ: am blässesten
Aussprache
Ungültige Schreibungblaß
Rechtschreibregeln§ 2
Wortbildung mit ›blass‹ als Erstglied: ↗Blassgesicht · ↗blassblau · ↗blassgesichtig · ↗blassgrün · ↗blassrot
 ·  mit ›blass‹ als Letztglied: ↗kalkblass · ↗kreideblass · ↗käseblass · ↗leichenblass · ↗sterbensblass · ↗stubenblass · ↗todblass · ↗todesblass · ↗totenblass
 ·  mit ›blass‹ als Grundform: ↗erblassen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
von schwacher Farbe
a)
mattfarbig
Beispiele:
blasse Farben
ein blasses Rot
ein blasser Schein, Lichtstrahl
in blasser Schrift
ein trübes Blass war von der leuchtenden Farbe der Tapete zurückgeblieben
blass schimmern
b)
nahezu weiß, bleich
Beispiele:
ein blasses Gesicht
eine blasse Stirn
blass sein, werden, aussehen
diese Farbe des Kleides macht (dich) blass
er wurde blass wie eine Wand, wie der Tod
blass vor Zorn, Ärger, Schreck, Erregung, Überraschung
Gierig schlürfte sie mit blassem Munde / Nun den dunkel blutgefärbten Wein [GoetheBraut v. Korinth]
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich aus deinen Worten spricht der blasse (= pure) Neid
2.
übertragen schwach
Beispiele:
eine blasse Erinnerung haben
blasse Ähnlichkeit mit etw., jmdm. haben
eine blasse Schilderung von etw. geben
salopp keine blasse Ahnung, keinen blassen Schimmer, Dunst von etw. haben (= von etw. gar nichts wissen, verstehen)
der Schauspieler W war, wirkte als Hamlet blass
beide Läuferreihen der Fußballmannschaften blieben blass
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

blaß · erblassen · verblassen · Blässe · bläßlich
blaß Adj. ‘von schwacher Farbe, bleich’, ahd. blas ‘weißstirnig’ (auch in der Zusammensetzung blasros ‘Pferd mit weißem Stirnfleck’, Hs. 13. Jh.), mhd. blas, auch ‘kahl, schwach, gering, bleich’, asächs. blas ‘glänzend weiß’ gehören mit ↗Blesse (s. d.) und den dort behandelten Wörtern zu einer nur im Germ. nachweisbaren Erweiterung der Wurzel ie. *bhel- ‘glänzen(d), weiß’, die als ie. *bhles-, *bhlos- anzusetzen wäre, wozu auch mnl. bles, anord. blesōttr ‘mit weißem Stirnfleck’, ferner mhd. mnd. blas ‘Fackel, brennende Kerze’, aengl. blæse ‘Fackel, Feuer’. Das Adjektiv blaß gewinnt seine heutige Bedeutung ‘bleich’ offenbar erst gegen Ende des 13. Jhs. Luther verwendet das Adjektiv nicht, gebraucht aber erblassen. Die seit dem Frühnhd. bezeugten Verben erblassen und verblassen ‘blasser werden’ werden bis Anfang des 19. Jhs. ohne Bedeutungsunterschied nebeneinander gebraucht. Erst danach wird erblassen im Sinne eines plötzlichen Blaßwerdens sowie übertragen für ‘sterben’, verblassen bei Sachen im Sinne von dauernder Verfärbung verwendet. Blässe f. ‘blasses Aussehen’ (Mitte 17. Jh.). bläßlich Adj. ‘ein wenig blaß’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
blass · ↗blutarm · ↗kraftlos · ↗saftlos  ●  ↗schlaff  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
blass (vor) · ↗bleich (vor)
Synonymgruppe
aschfahl · blass · ↗blutleer · ↗fahl · ↗kalkweiß · ↗kreidebleich · ↗kreideweiß · ↗käseweiß · ↗käsig · ↗leichenblass · ↗totenblass · weiß wie die Wand
Assoziationen
Synonymgruppe
blass · ↗dröge · ↗eintönig · ↗fade · ↗farblos · ↗geisttötend · ↗grau · grau in grau · kontrastarm · ↗langatmig · ↗langweilig · ↗monoton · ↗reizlos · ↗schal · ↗schnöde · ↗spannungsarm · ↗stupid · ↗stupide · ↗trist · ↗trostlos · wenig aufregend · ↗öd · ↗öde  ●  ↗fad  ugs. · ↗trocken  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
...lich · blass · ↗bleich · ↗blässlich · ↗fahl · ↗farbarm · ↗farblos · ↗glanzlos · ↗matt
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
aufgehellt · blass · ↗milchig · ↗pastellfarben · verblasst  ●  ↗pastellen  geh. · ↗pastellig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
ausgebleicht · ausgeblichen · ↗ausgewaschen · blass · verblasst · verblichen · verschossen  ●  ↗verwaschen (Farbe)  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abklatsch Ahnung Antlitz Dunst Farbe Gesicht Gesichtsfarbe Haut Jüngling Schimmer Teint Wange abgemagert blass blond dünn eher farblos geblieben hager kränklich mager müde rothaarig schmal schmächtig unscheinbar wirken wirkend ziemlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›blass‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Narben konnten sie nicht verdecken, drei lange blasse Narben.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 11
Die Augen wirken müde, die Haut, sonst meist frisch gebräunt, ist blass.
Die Welt, 14.03.2001
So bleiben sie für uns blasse Gestalten; das aber waren sie nicht.
Günter de Bruyn, Die Finckensteins: Berlin: Siedler 1999, S. 165
Seine sonst so blassen Augen beginnen zu leuchten, das zurückhaltende Wesen blüht auf.
Der Tagesspiegel, 12.03.1999
Du bist so schwer, du bist so blaß - was hast du, Mutter?
Tucholsky, Kurt: Die Leibesfrucht. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1929], S. 18790
Zitationshilfe
„blass“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/blass>, abgerufen am 19.08.2019.

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